Spurwechsel - Ein Film vom Übersetzen
Literaturübersetzer haben Kollegen aus Rußland
und Deutschland vor der Kamera zu ihrem Metier befragt.
Ist Ironie, etwa die so heitere wie feine Distanziertheit
eines Thomas Mann, übersetzbar? Warum wimmelt es
in russischen Texten von "Täubchen" und
"Herzchen"? Wird Kafkas Liftjunge Karl Roßmann
gegen die Schulter oder in den Hintern gestoßen?
Und wie kommt es, daß "aktualnost" und
"Aktualität" nicht dasselbe bedeuten? Spurwechsel,
ein Filmprojekt zum Länderschwerpunkt "Rußland"
der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, fragt nach
den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden
Kulturen, wie sie in den Sprachen zutage treten und von
den Übersetzern gestaltet werden. Zu Wort kommen
je fünf Literaturübersetzer aus dem Deutschen
ins Russische und umgekehrt. Da geht es um strukturelle
Differenzen zwischen den Sprachen und zugleich, unablösbar
mit diesen verbunden, um kulturhistorisch unterschiedliche
Resonanzräume. Bestimmte Wörter, sagt beispielsweise
Marina Koreneva, haben einen "Hinterhof", der
sich nicht mittransportieren lasse. Und Ilma Rakusa spricht
von den unterschiedlichen "Temperaturen" des
Russischen und des Deutschen. So erweist sich das Gespräch
über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zuletzt als
ein Vexierspiel, in dem der individuelle Stil und das
Temperament des jeweiligen Übersetzers, seine Lese-
und seine Lebenserfahrung eine nicht unerhebliche Rolle
spielen. Spurwechsel zeigt die vielfachen Brechungen,
die sich ergeben, wenn ein Text die Sprache wechselt. |

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Spurwechsel - eine Filmdokumentation
von Gabriele Leupold, Eveline Passet, Olga Radetzkaja,
Anna Schibarowa und Andreas Tretner. Ca. 93 Minuten
Die Interviewpartner: Marina Korenewa, Dorothea
Trottenberg, Sergej Romaschko, Gabriele Leupold, Solomon
Apt, Thomas Reschke, Tatjana Baskakowa, Ilma Rakusa, Michail
Rudnizki, Swetlana Geier Kamera: Jakobine Motz.
Schnitt: Stefan Stabenow
Mit freundlicher Unterstützung von: Fachbereich angewandte
Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz/Germersheim
sowie DIE FÄHRE - Sächsischer Verein zur Förderung
literarischer Übersetzung e.V.
Das Projekt wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung,
dem Deutschen Übersetzerfonds e.V. und der Senatsverwaltung
für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Spurwechsel, in Deutsch und Russisch mit deutschen Untertiteln,
kann von Privatpersonen zum Selbstkostenpreis von 20,--
Euro für die VHS- und von 25,-- Euro für die
DVD-Kopie erworben werden. Bei anderen Verwertungen Preise
bitte erfragen.
Die Mitglieder der Projektgruppe sind gern bereit, den
Film öffentlich oder im Rahmen von Seminaren und
Veranstaltungen vorzuführen.
Kontakt und Bestellungen: spurwechsel@snafu.de
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Die nächsten Aufführungen:
25. November um 18 Uhr
an der Uni Tübingen Im Theaterraum der Neuphilologischen
Fakultät, Wilhelmstraße 50
(Der Theatersaal befindet sich im Erdgeschoß der Neuphilologie,
auch 'Brechtbau' genannt, gleich rechts hinter der Cafeteria)
11. Juni 2005 um 22 Uhr
im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften
Ort: August-Boeckh-Haus, Berlin, Dorotheenstraße 65
(Nähe Friedrichstr./Unter den Linden)
16. Dezember 2004 um 19 Uhr
ifa-Galerie Berlin
Linienstrasse 139 / 140
D-10115 Berlin
Olga Radetzkaja präsentiert den Film und steht für
die Fragen und Diskussion zur Verfügung
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