textwerk
Slang & Co. Neue Topographien des Russischen
Literaturübersetzer lernen von Lexikographen
Kaum eine Sprache dürfte je in so kurzer
Zeit derartige Wandlungen erlebt haben wie das Russi-sche:
Das öffentliche Leben wurde nach dem Zusammenbruch des
Sowjetsystems neu geregelt, und diese Umgestaltung verlangte
nach neuen Begriffen. Noch stärkeren Einfluss hatte der
Wegfall der Zensur. Da wurden Tabus weggeschwemmt, die in
Russland seit jeher gegolten hatten. Eine Flut von Slang,
Kriminellenjargon und obszöner Lexik wurde an die Oberfläche
gespült – auch in die Literatur.
Obwohl diese Sprachbewegungen noch im Fluss
sind, wurden sie lexikalisch schon gut erschlos-sen. Namhafte
Lexikographen werden die Seminarteilnehmer in das sprachlche
Neuland einfüh-ren, einschlägige Hilfsmittel vorstellen
und an Textbeispielen zeigen, wie das neue Russisch im Kontext
‚funktioniert’.
Unsere Referenten :
• W.S. Jelistratow, Professor an der Moskauer Lomonossow-Universität.
Veröffentlichte u.a. zwei Argot- Wörterbücher,
eine Sammlung geflügelter Worte aus Filmen und Kommentare
zum gegenwärtigen Sprachwandel.
• Harry Walter , Sprachwissenschaftler der Universität
Greifswald, brachte mit Valerij Mokienko 2001 ein russisch-deutsches
Jargonwörterbuch heraus, außerdem zweisprachige
Sammlungen von Drogenslang und Schülersprache.
• Gasan Gusejnov, Osteuropa-Forscher und Philologe,
hat in »D.S.P.« die gesellschaftspolitische Sprache
der Sowjetzeit und der Neunziger katalogisiert und beobachtet
die Sprachentwicklungen im russischen Internet.
Leitung: Rosemarie Tietze
Termin: 5.-9. Oktober 2005
Ort und Veranstalter: Literaturhaus München.
Mit freundlicher Unterstützung von Perewest (Gemeinnützige
Gesellschaft zur Förderung von deutsch- bzw. slawischsprachigen
Übersetzungen auf literarischem und geisteswissenschaftlichem
Gebiet) und des Bundesminsteriums für Kultur und Medien.
Preis: 250 Euro für Seminar, Übernachtung
und Verpflegung
Teilnahmevoraussetzung: Berufserfahrung als Literaturübersetzer
Bewerbungsschluss: 5. September 2005
Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen
anzufordern bei:
Katrin Lange, Literaturhaus München, Salvatorplatz1,
80333 München
Tel.: 089-29 19 34-23, E-Mail: textwerk@literaturhaus-muenchen.de
Oder unter: www.literaturhaus-muenchen.de |