9. November 2006, 20 Uhr, Literaturhaus Hamburg
ÜBERSETZER PACKEN AUS
Tod, Rausch und Taka-Tuka-Land
Die Hamburger Übersetzer/-innen Dagmar Brunow, Barbara
Mesquita und Claus Varrelmann berichten am 9. November aus
ihrer Werkstatt. Unter dem Motto Tod, Rausch und
Taka-Tuka-Land schlägt die Veranstaltung einen
weiten Bogen von der schottischen Kriminalliteratur (Ian
Rankin) über die brasilianische Gegenwartsliteratur
(Luís Fernando Veríssimo) bis hin zu einem
schwedischem Sachbuch über Astrid-Lindgren-Verfilmungen
(Petter Karlsson). Ab 20 Uhr wird im Hamburger Literaturhaus
auf diese Weise ein spannender Einblick in die Vielseitigkeit
Hamburger Übersetzer geboten. Die drei Übersetzer/-innen
sprechen über die speziellen Anforderungen und sprachlichen
Herausforderungen ihrer Originaltexte, präsentieren
Ausschnitte aus ihren Werken und beantworten Fragen aus dem
Publikum. Moderation: Ingo Herzke, Organisation: Birgit Schmitz.
Eine Veranstaltung des Hamburger Übersetzertreffens,
mit freundlicher Unterstützung des Literaturhauses Hamburg.
Die Veranstaltung im Einzelnen:
DAGMAR BRUNOW
Petter Karlsson/Johan Erséus,
Von Pippi, Michel, Karlsson & Co.
Astrid Lindgrens Filmwelt,
(schwed. Titel: Från snickerboa till Villa Villekulla) ,
Oetinger 2006
Wo stand die Villa Kunterbunt wirklich? In welchem Film
hatte Astrid Lindgren höchstpersönlich eine Gastrolle?
Was führte den Entdecker Thor Heyerdahl nach Taka-Tuka-Land?
Wie wurde bei den Dreharbeiten getrickst und geschummelt?
Und warum hat Regisseur Olle Hellbom auf Saltkrokan eine
schlaf-lose Nacht mit dem Bernhardinerhund Bootsmann verbracht?
Das Buch führt uns hinter die Kulissen von Astrid Lindgrens
Filmwelt und erzählt in Anekdoten, Interviews und Porträts
von den turbulenten Dreharbeiten zu den berühmten Lindgren-Verfilmungen.
Dagmar Brunow , gelernte Buchhändlerin, studierte
Anglistik und Skandinavistik in Hamburg sowie Theater- und
Filmwissenschaften in Lund (Schweden). Zu ihren Übersetzungen
gehören rund 30 Kinderbücher von „Niklas“ bis „Willi
Wiberg“, CD-ROMs für Kinder („Karlsson“, „Willy Werkel“ , „Mama
Muh“ ) sowie Filmliteratur („Trier über von Trier“).
Zur Zeit promoviert sie über transnationales britisches
Kino.
BARBARA MESQUITA
Luís Fernando Veríssimo,
Meyerhoffs Verschwörung,
(brasilian. Titel: O
Opositor ), Droemer 2006
Luís F. Veríssimo ist einer der renommiertesten
Autoren Brasiliens. Mit hintergründigem Witz kommentiert
er die brasilianische Gesellschaft der Gegenwart. Meyerhoffs
Verschwörung ist ein kleiner Roman, in dem der
Daumen thematisch im Mittelpunkt steht. In einer köstlichen
Persiflage auf die esoterische Literatur (z. B. eines Paulo
Coelho) rankt sich in Veríssimos Roman die abstrus-komische
Handlung um eine Sekte der Daumenlosen, mit welcher der Ich-Erzähler,
ein Journalist, bei seinen Recherchen zu halluzinogenen Pflanzen
in Manaus gleich auf zweierlei Weise in Kontakt kommt: über
die Expertin für exotische Drogen, Serena, die ihn auf
der Stelle in ihren Bann schlägt, und durch Jósef,
den Polen, einen Berufskiller, den es in den Urwald verschlagen
hat. Durch ihn wird der Erzähler in Meyerhoffs Verschwörung
eingeweiht.
Barbara Mesquita studierte nach einem mehrjährigen
Aufenthalt in Portugal in Hamburg Portugiesisch, Spanisch
und Neuere deutsche Literatur. Sie arbeitet seit vielen Jahren
als Dolmetscherin und Übersetzerin für Portugiesisch
und Spanisch in Hamburg.
CLAUS VARRELMANN
Ian Rankin, Naming of the Dead ,
(dt. Titel noch offen), Manhattan 2007
Der Schotte Ian Rankin gehört zu den renommiertesten Krimi-Autoren der
Gegenwart. Von den zwölf Bänden seiner Inspector-Rebus-Serie wurden
bislang über 10 Millionen Exemplare verkauft. Er gilt als Begründer
des Genres Tartan Noir, zu dem inzwischen auch jüngere Autoren wie Louise
Welsh und Denise Mina zählen. Naming of the Dead , sein neuester
Roman, spielt im Juli 2005. John Rebus wird von seinen Vorgesetzten schon seit
längerem dazu gedrängt, sich pensionieren zu lassen, und nur weil
in der Nähe von Edinburgh der G8-Gipfel stattfindet und all seine Kollegen
mit den damit einhergehenden Protesten beschäftigt sind, erhält er
die Erlaubnis, den scheinbaren Selbstmord eines Parlamentsabgeordneten unter
die Lupe zu nehmen ...
Claus Varrelmann hat in Hamburg Sinologie und
Geschichte studiert und übersetzt seit Ende der achtziger
Jahre aus dem Englischen, neben Ian Rankin auch Walter Mosley,
Tim Parks und V.S. Naipaul. Er wird zum Zeitpunkt der Veranstaltung
mitten in der Arbeit an der Übersetzung von Naming
of the Dead stecken.
Ingo Herzke , Moderation, hat
in Göttingen und Glasgow Anglistik und Geschichte studiert
und lebt seit einigen Jahren als Übersetzer zeitgenössischer
britischer und amerikanischer Literatur (u. a. A. L. Kennedy,
Paula Fox, Rick Moody) in Hamburg. |