Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer
und wissenschaftlicher Werke e.V.
Bundessparte Übersetzer im Verband deutscher Schriftsteller
(VS) in ver.di (VdÜ)
Presseerklärung 26.3.2004
Zwei Jahre Urhebervertragsrecht - Verleger verzögern
Verhandlungen
Bilanz des VdÜ bei seiner gestrigen Pressekonferenz
auf der Leipziger Buchmesse
Erst nach überlanger Anlaufphase konnte sich
die Verlegerseite entschließen, auf der Grundlage des
neuen Urhebervertragsrechts mit den in ver.di organisierten
Schriftstellern (VS) und Übersetzern (VdÜ) Verhandlungen
über Vergütungsregeln zu beginnen. Diese Gespräche
sind nach drei Runden gescheitert, da die von Verlegerseite
eigens zu diesem Zweck gegründeten "Verlegervereinigungen"
(der Börsenverein selbst sah sich nicht mandatiert) keinen
ernsthaften Verhandlungswillen zeigten.
Inzwischen deutet alles darauf hin, dass die Buchverlage
die Umsetzung des Gesetzes mit allen Mitteln verzögern
wollen. Einem Schlichtungsverfahren suchen sich die Verleger
unter fadenscheinigen Vorwänden zu entziehen. Der VdÜ
sieht sich gezwungen, diese gesetzlich vorgesehene Option
vor dem Kammergericht in Berlin zu erwirken. Das Justizministerium
bemüht sich inzwischen, durch eine Mediation die Verhandlungen
wieder in Gang zu bringen.
Auch einzelne Verlage verweigern sich Verhandlungen mit dem
VdÜ. Unisono mit dem Börsenverein bestreiten sie
dem VdÜ inzwischen allen Ernstes die Repräsentativität.
Dabei feiert der VdÜ, der nicht nur der einzige Literaturübersetzerverband
in Deutschland ist, sondern auch über 1000 Mitglieder
zählt, in diesem Jahr immerhin sein 50jähriges Bestehen.
Allerdings konnte mit Random House gestern am Rande der Leipziger
Buchmesse ein erstes Sondierungsgespräch in konstruktivem
Rahmen geführt werden. Nach wie vor bleibt aber offen,
ob überhaupt Verhandlungen mit Einzelverlagen in Gang
kommen.
In einer Studie, deren Kurzfassung beigefügt ist, hat
das Münchener Institut für Medienforschung und Urbanistik
(IMU) die nach wie vor unbefriedigende Honorarsituation der
Literaturübersetzer untersucht und eindrucksvoll die
Notwendigkeit einer raschen Umsetzung des Urhebervertragsrechts
belegt.
Zusatz Oktober 2004: Mittlerweile steht die vollständige
Fassung des IMU-Gutachtens
als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Gerlinde Schermer-Rauwolf (Vorstand VdÜ)
T: 089 / 5232519
H: 0160-6852624
VdÜ Pressestelle
Thomas Wollermann
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