Freitag, 26.1.2007, 20 Uhr
In Lesung und Gespräch: Christa Schuenke und Heidi Zerning
Moderation: Hannes Riffel
Die Übersetzung von Texten – seien sie 50 oder 300 Jahre alt – stellt
die
Frage nach der Zeitgebundenheit der Zielsprache. Immer gilt es, einen Weg
zwischen Historisierung und Aktualisierung zu finden. Zwei
Übersetzerinnen, wegen ihrer eleganten Lösungen gerade dieses
Problems
gerühmt, lesen und berichten:
Heidi Zerning präsentiert ihre Neuübersetzung von Truman Capotes
"Frühstück bei Tiffany" (Kein & Aber 2006). Es
dürfte zu jenen
Büchern gehören, die jeder zu kennen meint, die aber kaum jemand
gelesen hat. Wenn man einen Blick in die alte Übersetzung wirft,
möchte man beinahe sagen: Gott sei Dank! Bei der Neuübersetzung
galt es,
den Charme und den Witz dieses Werkes zum Leuchten zu bringen und
überdies seine Drastik hervorzukehren. Dabei sollte die Erzählung
in
ihrer Zeit belassen werden, sie spielt 1943-45.
Oft als Kinderbuch verkannt, ist „Gullivers Reisen“ (Manesse
Verlag 2006)
eine bittere Satire auf die Zustände in England unter Georg I. „Gullivers
Reisen“ wurde mehrfach ins Deutsche übersetzt, meist in gekürzter
Form,
oder in modernem Deutsch adaptiert. Christa Schuenkes von der Kritik
gefeierte Neuübersetzung vereint philologische Genauigkeit mit Lesbarkeit
und ist ein Versuch, durch behutsame Patinierung die Sprache und den
Geist des 18. Jahrhunderts aufscheinen zu lassen.
Ort:
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