Deutscher Übersetzerfonds
c/o LCB, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin
Literaturübersetzer bedauern zuweilen, daß
sie sich in ihrem einsamen Beruf mit niemandem beraten können,
sei es in den unsicheren Anfangsjahren, sei es später,
angesichts eines ungewöhnlichen Textes. Wie viele Schnitzer
hätten sie vermieden, wie viele Zweifel und Irrwege sich
erspart, wenn sie ab und zu vom Erfahrungsschatz bewanderter
Kollegen hätten profitieren können.
Damit nicht jeder – und immer wieder - das Rad neu
erfinden muß, schreibt der Deutsche Übersetzerfonds
das
Johann-Joachim-Christoph-Bode-Stipendium
für Literaturübersetzer aus. Ein erfahrener Kollege
wird dem Stipendiaten als Mentor zur Seite gestellt und soll
ihn mit sicherer Hand über die Hürden und durch
die Untiefen des Textes geleiten. Jede der beiden Seiten erhält
vom Deutschen Übersetzerfonds für diesen privaten
Workshop den Betrag von € 3.000. Voraussetzung ist, daß
es sich um ein Übersetzungsprojekt handelt, für
das ein Verlagsvertrag besteht.
Für die Bewerbung sind einzureichen (in siebenfacher
Ausfertigung):
• Kurzbiographie, beruflicher Werdegang
• Verzeichnis bisheriger Veröffentlichungen
• Angaben über gleichzeitige Stipendienanträge
bei anderen Stellen sowie ggf. über bisherige Stipendien
• kurze Charakteristik des zu übersetzenden Werks
(max. 1 Seite)
• Kopie des Verlagsvertrags
• 10 Manuskriptseiten der Übersetzung
• Kopie der entsprechenden Stelle des Originals
• Kalkulation des voraussichtlichen Manuskriptumfangs
Anschrift:
Deutscher Übersetzerfonds
c/o Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
mail@uebersetzerfonds.de
www.uebersetzerfonds.de
Einsendeschluß: 31. März und
30. September
Johann Joachim Christoph Bode (1730-1793),
berühmt für seine Übersetzungen aus dem Englischen
(Sterne, Goldsmith, Fielding) und Französischen, war
von Haus aus Musiker und hatte sich Sprachen in Nachtarbeit
allein beigebracht. Als streitbarer Literat ergriff er auch
oftmals selbst das Wort; in seiner legendären Ausgabe
der "Essais" von Montaigne stellte er mitten im
Text einen "jungen Freund" und Kollegen vor, dem
er die Übersetzung der eingestreuten Sonette aufgetragen
hatte. |