Weshalb wollen Übersetzer eigentlich immer namentlich genannt werden?

 

Jedes fremdsprachige Buch, das auf Deutsch erscheint, hat zwei Urheber: den/die Autor/in und den/die deutsche/n Übersetzer/in.

Der eine, gewissermaßen ursprüngliche Urheber wird mit absoluter Selbstverständlichkeit immer und überall genannt – klar, ohne ihn oder sie gäbe es das Buch schließlich nicht. Den zweiten Urheber, den Übersetzer, lässt man immer noch viel zu häufig unter den Tisch fallen. Wieso eigentlich?

Ohne die Arbeit und Leistung des Übersetzers gäbe es das Buch schließlich nicht auf Deutsch. Es ist eine Frage der intellektuellen Redlichkeit, Übersetzer mit der gleichen Selbstverständlichkeit zu nennen wie die Autoren: in Rezensionen und Vorankündigungen, auf Websites, bei Veranstaltungen, in Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen. Ein Hinweis in der bibliographischen Angabe, ein „übersetzt von XY“ in Klammern beim ersten Nennen des Titels im Text sollte so selbstverständlich sein wie ein Credit zum Foto.

So, wie Sie gewöhnlich den Autor nennen, den Sie zitieren, sollten Sie Ihre Leser auch wissen lassen, wer für die deutsche Version verantwortlich ist. Sie alle können uns dabei helfen, auf diese Selbstverständlichkeit hinzuarbeiten. Und wir freuen uns, wenn Sie es tun.