Deutsch-Polnische Übersetzerwerkstatt im Literarischen Colloquium Berlin

20.-25. September 2005

Berlin, den 25. April 2005

Liebe Übersetzerinnen und Übersetzer polnischer Literatur!

Deutsche und russische Übersetzer kamen im Jahr 2003 im LCB und 2004 im Goethe Institut
St. Petersburg zusammen, um an Texten zu arbeiten und Erfahrungen auszutauschen. Das
Ziel dieser Werkstatt war die Schaffung einer kontinuierlichen Arbeitsbeziehung zwischen den professionellen Literaturübersetzern aus dem Deutschen ins Russische und aus dem Russischen ins Deutsche. Sechs deutsche und sechs russische Teilnehmer stellten dabei ihre aktuellen Übersetzungen zur Diskussion.

Diese beiden Übersetzerwerkstätten waren ein großer Erfolg, denn solch ein Seminar bietet die seltene Möglichkeit, immer wieder vom „besonderen Fall“ und seinen Lösungsmöglichkeiten zu den grundsätzlichen Problemen des Übersetzens zwischen zwei Sprachen überzugehen. Nur durch eine intensive Textarbeit lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die über die Lösung rein lexikalischer Probleme hinausgehen. Intuitive Arbeitsweisen werden hinterfragt, analytische Fähigkeiten und Problemlösungsstrategien geschult.

Nun ist es kein allzu fern liegender Gedanke, dieses Modell auch auf andere Sprachkonstellationen zu übertragen. Eine Deutsch-Polnische Übersetzerwerkstatt ist unser Plan, und wir sind mit den Vorarbeiten so weit vorangeschritten, dass eine Realisierung in der Woche vom 20.-25. September 2005 im LCB gesichert ist. Die S. Fischer Stiftung, das Auswärtige Amt und der Deutsche Übersetzerfonds haben ihre Unterstützung zugesagt. „Kroki“, ein Programm der S. Fischer Stiftung, ist im Begriff, die Übersetzung zahlreicher Werke der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ins Polnische voranzutreiben. Auf der polnischen Seite also ist der Gesprächsbedarf vermutlich groß, aber auch bei den Übersetzungen ins Deutsche dürften interessante Bücher in Arbeit sein, die viel hergeben für eine intensive Diskussion.

Ich möchte alle an einer Teilnahme Interessierten bitten, sich bis spätestens 15. Juni 2005 bei mir zu melden: welche (möglichst noch nicht abgeschlossene) Übersetzung möchten Sie in die gemeinsame Arbeit einbringen? Welches sind die besonderen Schwierigkeiten des vorgestellten Textes, was läßt sich an dieser Übersetzung besonders gut besprechen/demonstrieren/hinterfragen? Dazu sollten Sie ein kurzes Stück von Original und Übersetzung (10 Seiten) und ein paar biographische Informationen einreichen. Es stehen jeweils sechs Seminarplätze für deutschsprachige und für polnische Übersetzer zur Verfügung. Ein deutscher (Olaf Kühl) und ein polnischer Projektleiter (N.N.) leiten die Diskussion. Gehen mehr Bewerbungen ein, müssen wir (d.h. eine "neutraler", übersetzungskundiger Juror des LCB) eine Auswahl treffen.

Vom 20.-23. September steht der Seminarraum des LCB zur Verfügung. Wir werden für die Verpflegung sorgen, auswärtigen Teilnehmern stellen wir ein Zimmer im LCB oder ein Hotelzimmer zur Verfügung. Auch die Reisekosten übernehmen wir.
Über eine Resonanz würde ich mich sehr freuen. Gerne können Sie dieses Schreiben an Interessierte weitergeben.

Mit besten Grüßen aus dem LCB
Ihr

Jürgen Jakob Becker

Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
becker@lcb.de

Tel. 030-81699625
Fax 030-81699619

 S. Fischer Stiftung

P.S. kleiner Hinweis in eigener Sache: am 17. Juni 2005, 20 Uhr laden wir, gemeinsam mit dem Instytut Ksiazki in Krakau, zu POLOCOCKTAIL. Ein Sommerabend im LCB mit elf jungen polnischen Autoren, mit Musik und weiß-roten Cocktails. Wir erwarten Ewa Schilling, Piotr Czerski, Bartosz Lurawiecki, Wojciech Kuczok, Daniel Odija, Michal Witkowski, Mariusz Sieniewicz, Slawomir Shuty, Dorota Maslowska, Miroslaw Nahacz und Agnieszka Drotkiewicz.