Deutscher Übersetzerfonds

Richtlinien für die Vergabe von Arbeits- und Reisestipendien


Zweck des Deutschen Übersetzerfonds e.V. ist es, die Kunst des Übersetzens zu fördern und damit der qualitätvollen Vermittlung fremder Literaturen ins Deutsche, der Völkerverständigung, der Sprachkultur und dem literarischen Leben zu dienen. Seinen Zweck soll er insbesondere erfüllen durch die Vergabe von Fördermitteln an Übersetzerinnen und Übersetzer; sie werden mit dieser Förderung für die Qualität ihrer bisherigen Arbeit ausgezeichnet.

Gefördert werden können Übersetzerinnen und Übersetzer fremdsprachiger Werke ins Deutsche, sofern die Übersetzung dieser Werke eine anspruchsvolle sprachliche, literarische Gestaltung im Deutschen erfordert. Über die Vergabe entscheidet eine fachkundige Jury.

Vergaberichtlinien

Voraussetzung für die Bewilligung eines Arbeits- oder Reisestipendiums (d.h. Ersatz von Reisekosten) ist ein entscheidungsreifer Antrag, der an die Geschäftsstelle des Deutschen Übersetzerfonds e.V. zu richten ist.
Anträge können grundsätzlich alle Übersetzer stellen, die ein fremdsprachiges Werk ins Deutsche zu übersetzen haben und nicht Mitglieder des Vorstands oder einer Jury des Deutschen
Übersetzerfonds e.V. sind.

Antragsteller sollten bereits zwei Übersetzungen anspruchsvoller literarischer Werke veröffentlicht haben.
Für die Bewilligung eines Arbeits- oder Reisestipendiums ist grundsätzlich ein Verlagsvertrag Voraussetzung. Reisestipendien zur allgemeinen landeskundlichen Information können in begründeten Fällen auch ohne konkretes Übersetzungsprojekt beantragt werden. Die alternative oder kombinierte Bewerbung für ein Arbeits- und Reisestipendium ist zulässig.

Der Verlagsvertrag soll nicht ohne triftigen Grund zu Lasten der Übersetzerin oder des Übersetzers von dem zwischen dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V./Verlegerausschuß und dem Verband deutscher Schriftsteller (VS) in der IG Medien zuletzt vereinbarten ”Normvertrag für den Abschluß von Übersetzungsverträgen” abweichen. Das vereinbarte Übersetzungshonorar soll die branchenüblichen Honorarsätze nicht unterschreiten. Günstigere Vertragsbedingungen und höhere Honorare können sich vorteilhaft auf die Bewilligung des Antrags und die Stipendienhöhe auswirken.

Die Entscheidung der Jury wird den Antragstellern ohne Angabe von Gründen für die Bewilligung oder Ablehnung des Antrags mitgeteilt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Stipendiensumme wird den Antragstellern durch die Geschäftsführung nach Maßgabe der Jury zur Verfügung gestellt. Die Auszahlung kann auch in monatlichen Raten erfolgen.Die Abtretung des Stipendiums an Dritte ist ausgeschlossen.

Die Verwendung des Stipendiums ist der Geschäftsstelle durch einen kurzen Bericht und ggf. durch ein Belegexemplar nachzuweisen. Zweckwidrig verwendete Mittel können zurückgefordert werden. Über Fortzahlung, Aussetzung oder Rückforderung entscheidet die Jury.

Antrag für ein Arbeitsstipendium

Zusammen mit einem formlosen Antrag sind - in siebenfacher Ausfertigung - einzureichen:
- Kurzbiographie, beruflicher Werdegang
- Verzeichnis der Veröffentlichungen und ggf. Auszeichnungen
- Angaben über gleichzeitige Stipendienanträge bei anderen Stellen sowie über Stipendien in den letzten drei   Jahren
- kurze Charakteristik des zu übersetzenden Werks (max. 1 Seite)
- Kopie des Verlagsvertrags
- 10 Manuskriptseiten der Übersetzung
- Kopie der entsprechenden Stelle des Originals
- Kalkulation des voraussichtlichen Manuskriptumfangs und der benötigten ArbeitszeitAntrag für ein

Reisestipendium

Zusammen mit einem formlosen Antrag sind - in siebenfacher Ausfertigung - einzureichen:
- Kurzbiographie, beruflicher Werdegang
- Verzeichnis der Veröffentlichungen und ggf. Auszeichnungen
- Angabe über gleichzeitige Stipendienanträge bei anderen Stellen sowie über Stipendien in den letzten drei   Jahren

dazu:
a) bei Reisen in Verbindung mit einem bestimmten Übersetzungsprojekt:
- kurze Charakteristik des zu übersetzenden Werks (max. 1 Seite) und Begründung des Reisevorhabens
- Kopie des Verlagsvertrags
- 10 Manuskriptseiten der Übersetzung
- Kopie der entsprechenden Stelle des Originals
- Kalkulation der voraussichtlichen Dauer und der Kosten der Reise

b) bei allgemein landeskundlichen Reisen:
- ausführliche Begründung des Reiseprojekts
- Kalkulation der voraussichtlichen Dauer und der Kosten der Reise
- 10 Manuskriptseiten einer in Arbeit befindlichen Übersetzung

Die Angaben werden nur für Zwecke der Antragsbearbeitung verwendet. Im Falle einer Förderung wird jedoch vorausgesetzt, daß die Empfänger der Förderung mit der Veröffentlichung ihres Namens in den Mitteilungen des Deutschen Übersetzerfonds e.V. einverstanden sind.

Berlin, den 4.1.2000  

Anschrift:
Deutscher Übersetzerfonds e.V.
c/o Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
Tel. 030 / 80 49 08 56
Fax 030 / 80 49 08 57
Internet: www.uebersetzerfonds.de

Einsendeschluß für Anträge: zweimal jährlich, jeweils am 31. März und am 30.September