In der SPIEGEL-Ausgabe vom 16. Februar 2004 rügte die Literaturkritikerin und Autorin Elke Schmitter deutsche Verlage wegen mangelnder Qualität von Übersetzungen insbesondere amerikanischer Bestseller. Auch die Übersetzer selbst ließ sie dabei nicht ungeschoren.

Anlass genug, dass die Autorin nun am 26. März 2004 auf der Leipziger Buchmesse drei Kollegen zu einem Gespräch an den Spiegelstand lud, in dem es ganz konkret um die Praxis des Übersetzens ging.


Vor einem sehr interessierten Publikum erzählten Sigrid Ruschmeier, Bernhard Robben und Thomas Brovot zunächst, welche Zufälle sie zum Übersetzerberuf gebracht haben, den kaum jemand ohne Umwege ansteuert. Einig waren sich die drei erfahrenen Übersetzer, dass sich dieser Beruf nicht ohne weiteres an einer Universität, sondern vielmehr in der Praxis erlernen lässt.

Elke Schmitter fragte nach dem Umgang mit der unterschiedliche Syntax von Ausgangs- und Zielsprachen und löste eine angeregte Diskussion über die Vielfalt der Lösungen von Übersetzungsproblemen aus, unter denen der Übersetzer sich für eine entscheiden muss Bernhard Robben erklärte, warum die persönliche Freundschaft zu einem Autor die Übersetzung seiner Werke schwierig macht. Ebenso problematisch kann es sein, wenn man den Autor nicht mehr fragen kann, weil er schon lange tot ist. Wie sie sich in einem solchen Fall das Problem eines "errötenden Steins" löste, erzählte Sigrid Ruschmeier. Thomas Brovot wusste zu berichten, dass man mit zunehmender Berufserfahrung nicht schneller wird, sondern sich immer gründlicher darum bemüht, alle Facetten des Ausgangstextes ins Deutsche zu übertragen.

Bericht: Claudia Steinitz
Foto: Sabine Schäfer