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Von ihrer Gründung 1992 an hat sich DIE FÄHRE vom
Trostspender und Lobbyschinder für die darbenden Knechte
und Mägde des Literaturbetriebs (zumal in der verfallenden
ostdeutschen Verlagslandschaft) zum gewichtigen Literaturveranstalter
der Region gemausert. Ohne daß dabei freilich das primäre
Anliegen aus dem Blick geriete, nämlich: auf den Vorgang
des Übersetzens und die, die ihn ausführen, aufmerksam
zu machen.
Und das geht so: Wir holen Autorinnen und Autoren fremder
Literaturen auf die Bühne (insbesondere solche, von denen
wir glauben, daß ihre Bücher es auf dem deutschen
Buchmarkt unbillig schwer haben) è und ihre Übersetzer/-innen
jeweils dazu. Ein solches Gespann überzeugt! Dabei suchen
wir thematische Schwerpunkte zu setzen, Bündelungen zu
erzielen è dies seit 1995 vor allem im Rahmen Sächsischer
Übersetzertage:
1995 Mit eigner und fremder Zunge. Tage der Auslandslyrik
1996 Russische Autorinnen kommen zu Wort (mit Nina Sadur,
Ljudmila Petruschewskaja, Valeria
Narbikova ...)
1997 Johan liebt Anders, Sappho küßt Europa: Schöne
Literatur und Homosexualität (mit Paul Bailey, Jean-Francois
Kervean, Natalja Sharandak ...)
1998 Gespenster gehen um in Europa: Das Unheimliche in der
Literatur (mit Jegor Gran, Alice Thomas Ellis, Alan Judd ...)
1999 Abenteuer Babel (mit Tajib Salich, Alain Lance ...)
2000 Warten auf die Barbaren (mit J. M. Coetzee, Yu Hua, Vasilij
Dimov ...)
2001 Was wir vergessen, läuft uns nach (mit Antonio
Skármeta, Ales Rasanau, Dina Rubina ...)
2002 Das Tier in der Literatur
Außerdem kooperieren wir mit den zwei großen Leipziger
Lesefestivals: "Leipzig liest" (zur Buchmesse) und dem "Literarischer
Herbst", ferner mit British Council und dem Institut Français,
dem Italienischen Kulturinstitut, der Literatur-Werkstatt
Edelkoben u. a.
Das Zentrum unserer Aktivitäten ist Leipzig. wir bedienen
jedoch auch die literarische Provinz des Landes: Chemnitz,
Dresden, Plauen, Riesa, Kamenz ...
Ferner "schalten" wir Werbung für das Übersetzen
nach dem Motto "Es gibt nichts Gutes, außerÁ" Alle zwei
Jahre schreiben wir nämlich einen kleinen Übersetzungswettbewerb
aus. Bisher gab es hier klassische Limericks, ein berühmtes
Gedicht von Sergej Jessenin, eine Gespenstergeschichte von
Penelope Lively sowie Erzählungen von Paul Fournel bzw. Michèle Valeno, in diesem Jahr nun einen Romananfang von Tomasz Malyszek
aus dem Polnischen zu übersetzen. Die Einsendungen werden
der Jury in anonymisierter Form vorgelegt, so daß Profis,
Gelegenheitstäter und "Absolute Beginners" chancengleich
antreten è die Stunde der Wahrheit.
Regelmäßig (erster Dienstag im Monat, 17 Uhr) gibt
es den FÄHRE-Stammtisch. Mitunter zur "Werkstatt" veredelt
(dann referieren Kollegen von fern und nah zu spannenden Aspekten
unserer Arbeit), manchmal auch dem "gemeinen" Austausch von
Gedanken und Gefühlen vorbehalten, der die Zunft am besten
zusammenschweißt!
Stammhafen der FÄHRE ist das Leipziger Haus des Buches,
dort ist ihr Büro - seit Jahren gut geführt von
Kollegin Helgard Rost. Zu erreichen über Telefon o. Fax:
0341 è 9954155.
Das Haus des Buches und sein Kuratorium ist unser wichtigster
Förderer. Außerdem sichern vor allem das Sächsische
Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Kulturamt
Leipzig das finanzielle Fundament für unsere Initiativen.
(Wir hoffen, es bleibt dabei ...)
Auf zu neuen Ufern!
"Die Fähre"
Sächsischer Verein zur Förderung literarischer Übersetzung e.V.
Haus des Buches
Gerichtsweg 28
04103 Leipzig
Tel./Fax: 0049 341 9954155
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