Bundespräsident Johannes Rau besuchte am 24. März
2003 das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen,
nachdem er die Teilnahme am Festakt zum fünfundzwanzigjährigen
Bestehen im Januar krankheitshalber hatte absagen müssen.
Im Rahmen seines Besuches gab der Bundespräsident zusammen
mit der Präsidentin der Stiftung, Ilse Brusis, die Preisträger
des Übersetzerpreises der Stiftung Kunst und Kultur des
Landes Nordrhein-Westfalen bekannt.
Die STIFTUNG KUNST UND KULTUR DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN
und das
EUROPÄISCHE ÜBERSETZER-KOLLEGIUM NORDRHEIN-WESTFALEN
IN STRAELEN gratulieren
BERNHARD ROBBEN und CHRISTA SCHUENKE
zum ÜBERSETZERPREIS 2003 DER STIFTUNG KUNST UND KULTUR
NRW 2003
Der mit insgesamt 25.000 € dotierte Preis wird auf Beschluß
der Jury zu gleichen Teilen an Bernhard Robben (Brunne/Brandenburg)
und Christa Schuenke (Berlin) vergeben.
Bernhard Robben erhält den Preis für die Übersetzung
des Werkes "Abbitte" von Ian McEwan (lieferbar im
Diogenes Verlag, ISBN 3-257-06326-1, 534 Seiten, € 24,90).
Christa Schuenke für die Übersetzung des Werkes
"Pierre" von Herman Melville (lieferbar im Hanser
Verlag, ISBN 3-446-17121-5, 740 Seiten, € 34,90).
Beide Übersetzer werden zugleich für ihr umfangreiches
übersetzerisches Gesamtwerk geehrt.
Bernhard Robben ist es gelungen, den anspruchsvollen Roman
des zeitgenössischen englischen Autors Ian McEwan in
eine in jeder Hinsicht adäquate, leicht zu lesende deutsche
Fassung umzusetzen. Die vielschichtige Struktur, der psychologische
und sprachliche Assoziationsraum des Originals bleiben immer
erkennbar. Bernhard Robben nutzt den ganzen Reichtum des Deutschen,
um das Original in einer unverkrampften, fein abgestuften
Sprache nachzuschaffen, die einen großen Lesegenuß
bietet.
Christa Schuenke eröffnet dem deutschen Leser mit ihrer
ersten modernen Übersetzung des Romans "Pierre oder
Die Doppeldeutigkeiten" den Zugang zu diesem eigenartigen,
vieldeutigen und widersprüchlichen, auch umstrittenen
Spätwerk des amerikanischen Klassikers Herman Melville.
Es gelingt ihr, sowohl die stark rhetorisch geprägten
als auch die eher lyrischen Passagen des Originals mit seinen
suggestiven Wortschöpfungen, seiner kühnen, sperrigen
Bildersprache und dem oft labyrinthischen Satzbau ohne stilistische
Glättung und Entschärfung adäquat wiederzugeben
und damit Charakter und Wirkung des Werkes genau nachzubilden.
Dabei schafft sie mit behutsamen Anklängen an historische
Sprachmuster die äußerst schwierige Balance zwischen
der Sprachebene der Entstehungszeit und modernem Deutsch.
Die Preisverleihung fand am 10. Juli 2003 im Europäischen
Übersetzer-Kollegium statt:
Anklicken und lesen:
Die Reden von Helga
Pfetsch (Sprecherin der Jury), Helmut
Frielinghaus (Laudatio für Bernhard Robben), Maike
Albath (Laudatio für Christa Schuenke) sowie von
Bernhard
Robben und Christa
Schuenke.
Europäisches Übersetzer-Kollegium
Nordrhein-Westfalen in Straelen e.V.
Kuhstraße 15-19
47638 Straelen
Tel: 0049-2834-1068
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E-Mail: euk.straelen@t-online.de
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