Wolfenbüttel

 

VdÜ – Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und
wissenschaftlicher Werke e. V.
Bundessparte Übersetzer des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di

Bericht und Fotos Wolfenbüttel 2008 

5. Wolfenbütteler Gespräch

Jahrestagung der Literaturübersetzer  

vom 13. bis 15. Juni 2008

Eine Veranstaltung des VdÜ mit Unterstützung von
ver.di, dem Deutschen Übersetzerfonds e.V., der Bundesakademie für
kulturelle Bildung und der Stadt Wolfenbüttel.

Konzept und Organisation:
Susanne Höbel, Brigitte Jakobeit, Gertraude Krueger,
Luis Ruby, Claudia Steinitz 

PROGRAMM DES 5. WOLFENBÜTTELER GESPRÄCHS 2008


Link Anmeldung
Link Hotelreservierung

Freitag, 13. Juni


ab 13:00 Empfang und Anmeldung

Ort: Kommisse

 

15:00 Begrüßung und Eröffnung der Tagung:

Gerlinde Schermer-Rauwolf, 1. Vorsitzende des VdÜ

Grußworte

Ort: Kommisse



15:30 Ex Oriente Lux

Vortrag von Hartmut Fähndrich

Die frühe Entwicklung europäischer Universitäten ist ohne die Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische undenkbar. Auf der Iberischen Halbinsel wurden einflussreiche, jahrhundertelang genutzte Werke geschaffen – übersetzt!

Ort: Kommisse

18:00 Gemeinsames Abendessen

Ort: Restaurant Karstadt


20:00 Lesefest

Ort: Schünemannsche Mühle

anschließend Geselligkeit in und vor der Mühle

 

Lesefest - Einladung zum Mitmachen!


Nach bewährter Tradition findet unser Lesefest auch in diesem Jahr am Freitagabend statt, und wieder wird in der Mühle auf vier Ebenen aus Übersetzungen gelesen. Beginn ist 20 Uhr, das Ende, mit fließendem Übergang zu Wein im Foyer, gegen 22 Uhr. Und dies sind unsere Themen:


1. Mühlenfoyer: ... und Action!

Abenteuerromane, Agententhriller, Krimis - alles, was starke Handlung hat, kann hier geboten werden. Womöglich nichts für schwache Nerven!


2. Theaterdach: ... und meins erst!

Aufgrund des großen Erfolges im letzten Jahr gibt es eine Fortsetzung des Lesethemas Mein erstes Buch – jede/r Übersetzer/in hat eins und kann sich damit zum Vorlesen melden.


3. Wintergarten erster Stock: Texte mit Musik und Klang

Gedichte, aber auch poetische, lyrische und klangvolle Prosatexte, zum Beispiel Essays, sollen hier zum Vortrag kommen.


4. Wintergarten zweiter Stock: Kitsch As Kitsch Can

Dies ist der Ort für Liebesromane, Schnulzen und Kuschelromanzen. Nur keine Scheu, auch Kitsch will gekonnt sein.

 

Über zahlreiche Anmeldungen bis zum 30.04.2008 freuen sich Susanne Höbel, Stefanie Röder und Luis Ruby. Bitte schickt Eure Vorschläge - konkrete Textpassage (nicht länger als 20 Minuten) und Kurzinformation (Buch, Autor) - per E-Mail an uns drei (SusanneHoebel@t-online.de, stefanieroeder@gmx.de und lr@luis-ruby.de).


Samstag, 14. Juni


9:30 – 12:30 Workshops A-1 bis A-8


A-1 Skandinavisch mit Hedwig Binder

A-2 Argentinisches Spanisch mit Sabine Giersberg

A-3 Unterhaltungsliteratur mit Kristian Lutze

A-4 Kürzen und Straffen mit Rosemarie Tietze

A-5 Verlaufsformen und Partizipien mit Jochen Stremmel

A-6 Das amerikanische Bildungswesen mit Sabine Schmidt

A-7 Vorlese- und Auftrittstraining mit Thomas Lang

A-8 Lektoren und Übersetzer mit Bärbel Flad


13.00 Lounge
Hier bietet sich allen, die sich mit Kollegen und Kolleginnen treffen möchten, die Möglichkeit zum Plausch bei (selbst bezahlten) Getränken.
Ort: Schünemannsche Mühle

13:30 Führung durch die Herzog-August-Bibliothek
Um vorherige Anmeldung wird gebeten.
Treffpunkt: vor dem Bibliothekseingang

13:30 Gymnastik mit Margarete Längsfeld
Ort: Schünemannsche Mühle, Theaterdach

15:00 – 18:00 Workshops B-1 bis B-8

B-1 Englisch: Textarbeit mit Eike Schönfeld

B-2 "Francophonie"mit Beate Thill

B-3 Syntax mit Friederike Meltendorf

B-4 Alles Bio mit Andrea Kamphuis

B-5 Fingerübungen für das literarische Übersetzen mit Andreas Jandl

B-6 Wie kommt der Rhythmus aufs Papier? mitIsabel Bogdan und Miriam Mandelkow

B-7 Poker Rules the World mitWolfgang Eritt und Michael Nordhausen

B-8 Feldenkrais - Bewußtheit durch Bewegung mit Ute Birk


20:00 Verleihung des Helmut-M.-Braem-Preises

21:00 Abendessen und Party

Ort: KuBa-Halle

 


Sonntag, 15. Juni


10:00 Die Autorin trifft ihre Übersetzer
Judith Hermann im Gespräch mit Natalia Sniadanko (Ukraine) und Marisa Presas (Spanien)

Moderation: Bernhard Robben

Ort: Kommisse


13:00 Gemeinsames Mittagessen

Ort: Restaurant Karstadt


Ende der Tagung

 

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DIE WORKSHOPS


A-1 Aus dem Skandinavischen ins „Translatorische“ mit Hedwig Binder

Anglizismen sind buchstäblich in aller Munde. Dabei gibt es noch sehr viel mehr -ismen! In diesem Workshop für Übersetzerinnen und Übersetzer aus den skandinavischen Sprachen wollen wir zur Abwechslung solchen auf die Spur kommen, die wir mehr oder - eher - weniger gewollt selbst produzieren. Anhand einschlägiger Beispiele, gern aus der eigenen Praxis, werden wir uns damit befassen, wie wir die entsprechenden Stolpersteine erkennen und sie möglichst elegant umgehen können, wie wir also von sichtlich skandinavischem Deutsch zu lesbarem deutschem Deutsch kommen.

Ich bitte um Zusendung vieler Beispiele und Anregungen bis Mitte Mai an hedwig.binder@nord-com.net.

Hedwig M. Binder übersetzt seit rund zwanzig Jahren vor allem aus dem Schwedischen.

 


A-2 Argentinisches Spanisch mit Sabine Giersberg

In dem Workshop wollen wir diese Varietät des Spanischen einmal genauer unter die Lupe nehmen und Besonderheiten aufzeigen. Material wird ausgeteilt, da aber die gemeinsame Textarbeit im Mittelpunkt stehen soll, sind Beiträge von Teilnehmern, die gerade an einem Text arbeiten oder eine gelungene Übersetzung kniffeliger Stellen vorstellen möchten, sehr willkommen. Kontakt: sabine.giersberg@ibermundo.de

Für maximal 25 Teilnehmer/-innen

Sabine Giersberg ist Hispanistin und übersetzt seit zehn Jahren aus dem Spanischen und Portugiesischen.



A-3 Der raunende Beschwörer des Imperfekts (light) – Unterhaltungsliteratur übersetzen mit Kristian Lutze

In diesem Workshop wollen wir darüber reden, was Unterhaltungsliteratur überhaupt ist, welchen besonderen Produktions- und Rezeptionsbedingungen sie unterliegt und warum das für ÜbersetzerInnen wichtig sein könnte. Außerdem wollen wir lexikalische, syntaktische und stilistische Marotten betrachten, die einem (nicht nur) in Texten der Genre- und Unterhaltungsliteratur häufig begegnen, und gemeinsam ein kleines Glossar von Wendungen zusammentragen, die dauernd auftauchen und jedes Mal doof zu übersetzen sind. Ausgangssprache ist Englisch, ÜbersetzerInnen von Romanen im Präsens sind natürlich auch herzlich eingeladen.

Für maximal 30 Teilnehmer/-innen

Kristian Lutze übersetzt seit knapp 20 Jahren, immer aus dem Englischen, oft Unterhaltungsliteratur und meistens ganz gerne

 


A-4 Kürzen und Straffen mit Rosemarie Tietze

Je knapper ein Text, desto mehr Energie strahlt er aus. Nicht umsonst heißt es bei Tschechow: "Kürze ist die Schwester des Talents".

In dem Workshop sollen Strategien und Tricks besprochen werden, wie sich im Deutschen unnötige Umständlichkeiten und bremsende Weitschweifigkeiten vermeiden lassen. Und wo sie ausnahmsweise passen.

Günstig wäre, wenn die Beteiligten vor dem Workshop ein, zwei Beispiele für gelungene (gewagte?) Kürzungen schicken könnten an mascha.tietze@t-online.de

Für max. 20 Teilnehmer

Rosemarie Tietze übersetzt aus dem Russischen und gestaltet Fortbildungsseminare für Literaturübersetzer mit Zielsprache Deutsch.



A-5 Verlaufsformen und Partizipien als Übersetzungsproblem: Riding the Rap mit Jochen Stremmel

Während es im Englischen (und in einigen romanischen Sprachen) Verlaufsformen in der Hochsprache gibt, kennen wir sie im Deutschen nur in einigen Dialekten; Partizipialkonstruktionen , die in der deutschen Literatur als ungelenk, zumindest als ungewöhnlich gelten, scheinen in der amerikanischen Belletristik der letzten Jahrzehnte immer häufiger zu werden und der Erzählprosa eine neue Qualität zu verleihen.


In dem Workshop soll anhand einiger Beispiele aus Romanen Elmore Leonards diese Entwicklung nachvollzogen, nach Sinn und Zweck dieser Stilmittel und nach der Tradition gefragt werden, in der Leonard damit steht. Beispiele der Teilnehmer sind erwünscht, sowohl aus der englischen und amerikanischen als auch aus anderen Literaturen, und können vorab an stremmel@gmx.de geschickt werden.

Für maximal 30 Teilnehmer/-innen

Jochen Stremmel ist Germanist und hat in fast 20 Jahren drei Leonard-Romane übersetzt, wesentlich mehr Leonard-Übersetzungen redigierend.


A-6 Das amerikanische Bildungswesen mit Sabine Schmidt

Wer den "honor code" befolgt, ist deshalb noch lange kein "honors student", darf aber unter Umständen trotzdem der "honor society" Phi Beta Kappa beitreten. Zur Aufnahme in die studentischen Vereinigungen Kappa Sigma oder Tri Delta braucht man hingegen bloß trinkfest (Männer) oder blond (Frauen) zu sein – behaupten zumindest die Kommilitonen, die draußen bleiben mussten.

Das amerikanische Bildungswesen zeichnet sich durch eine Vielfalt an Schul- und Hochschulformen, Zugangsbedingungen, Fächern, Kursangeboten und Abschlüssen aus. Und der studentische Alltag folgt Ritualen und Gewohnheiten, die außerhalb der amerikanischen Kultur oft schwer zu verstehen sind. Der Workshop wird einen Überblick über die häufigsten Begriffe aus Schule und Universität geben sowie Gelegenheit, Fragen und Beispiele aus der Praxis zu diskutieren.

Für maximal 35 Teilnehmer/-innen

Sabine Schmidt studiert und lehrt seit 1995 an US-Hochschulen deutsche und englische Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften und sucht immer noch nach einem griffigen deutschen Ausdruck für ihren "MFA"-Abschluss.

 


A-7 Spannung, Power und Klarheit im Kopf
Vorlese- und Auftrittstraining für Übersetzerinnen und Übersetzer mit Thomas Lang

Fasziniert sind wir von Schauspielern und Schauspielerinnen, die in Film, Fernsehen und Theater ihre Texte so sprechen, als wären sie neu und wirklich in diesem Moment. Übersetzer am Schreibtisch sind sich da nicht ganz so sicher, wenn sie ihre kunstvollen und wohlformulierten Zeilen vor interessierten Zuhörern vortragen. Was wird verstanden, wie spannend, plastisch und unterhaltsam gelingt das Vortragen, das Vorlesen?

Aufgabe des Workshops ist es, einer eigenen und direkten Weise, einen Text zu sprechen, näher zu kommen. Dazu gehört eine geklärte Haltung zur inhaltlichen Aussage und die Idee von einer Situation, um die Zuhörenden zu erreichen und zu fesseln. Es gilt, illustrierende Betonungen zu vermeiden, die eigene Vorstellungskraft und individuelle Ausdrucksvielfalt zu steigern und den Wegen der Gedanken auch sprachlich zu folgen. So könnte man zu einer Sprechhaltung gelangen, die dem Sinn des Textes Geltung verschafft und das Interesse der Gegenüber hervorruft.

Ein Workshop für max. 12 Teilnehmer/-innen

Thomas Lang, Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Theaterpädagoge und Regisseur

 


A-8 Wir sitzen alle in einem Boot – Lektoren und Übersetzer mit Bärbel Flad

Anknüpfend an eine Darstellung der Arbeitsabläufe im ausländischen Lektorat soll die oft schwierige Zusammenarbeit von Übersetzern und Lektoren an Beispielen diskutiert werden. Im Zentrum steht die Frage, wie man sachlich, angstfrei und auf Augenhöhe miteinander umgeht.

Für maximal 30 Übersetzer/-innen aus allen Sprachen

Bärbel Flad war über 30 Jahre die verantwortliche Lektorin für ausländische Literatur beim Verlag Kiepenheuer & Witsch. Sie arbeitet jetzt als freie Lektorin für K & W. Zusammen mit Rosemarie Tietze leitet sie die Seminare „Wie redigiere ich mich selbst“ im EÜK, Straelen.

 

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B-1 Englische Textarbeit: Mit drei Klicks zum (Schein)Experten mit Eike Schönfeld

Als Literaturübersetzer steht man auch mal vor Fachgebieten wie Zoologie, Geologie oder gar einer ausführlichen Theorie der Entstehung von Korallenriffen. Aus dem frühen 19. Jahrhundert. Anhand von Passagen aus meiner Neuübersetzung von Charles Darwins Fahrt der Beagle sowie vieler schöner Beispiele der Workshop-Teilnehmer (bitte an eike.schoenfeld@hansenet.de) wollen wir Erfahrungen beim Recherchieren austauschen und konkret am Text arbeiten. Wie halten wir es mit der Relation von Aufwand zu Ökonomie, oder: Wie viel Gründlichkeit können wir uns leisten? Woher nehmen wir zur „harten“ Terminologie den „weichen“ Jargon? Willkommen sind auch aktuelle Fragen zu Wissensgebieten aller Art.

Ein Workshop für max. 30 möglichst englischkundige Teilnehmer/-innen.

Eike Schönfeld lebt in Hamburg und übersetzt seit 25 Jahren aus dem Englischen.

 

B-2 Übersetzungen aus der "Francophonie" mit Beate Thill


Frankophone Literatur gibt es in allen Ländern auf der Welt, in denen Französisch gesprochen wird, und noch einigen mehr, wo es französische Minderheiten gibt, wie z.B. in den USA. Quebec ist natürlich ein ganz anderer Fall ...

Im Workshop sollen (zu Hause vorbereitete) Prosatexte aus ehemaligen Kolonialländern bearbeitet werden, aus Martinique, Algerien, und, wenn die Zeit reicht, ein Gedicht aus dem Kongo.

Gemeinsam ist diesen Literaturen ein besonderer Umgang mit der französischen Sprache, sie wird syntaktisch gedehnt, rhythmisch zerhackt etc., nach den Vorbildern und Anklängen der meist oralen Tradition in der jeweils eigenen Kultur. Dieser kulturelle Hintergrund gehört ebenfalls zum Programm des Workshops.

Für höchstens 25 Teilnehmer/-innen

Beate Thill stammt aus einer deutsch-französischen Familie, engagierte sich während ihres Studiums in der Entwicklungspolitik und übersetzt seit 1983 englisch- und französischsprachige Literatur, vor allem aus den "Ländern des Südens", u.a. der AutorInnen Edouard Glissant, Assia Djebar und Tchicaya U Tam´si.


 

B-3 Syntaktiker aller Länder vereinigt euch! mit Friederike Meltendorf

In unterschiedlichen Sprachen stehen die wichtigen Informationen an unterschiedlichen Positionen im Satz. Das Deutsche verfügt zwar über relativ große Freiheiten, was den Satzbau betrifft, aber wir müssen exakt mit ihnen umgehen. Denn: Wenn der Informationsschwerpunkt nicht am richtigen Platz landet, verschwimmt der Text oder muss mit Hinweispartikeln aufgeschwemmt werden. Meist bleibt nur das schwammige
Gefühl, dass da etwas nicht stimmt.

Ausgehend von grundlegenden Funktionsmechanismen der deutschen Syntax und dem übersetzungswissenschaftlichem Ansatz von Judith Macheiner möchte ich ÜbersetzerInnen aus allen Sprachen einladen, dass wir uns jenseits von Gefühlen grammatisch bedingte Gedanken über elegante syntaktische Übersetzungslösungen machen, an denen wir sehen: In der Struktur liegt die Kraft!

Friederike Meltendorf übersetzt aus dem Russischen und Englischen und hat neben anderen Vorlieben auch eine übersetzungswissenschaftlich ausgerichtete Leidenschaft für Syntax.



B-4 Alles Bio: Naturführer, Gartenbücher und biologische Sachtexte mit Andrea Kamphuis

Natur boomt, doch nicht immer werden Biologen mit der Übersetzung einschlägiger Titel beauftragt. Wer nicht vom Fach ist, sollte die Fallen kennen. Vorsicht vor falschen Tierfreunden! Gegen die „Fruchtfliege“ ist wohl kein Kraut mehr gewachsen; „amerikanische Rotkehlchen“ und „wollige Mammuts“ lassen sich durch einen Blick in die richtigen Nachschlagewerke und Datenbanken noch aufhalten. „Leben auf Silikonbasis“ mag es rings um Hollywood geben; auf fernen Planeten sollte man eher nach Silizium Ausschau halten. Chromophor oder Chromatophor – fast dasselbe? Stamm, Stängel, Stiel, Spross und Trieb – alles eins? Wer biologische Fachtermini nicht (er)kennt, kann viel Verwirrung stiften.

Wer wohl vom Fach ist, nimmt hingegen manches für selbstverständlich, was tatsächlich erläuterungsbedürftig ist. Aber darf man das: Erläuterungen einflechten, Fachchinesisch eindeutschen?

Ein sprachübergreifender Workshop für max. 25 Sachbuchübersetzer/-innen, die sich gegenseitig auf die Sprünge helfen wollen. Bitte Fragen, Fundstücke und Problemfälle mitbringen oder vorab an info@ak-text.de schicken.

Andrea Kamphuis ist promovierte Biologin und hat zahlreiche naturwissenschaftliche Sachtexte verfasst, übersetzt und redigiert. Näheres unter www.ak-text.de.


 

B-5 Frust und Freude mit Futilitäten:
Fingerübungen für das literarische Übersetzen mit Andreas Jandl

Nonsense, Blödsinn, Kappes, Humbug, Tinnef, Mumpitz, Kokolores! Sollen ernsthafte Menschen über Sprachspiele sagen, was sie wollen – das wird kaum das Vergnügen daran schmälern. Und wie Artisten und Musiker ihre Talente täglich trainieren, können auch Übersetzer durchaus viel Zeit auf das Training ihrer Sprachfertigkeit verwenden.

In Form eines literarischen Zirkeltrainings werden wir uns dem futilen Genre annähern und im Spektrum von gepflegter Derbheit bis sanfter Subversion unsere Stärken austesten. In der Spielesammlung sind mit dabei: Schüttelreim, Limerick, Anagramm, Kalauer und einige Kostproben aus der OuLiPo-Werkstatt.

Interessenten sind herzlich eingeladen, Fundstücke oder Eigenproduktionen der oben genannten Art (1-3 Texte) vorab einzusenden.

Für maximal 25 Teilnehmer/ -innen

Andreas Jandl hat Theaterwissenschaften, Anglistik und Romanistik in Berlin und Montréal studiert. Seit 2000 arbeitet er freiberuflich als Dramaturg, Festivalorganisator und Übersetzer und ist seit 2007 Redaktionsmitglied der Onlinezeitschrift www.transcript-review.org.


 

B-6 Klappern gehört zum Handwerk oder: Wie kommt der Rhythmus aufs Papier?
mit Isabel Bogdan und Miriam Mandelkow

Übersetzen, so sagt man, ist Kopfarbeit. Aber die Füße sind auch nicht so dumm, wie sie aussehen. In manchen Phasen der Textproduktion können wichtige Impulse aus der Bewegung kommen, lassen sich Rhythmus und Textfluss spielerisch oder gar tänzerisch gestalten. Und um diese Fragen geht es in unserem Workshop: Wo kommt der Rhythmus her, und wo soll er hin? Wie können wir Rhythmus von einem bloßen Gefühl in Text übersetzen? Wie entstehen Textvariationen durch Bewegung und Improvisation? Welche Möglichkeiten haben wir, einem Satz Ausdruck zu verleihen (eine durchaus offene Frage, auf die wir hoffentlich überraschende Antworten finden)?

Mitzubringen sind eine Seite einer eigenen Übersetzung und die Bereitschaft zum Experimentieren.

Für maximal 16 Übersetzer/-innen aus allen Sprachen.

Isabel Bogdan und Miriam Mandelkow sind Übersetzerinnen (englisch) und Steptänzerinnen (amerikanisch).



B-7 Living on the edge – Poker rules the (gambling) world mit Wolfgang Eritt und Michael Nordhausen

Seit ca. 5 Jahren überrollt ein Pokerboom die Welt, den auch Experten ein Jahr vorher so nicht prognostiziert hätten. Wie kam es dazu und wie geht es weiter ? Was ist Poker und was macht gerade dieses Spiel so faszinierend ?

Nach einer Einführung in die Pokerwelt (Internet vs Realgame; Fach-Sprache; beliebte Arten, Poker zu spielen) werden die meistgespielten Pokervarianten nebst Regeln vorgestellt. Danach folgt die Praxis: ein paar Runden Poker an einem Original Pokertisch der Spielbank Bad Harzburg. Beim Spielen kommen dann viele Fragen, die natürlich beantwortet werden. Falls die Referenten es rechtzeitig schaffen, die Teilnehmer vom Pokertisch wieder wegzulocken , ist danach noch etwas Zeit, um „aus dem Nähkästchen zu plaudern „ und Fragen rund ums Thema Pokern/ Spielbank zu beantworten.

Für maximal 30 Teilnehmer/-innen

Wolgang Eritt, Pokerchef/Pokerausbilder und Michael Nordhausen, Saalchef/Coach der Spielbank Bad Harzburg sind seit 20/31 Jahren im Casino tätig. Darüber hinaus sind beide in ihrer Freizeit begeisterte Pokerspieler.

 

 

B-8 Feldenkrais - Bewußtheit durch Bewegung mit Ute Birk

„Was mich interessiert sind bewegliche Körper und bewegliche Gehirne“, sagte Dr. Moshe Feldenkrais (1904-1984). Er postulierte schon früh die Einheit von Bewegung, Sinnesempfindung, Gefühl und Denken. Je variantenreicher unser Bewegungsrepertoire ist, desto umfassender und intelligenter nutzen wir die Möglichkeiten unseres Gehirns – und umgekehrt.

Jede Feldenkrais Lektion lädt dazu ein, Bekanntes auf ungewohnte Weise zu tun und Neues zu lernen. Wir lernen mit dem ganzen Körper - anstatt gegen ihn - , ruhig, konzentriert und ohne Stress. Der Gang wird beschwingter, die Haltung aufrechter und das Sitzen müheloser. Wir koordinieren uns besser und atmen freier.

Die 3 Stunden des Kurses werden wir hauptsächlich auf dem Boden auf Matten verbringen – daher bitte an entsprechend bequeme, nicht zu leichte Kleidung und warme Socken denken. Auch eine Wolldecke als zusätzliche Unterlage kann mitgebracht werden.

Für max. 20 Teilnehmer/-innen, die nach ungewohnten Strategien suchen, sich ihren sitzenden Arbeitsalltag angenehmer und freudvoller zu gestalten.

Ute Birk ist Soziologin, Heilpraktikerin und Gilde-lizenzierte Feldenkrais-Lehrerin®.Seit 18 Jahren unterrichtet sie die Feldenkrais Methode in freier Praxis in Berlin und mit Lehraufträgen für verschiedene Institutionen. Seit 1984 lernt sie von und mit dem israelischen Tänzer und Bewegungslehrer Prof. Amos Hetz.

 

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WISSENSWERTES


Anmeldung

Bitte melden Sie sich – wenn möglich per E-Mail – bei Claudia Steinitz an: claudia.steinitz@bluewin.ch

Das Anmeldeformular nebst Erläuterungen steht ab sofort zum Download hier auf der Homepage (im Format PDF oder Word, sieh Download-Links ganz oben auf dieser Seite). Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sich per Fax (0041-44-450 19 12) oder postalisch anzumelden. Zu diesem Zweck schicken Sie bitte das ausgefüllte Anmeldeformular an:

Claudia Steinitz
Im Tiergarten 40
8055 Zürich
Schweiz

Bitte tragen Sie bei der Anmeldung unbedingt die Nummern der Workshops ein, an denen Sie teilnehmen möchten (für den Vormittag zwei Präferenzen aus A1-8, für den Nachmittag zwei Präferenzen aus B1-8). Die Workshopleiter informieren Sie rechtzeitig vor Tagungsbeginn, an welchem Workshop Sie teilnehmen.

Anmeldeschluss ist der 30. April 2008.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, können wir auch bei Anmeldungen, die vor dem Anmeldeschluss eingehen, die Teilnahme nicht garantieren.

 

Tagungspauschale

Der Preis für die Teilnahme am Tagungsprogramm inklusive 2 x Abendessen und 1 x Mittagessen

(s. Programm):

Mitglieder und Kandidaten von Bundessparte Übersetzer, VdÜ, VS, ver.di, BDÜ, AdÜ-Nord

oder Österreichischer Übersetzergemeinschaft: 60,00 €

Nichtmitglieder: 120,00 €

Sozialtarif auf Anfrage (0041-44-450 19 11)


Stornogebühren

Ab dem 15. Mai 2008 wird eine Stornogebühr von 50 %, ab dem 30. Mai 2008 von 100 % des Teilnehmerbeitrages erhoben, sofern die Plätze nicht anderweitig vergeben werden können.


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Hotelreservierung

Die Hotelreservierung erfolgt individuell durch die Teilnehmer. Eine Liste der Hotels ist beigefügt. Bitte geben Sie bei der Reservierung das Kennwort „VdÜ“ an.


Anreise

Per Bahn: über Braunschweig nach Wolfenbüttel

Per Auto: Vom Norden, Westen und Osten über BAB A 2/A 391 (Kreuz Braunschweig-Nord), A 391/A 39 (Dreieck Braunschweig-Südwest), A 39/A 395 (Kreuz Braunschweig-Süd) und A 395.

Vom Süden und Westen über BAB A 7/A 39 (Dreieck Salzgitter), A 39, Abfahrt 18 (Salzgitter-Watenstedt) in östliche Richtung auf der Schnellstraße (L 495) nach Wolfenbüttel.

Von Südosten über Bundesstraße B 79.


Empfang

Am Freitag, den 13. Juni, erhalten Sie ab 13:00 Uhr in der Kommisse im Stadtzentrum von Wolfenbüttel, Kommissstraße 5Ihre Begrüßungsmappe und Ihr Namensschild. Am Samstag steht von 09:00 bis 13:00 das Stadtmarketingbüro am Stadtmarkt 7 für Informationen bereit.


Bibliotheksführung

An der für den 14. Juni um 13:30 Uhr vorgesehenen Führung können maximal 30 Personen teilnehmen. Geben Sie Ihren Teilnahmewunsch bitte bei der Anmeldung an!



UNTERKÜNFTE


Für die Unterbringung haben wir in folgenden Hotels kostengünstige Kontingente reserviert, die Sie unter dem Kennwort „VdÜ“ buchen können (Option bis 11. Mai):



Unterkunft Telefon Preise Ü/F in €uro
pro Nacht
Lage
Parkhotel „Altes Kaffeehaus“***

Harztorwall 18, 38300 Wolfenbüttel

05331-8880 65,00 EZ / 85,00 DZ Zentrum
Hotel Tulip Inn Wolfenbüttel***

Bahnhofstr. 9, 38300 Wolfenbüttel

05331-98860 60,00 EZ / 75,00 DZ Zentrum/Bahnhof
Hotel Garni „Landhaus Dürkop“***

Alter Weg 47, 38302 Wolfenbüttel

05331-7053 53,00 EZ / 80,00 DZ 10 Fußmin. zum Zentrum
Hotel „Bayrischer Hof“ 1

Brauergildenstr. 5, 38300 Wolfenbüttel

05331-5078 50,00 EZ / 75,00 DZ Zentrum
Hotel Garni „Gaststätte Sultan“

Rosenmüllerstr. 8, 38304 Wolfenbüttel

05331-1467

28-38 EZ / 48-60 DZ

5 Fußmin. zum Zentrum

Gästehaus Werner

Dr.-Heinrich-Jasper-Str. 42, 38304 WF

05331-27188 30,00 EZ / 50,00 DZ

70,00 App.

5 Fußmin. zum Zentrum


1 Bitte lassen Sie sich vom Bayrischen Hof die Reservierung schriftlich bestätigen. In den letzten Jahren gab es gelegentlich Schwierigkeiten. zurück


Die Schünemannsche Mühle ist bereits ausgebucht.


Mittlerweile gibt es über 30 Privatvermieter in Wolfenbüttel, die gern auch für 2 Tage vermieten. Infos dazu auf der Internetseite www.wolfenbuettel-tourismus.de.

Stadtplan Wolfenbüttel

N.B. Die Ziffern im Stadtplan entsprechen nicht den aufgeführten Hotels oder im Programm angegebenen Orten.

 

 

Ein Rückblick auf Wolfenbüttel 2007:
- Programm 2007
- Bericht und Fotos 2007  

 

 

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