Den Kurd Laßwitz Preis 2007 in der Kategorie „beste Übersetzung zur Science-Fiction ins Deutsche“ erhält Volker Oldenburg für die Übersetzung von David Mitchell, „Wolkenatlas" (Rowohlt).
`Cloud Atlas´ ist eine Collage von sechs sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten aus zwei Jahrhunderten, die recht lose miteinander verbunden sind. Der Autor betont die Verschiedenartigkeit der einzelnen Charaktere durch einen extrem variierten, dem jeweiligen Zeitalter angepassten Stil.
Wenn der Reisende in der Südsee seine Briefe in die Heimat mit nautischen Fachbegriffen seines Segelschiffes koloriert, wenn die Krimi-Autorin einen Mordfall aufgreift, der technische Sicherheitslücken in einem Kernkraftwerk vertuschen soll, wenn ein Komponist versucht, seine Werke sprachlich zu schildern, wenn ein drittklassiger Atuor plötzlich reichlich verwirrt in der Nervenheilanstalt aufwacht, wenn eine geklonte Koreanerin versucht, aus ihrer Sklaverei auszubrechen und dazu erst einmal lernen muss, sich auszudrücken, und wenn ein Hawaiianer Mitte diesen Jahrhunderts als postindustrieller Ziegenhirte mit der Technik einer zusammengebrochenen westlichen Welt konfrontiert wird, dann stellt das höchst Ansprüche an die Kenntnisse des Fachvokabulars unterschiedlichster Bereiche im Englischen und Deutschen.
Die beeindruckten Juroren, die fast immer die Höchstpunktzahl vergaben, betonen insbesondere das enorme Sprachgefühl des Übersetzers, der die brilliante Vorlage nicht nur kongenial übertragen, sondern stellenweise sogar übertroffen hat. Souverän werden sämtliche der schier unzähligen Klippen umschifft oder gemeistert: Stile, Umgangssprachen, Neologismen und altertümelndes Wissenschaftssprech – der übertragene Sog des Erzählens lässt vergessen, dass es sich um eine Übersetzung handelt.“ (Aus der Laudatio)
Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des „PentaCon“, eines literarischen Symposiums zur Science Fiction, am 8. September 2007 in Dresden im „Kulturzentrum Palitzschhof“.