Erster Albatros für Lídia Jorge und Karin von Schweder-Schreiner

Der von der Bremer Günter Grass Stiftung erstmals vergebene Literaturpreis "Albatros" geht an die portugiesische Schriftstellerin Lídia Jorge und ihre Übersetzerin Karin von Schweder-Schreiner. Jorge widmet sich mit ihrem Werk vor allem der portugiesischen Geschichte.

Berlin/Bremen - Lídia Jorge erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro, weitere 15.000 Euro gehen an ihre langjährige Übersetzerin Karin von Schweder-Schreiner. Überreicht wird die Auszeichnung an die Preisträgerinnen im Mai 2006 im Bremer Rathaus, teilte die Bremer Günter Grass Stiftung, die die neue Auszeichnung vergibt, heute in Berlin mit.

Jorge erhält den Preis laut Urteil der Jury für ihr Romanwerk, das "die Dämonen lusitanischer Geschichte, die Kolonialkriege und die Nachwirkungen der Diktatur im intimen Rahmen von Familien und Gruppen" aufspüre. Schweder-Schreiner habe die geschichtenreichen Bücher Jorges "meisterlich" übersetzt, hieß es.

Die 1946 in einem Dorf an der Algarve geborene Portugiesin hat für ihre Bücher bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis des portugiesischen PEN-Clubs. Zu ihren Werken zählen unter anderen "O dia dos prodígios" ("Der Tag der Wunder", 1980) und "O vale da paixao" ("Die Decke des Soldaten", 2000).

Der "Albatros" soll künftig alle zwei Jahre für zeitgenössische erzählerische Prosa, Lyrik oder Essayistik vergeben werden. Das prämierte Werk soll laut Stiftung "offenes Denken und die freie Auseinandersetzung mit allen Bereichen des Lebens, der Welt und Zeit befördern". Die deutsche Übersetzung muss der literarischen Eigenart des Originals in besonderem Maße gerecht werden.