Preis der Leipziger Buchmesse 2009 in der Kategorie Übersetzung

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Esther Kinsky

nominiert für Olga Tokarczuk: Unrast

Esther Kinsky

Esther Kinsky wurde 1956 in Engelskirchen geboren. Schon früh hatte sie den Wunsch, Literatur zu übersetzen, „eine ganze Ausdruckswelt mit ihren verschiedenen Färbungen und

Mitteln in die Welt der Zielsprache“ zu übertragen und entschloss sich deshalb zum Studium der Slawistik. Nachdem sie lange in London und Ungarn lebte, wohnt sie heute in Berlin und Battonya, Ungarn. Sie übersetzt Literatur aus dem Polnischen, Russischen und Englischen und übertrug u. a. Werke von Ida Fink, Zygmunt Haupt, Ryszard Krynicki, Julian Stryjkowski, Magdalena Tulli, Olga Tokarczuk, Alexander Wat, Svetlana Vasilenko, Sebastian Barry, Jane Smiley, Masha Gessen in Deutsche.

 

Für ihre Arbeit wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet durch Förderungen des Deutschen Übersetzerfonds und des Brücke Berlin Preises 2002 (gemeinsam mit Olga Tokarczuk für Taghaus Nachthaus). Auch als Autorin ist Esther Kinsky erfolgreich, vor kurzem erschien ihr Debüt Sommerfrische .

 

In dem Roman Unrast bannt die polnische Autorin Olga Tokarczuk die Hektik des modernen Lebens in einen fein verwobenen erzählerischen Kosmos und macht durch einen raschen Wechsel verschiedenster Textformen die Unrast selbst auf subtile Weise zur Ausdrucksform. „Was bei Olga Tokarczuks Unrast eine Schwierigkeit darstellte, war die Palette von Stilen und Sprachebenen vom Umgangssprachlichen über dichte Stimmungsbeschreibungen und fachsprachliche Exkursionen bis hin zu historischen und - besonders tückisch – pseudohistorischen Passagen“, sagt die Esther Kinsky über die Arbeit. Hier ein kurzer Ausschnitt:

 

„Sie bereiten sich ihr Publikum vor. Der Eintritt des Kellners mit dem Tablett voller Getränke wird zur Ouvertüre, der Kellner selbst, ein junger Mann, wird, ohne sich im Geringsten dessen bewusst zu sein, zum Conférencier, der einen Tanz, eine Oper ankündigt. Bei seinem Anblick leben sie auf, eine Hand fährt in die Höhe und zeigt ihm den Platz: hier. Ein Augenblick Stille -- und schon wandern die Glasränder zu den Lippen.“

 

Stefanie Jacobs

 

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