Seit 1994 gibt es dieses Werkstattgespräch jährlich,
etwa 80 Kolleginnen und Kollegen haben bisher teilgenommen,
viele von ihnen mehrmals. Ein ganzes Netz von Arbeitsbeziehungen
und persönlichen Freundschaften ist daraus hervorgegangen.
Die Begegnung ist aber nicht nur ein probates Mittel gegen die
Einsamkeit unserer Arbeit, sie hat sich auch als ergiebige Form
der beruflichen Fortbildung bewährt.
Das Arbeitsprinzip: Jeder Teilnehmer bringt einen Text aus
eigener Werkstatt ein, und es wird ausschließlich über
die eingebrachten Texte diskutiert. Die Veranstaltung ist
also kein „Seminar“, sondern ein kollegialer Austausch
zwischen professionellen Literaturübersetzern. Da jeder
seine eigene Art des Herangehens an die Probleme und seine
speziellen Kompetenzen hat, kann man sehr viel voneinander
lernen. Außerdem erhält man endlich ein qualifiziertes
Echo auf seine einsame Arbeit.
Besonders wertvoll ist, daß die vorgelegten Übersetzungen
in beide Richtungen gehen: aus dem Französischen ins
Deutsche und umgekehrt. Da immer Muttersprachler zugegen sind,
bleibt bei der Deutung schwieriger Passagen nie ein Rest Unsicherheit.
Die Mischung der Textarten fällt jedes Jahr anders aus,
meist ist sie recht bunt: Belletristik klassisch bis avantgardistisch,
Lyrik aus allen Epochen, Sachtext von Tulpenzucht bis Philosophie.
Die gemeinsame Verantwortlichkeit schafft eine Atmosphäre
freundschaftlicher Kollegialität, in der niemand Angst
vor einem Verriß zu haben braucht. Auch Berufsanfänger
können von der Werkstatt profitieren, sie müssen
sich allerdings schon intensiv mit den Problemen der Literaturübersetzung
auseinandergesetzt haben.
Dank der Förderung durch den Deutschen Übersetzerfonds
und das Centre de Traduction Littéraire der Universität
Lausanne können die Fahrtkosten für (max. 100 Euro)
erstattet werden. Die Unterkunft im Übersetzerkollegium
ist kostenlos.
Anreise: Montag, 15. August, ca. 18 Uhr. – Abreise:
Samstag, 20. August, ab 14 Uhr.
Anmeldung: Formlos ab sofort bis spätestens
30. Juni. Die Anmeldung gilt erst, wenn Text eingegangen
ist, der in der Werkstatt diskutiert werden soll: Etwa drei
Seiten aus einer Übersetzung, an der man gerade arbeitet,
oder die zumindest noch nicht gedruckt ist. Es soll möglichst
ein Text sein, den man selbst übersetzenswert findet.
Beizulegen ist außerdem eine kurze Charakteristik des
Autors und des Werkes, aus dem der eingereichte Text stammt
(maximal eine Seite).
Bitte:
- Bei den Fotokopien auf gute Qualität achten
- Übersetzungstext mit genügend Zeilenabstand und
rechtem Rand für Notizen
- Original und Übersetzungstext am linken Rand mit Zeilennummern
versehen
- Übersetzernamen auch auf dem Originaltext vermerken
Anmeldung und nähere Auskünfte bei:
Josef Winiger
Ortsstr. 48
D-87662, Kaltental-Blonhofen
Tel. 08344 - 1212
E-Mail: josef@winiger.de
In Frankreich auch Auskunft bei:
François Mathieu
Tel. +33 1 4656 0923
E-Mail: francois.mathieu9@libertysurf.fr |