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Gemeinsame Pressemitteilung vom 28. Februar 2006
Aktionsbündnis von Urhebern und Verlegern: Kopieren
muss sich auch für Urheber lohnen
Das Aktionsbündnis von Urhebern und Verlegern zur Kopiervergütung
hat sich mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel
gewandt, um gegen den Referentenentwurf für ein novelliertes
Urheberrecht zu protestieren. In dem Schreiben kritisiert
das aus 15 Organisationen bestehende Aktionsbündnis,
dass die Regelungen des neuen Referentenentwurfs zu Lasten
der Urheber und ihrer Verleger nochmals verschlechtert wurden.
Die vorgesehenen Vergütungen für private Kopien
seien nicht angemessen. In dem Schreiben weist das Aktionsbündnis
auf folgende Kritikpunkte hin:
- Bemisst sich die Urheberrechtsvergütung bisher nach
der Nutzung des Gerätes, soll nach dem Referentenentwurf
ausschließlich der Gerätepreis mit einer maximalen
Obergrenze von fünf Prozent des Verkaufspreises maßgeblich
sein.
- Die Verbrauchsmaterialien, häufig teurer als die
entsprechenden Geräte, sollen nicht der Vergütungspflicht
unterliegen.
- Der Vergütungspflicht sollen nur noch solche Geräte
unterliegen, die im nennenswerten Umfang urheberrechtlich
relevante Vervielfältigungen herstellen. Werden mit
geeigneten Geräten prozentual nur wenige urheberrechtlich
geschützte Werke vervielfältigt, sollen sie ganz
vergütungsfrei bleiben. Für diesen so genannten
Bagatellbereich wird eine Obergrenze von 10 Prozent eingezogen.
Das Aktionsbündnis befürchtet, dass sich Gerätehersteller
künftig auf diese 10 Prozent-Regelung berufen und so
die Vergütungspflicht vollständig in Frage stellen
werden.
- Der Referentenentwurf trifft keine Aussagen zur längst
überfälligen Erhöhung der Vergütungen,
die seit 1985 unverändert sind.
- Die gewerbliche Wirtschaft und die Behörden werden
nicht in die Betreibervergütung mit einbezogen. Das
jedoch ist aus Sicht des Aktionsbündnisses wegen der
gewaltigen Zahlen urheberrechtsrelevanter Kopien in diesen
Bereichen verfassungsrechtlich geboten.
Das Aktionsbündnis bittet die Bundeskanzlerin in dem
Schreiben um ein persönliches Gespräch. Denn die
Urheberrechtsnovelle sei so angelegt, dass sie nicht die Urheber
und deren Auftraggeber stärkt, sondern deren Einkünfte
zugunsten der Gerätehersteller dramatisch verringern
wird.
Dem Aktionsbündnis gehören an:
AG Dokumentarfilm
Allianz deutscher Designer
Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler
Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger
Deutscher Hochschulverband
Deutscher Journalisten-Verband
P.E.N. Zentrum Deutschland
ver.di
VS (Verband deutscher Schriftsteller)
Verband Deutscher Zeitschriftenverleger
Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und
wissenschaftlicher Werke
VG Bild-Kunst
VG Wort
Ansprechpartner und Korrespondenzanschrift für das Aktionsbündnis:
Deutscher Journalisten-Verband
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Hendrik Zörner
Bei Rückfragen: Tel: 030 72 62 79 20, Fax: 030
7 26 27 92 13
zoe@djv.de
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