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Dagmar Ploetz
nominiert für Carlos Busqued: Unter dieser furchterregenden Sonne
Lakonisch, knochentrocken, rotzig - so die Sprache dieses kompromisslosen Romans, in dem keinerlei Konzessionen an die Schönheit gemacht werden und der doch manche Kritiker ins Schwärmen brachte, er sei "wie ein rhythmisch ausgefeiltes und doch mit hinreißender Leichtigkeit aufgeführtes Stück moderner Musik".
Die Jury schreibt zur Begründung der Nominierung: "Dank unfehlbarer idiomatischer Sicherheit gelingt es Dagmar Ploetz, das Oszillieren des Romans zwischen verkommenen Milieus und verstörenden Allegorien höchst treffend nachzubilden."
Dagmar Ploetz wurde 1946 in Herrsching am Ammersee geboren, ihre Kindheit und Schulzeit verbrachte sie in Argentinien. Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik in München arbeitete sie zunächst als Verlagslektorin und freie Journalistin, um sich anschließend der Übersetzung aus dem Spanischen zu widmen. Sie übersetzte insgesamt sieben Titel des kolumbianischen Autors Gabriel García Márquez, außerdem Werke von Mario Vargas Llosa, Isabel Allende und Juan Marsé sowie ihres Lieblingsautors Rafael Chirbes. Auch bei der Neuübersetzung des Pedro Páramo, des einzigen Romans des mexikanischen Autors Juan Rulfo, wurde ihre Übertragung der Lakonie des Autors von der Kritik einhellig gefeiert.
Michaela Meßner
Leseprobe:
Sechzehn Stunden nachdem er das Telefon aufgelegt hatte (die Zeit, die er brauchte, um die Dokumentation über die Riesenkalmare und eine andere über das nukleare Arsenal und die Abschreckungspolitik der USA in den Fünfzigerjahren zu Ende zu sehen, um Joints für die Fahrt zu bauen, die Goldfische im Aquarium zu füttern, die Fenster zu schließen, ins Auto zu steigen und siebenhundertfünfzig Kilometer runterzureißen), fuhr Cetarti in Lapachito ein.
(Unter dieser furchterregenden Sonne, München: Kunstmann Verlag 2010, S. 10)
Dieciséis horas después de colgar el teléfono (el tiempo que tardó en terminar el documental de los calamares Humboldt, ver otro sobre el arsenal nuclear y política de disuasión de EE. UU. en la década de 1950, armar porros para el camino, darle de comer a los carassius de la pecera, cerrar las ventanas, subirse al auto y viajar setecientos cincuenta kilómetros), Cetarti entró a Lapachito.
(Bajo este sol tremendo, Barcelona: Editorial Anagrama 2009, S. 14)
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