Das Goethe-Institut
verleiht am 26. März 2008 zum 54. Mal die Goethe-Medaille in Weimar.
Damit ehrt es Persönlichkeiten, die sich mit besonderem Engagement um
den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. In diesem Jahr übergibt
die Präsidentin des Goethe-Instituts Jutta Limbach den offiziellen Orden
der Bundesrepublik Deutschland an den afghanischen Germanistik-Professor Gholam
Dastgir Behbud, den französischen Theaterregisseur Bernard Sobel und
den amerikanischen Übersetzer John E. Woods.
Der amerikanische Übersetzer deutschsprachiger Literatur John E. Woods wird für seine mehr als dreißigjährige Vermittlung zwischen beiden Sprachen und Literaturen ausgezeichnet. Bemerkenswert ist die Bandbreite seiner Übersetzungen und die umfassende Kenntnis der deutschen Literatur. Woods’ Übersetzungswerk umfasst Döblin, Raabe, Dürrenmatt, Grass, Ransmayr, Dörrie, Treichel und immer wieder Thomas Mann und Arno Schmidt. Dabei gelingt es ihm, ebenso der Ironie Thomas Manns wie dem Variationsreichtum der schmidtschen Sprache im Englischen gerecht zu werden. Gerade in den USA, wo der Markt an fremdsprachiger Literatur eher klein ist und die Kenntnisse der deutschen Sprache weiter zurückgehen, verdeutlicht Woods beispielhaft, wie literarische Übersetzer als Kulturmittler agieren können.
Laudator für John E. Woods wird der Gründer und Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung, der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie der Arno Schmidt Stiftung Jan Philipp Reemtsma sein.
Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und ist seit 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizieller Orden anerkannt. Seit 1992 wird sie jährlich anlässlich des Todestags Goethes in Weimar verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten aus dem Ausland, die sich um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Seit der ersten Verleihung 1955 sind insgesamt 317 Persönlichkeiten aus 58 Ländern geehrt worden. Zu den Preisträgern gehören unter anderen Pierre Bourdieu, Jorge Semprún, Sir Ernst Gombrich, György Ligeti, Sir Karl Raimund Popper, Billy Wilder und Daniel Barenboim.
Weitere Informationen unter www.goethe.de/uun/gme/deindex.htm.