Preis der Leipziger Buchmesse 2011 in der Kategorie Übersetzung

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Maralde Meyer-Minnemann

nominiert für Antonio Lobo Antunes: Mein Name ist Legion

Maralde Meyer-Minnemann

Immer und immer wieder Antonio Lobo Antunes, zuletzt "Mein Name ist Legion". Seit nunmehr zwanzig Jahren übersetzt Maralde Meyer-Minnemann den portugiesischen Autor, jedes Jahr einen Roman, und jedes Jahr ist es ein neuer Kraftakt, die atemlosen, vielstimmigen, oft fragmentarisch anmutenden, durchkomponierten, aber alles andere als linear erzählten oder vom Leser mühelos „konsumierbaren“ Bücher ins Deutsche zu übertragen. Kommt Antonio Lobo Antunes für eine Lesereise oder zur Entgegennahme eines Preises nach Deutschland oder Österreich, begleitet seine Übersetzerin ihn und dolmetscht. Erholungspausen verschafft ihr auch nicht der zweite, ebenfalls höchst produktive Autor, dessen Texten – von ganz anderem literarischen Kaliber - sie seit fünfzehn Jahren ständig im Wechsel mit Lobo Antunes’ Romanen eine deutsche Fassung schenkt: Paulo Coelho. Dazwischen übersetzt sie Heirats- und Geburtsurkunden, setzt ihren Beglaubigungsstempel drunter und dolmetscht auf dem Standesamt oder vor Gericht, dort zumeist in weniger erfreulichen Zusammenhängen, denn wie sie selbst einmal sagte, "einen Teil meines Lebensunterhalts verdiene ich mit Mördern und Dealern."

Maralde Meyer-Minnemann, 1943 in Hamburg geboren, studierte auch dort Romanistik. Zudem ist sie vereidigte Übersetzerin und Dolmetscherin für die portugiesische Sprache. Seit 1979 übersetzt sie Literatur aus dem portugiesischen und spanischen Sprachraum, neben den o.g. Autoren Werke u.a. von José Cardoso Pires, Sérgio Buarque de Holanda, Darcy Ribeiro, Mario Vargas Llosa. 1997 erhielt sie den Preis „Portugal – Frankfurt ’97“, 1998 den Helmut-M.-Braem Preis, 2002 und 2005 jeweils ein Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds e.V., 2005 war sie bereits einmal nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Karin von Schweder-Schreiner



Leseprobe:

ein Koch aus Keramik in Lebensgröße kündigte mit gezückter Speisekarte eine Churrascaria an oder, besser gesagt, auf dem Bürgersteig aufgestapelte Stühle und geschlossene Sonnenschirme, die trübe Seide einer Katze glitt kissenweich von einem Bretterzaun, ein Radio auf offenem Balkon, das die Verdächtigen nicht hörten, nach dem Brunnen eine Gasse, zwei Gassen, unser Haus könnte dort sein, war es aber nicht, meine Mutter zu meinem Stiefvater

Wäre besser du würdest die Zeitung mal weglegen und das Fenster abdichten

(Mein Name ist Legion, München: Luchterhand, 2010, S. 15)



um cozinheiro de cerâmica de tamanho natural com a ementa em riste a anunciar uma churrascaria ou seja uma esplanada de cadeiras empilhadas e guarda-sóis recolhidos, a sedinha turva de um gato a escorrer almofadado de um tapume, um rádio numa varanda aberta que os suspeitos não escutaram, depois do chafariz uma travessa, duas travessas, a nossa casa que podia ser acolá e não era, a minha mãe para o meu padrasto

Fazias melhor se largasses o jornal e vedasses a janela

(O Meu Nome É Legião, Lissabon: Dom Quixote, 2007, S. 18)

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