ZEIT-FRAGEN
Ganztägige Übersetzerfortbildung zum deutschen Tempussystem
Gehört das Doppelte Perfekt (Ich habe gegessen gehabt) den südlichen Dialekten allein an? Breitet sich das Perfekt aus? Sollten Konstruktionen wie Ich kriege geholfen, Ich bin am Aufstehen oder Er tut gar nichts verstehen dem mündlichen Sprachgebrauch vorbehalten bleiben? Wie verhalten sich überhaupt die Tempora des Schriftlichen und des Mündlichen zueinander? Ja, wie viele Zeiten gibt es im Deutschen eigentlich, sechs oder zwölf oder fünfzehn? Wie greifen Tempus, Modus und Aspekt ineinander, wie Dialekt und Hochsprache, Standard und Non-Standard und bringen das hervor, was den individuellen Stil eines Autors oder Übersetzers ausmacht? Die ganztägige Fortbildung wird gewiß nicht alle Fragen erschöpfend beantworten; sie soll vielmehr den Blick schärfen für die historisch gewachsene komplexe Schichtung des deutschen Tempussystems.
Die Leiterin der Werkstatt, Eveline Passet, ist Rundfunkautorin und Übersetzerin russischer und französischer Literatur. Neben den Romanen von Daniel Pennac hat sie unter anderem Werke von Alexander Kuprin, Wassili Rosanow, Benjamin Constant und Alphonse Daudet ins Deutsche gebracht. Sie übersetzt auch Sach-, insbesondere Kunsttexte und ist eine der AutorInnen des Dokumentarfilms „Spurwechsel – ein Film vom Übersetzen“ (2003). Sie lebt in Berlin, wo sie zusammen mit Gabriele Leupold eine Fortbildungsreihe für Übersetzer zur Geschichte der deutschen Sprache leitet.
Anmeldung bitte bis zum 30.11. im Literaturbüro unter Tel. 0761/289989 oder info@literaturbuero-freiburg.de
| Sa 05.12. | 10:00-13:00 und 15:00-18:00 | Galerie im Alten Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Teilnahmegebühr: 11,00/8,00 Euro |