Donnerstag, 29. Mai 2008, 20 Uhr
Übersetzer packen aus
LIPPENBEKENNTNISSE
Die Requisiten der wörtlichen Rede
Mit Susanna
Mende und Kristof Magnusson
Moderation:
Olga Radetzkaja und Christian Hansen
Ort: Literaturwerkstatt
Berlin, Knaackstr. 97,
D-10435 Berlin
Plastisch, witzig, spritzig, echt – einen überzeugenden Dialog erkennt jeder, aber was macht ihn aus? Wie ist er gemacht? Und lässt er sich übersetzen? Welche Möglichkeiten hat ein Übersetzer, Stimmenimitator par excellence, dem Stimmen imitierenden Autor einer fremden Welt die einheimischen Flötentöne gepflegter Unterhaltung und unflätiger Rede beizubringen?
Überhaupt: Ist das Schreiben in direkter Rede eine hohe Kunst oder kruder Naturalismus? Wie nah ist die Literatur an der sprachlichen Wirklichkeit, wenn sie sie in Anführungszeichen setzt? Oder auf die Bühne bringt? Und wo liegt eigentlich die umgangssprachliche Gürtellinie?
Erhellendes und Vorgelesenes zu diesen und anderen Fragen bieten an diesem Abend Susanna Mende und Kristof Magnusson.
Susanna Mende (*1965), Übersetzerin und Dolmetscherin (Spanisch, Englisch), studierte Hispanistin (Hamburg und Madrid), Dozentin für literarisches Übersetzen an der Uni Potsdam, gründete und leitete mehrere Jahre lang den Berliner Krimisalon. Sie liest aus ihren Übersetzungen Rosario Tijeras (Jorge Franco, Unionsverlag), Abgesoffen und Bordell der Toten (beide Carlos Eugenio López, Kein und Aber Verlag) Skorpione im eigenen Saft (Juan Bas, Frankfurter Verlagsanstalt) .
Kristof Magnusson (*1976), Autor und Übersetzer aus dem Isländischen, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität Reykjavik. Bekannt geworden ist er durch sein Stück Männerhort; sein Roman Zuhause (ausgezeichnet u.a. mit dem Literaturförderpreis der Freien und Hansestadt Hamburg) erschien 2005 bei Antje Kunstmann. Übersetzt hat er neben Lyrik (Sigurbjörg Thrastardóttir) und Stücken (Thorvaldur Thorsteinsson) auch den Roman Sturmerprobt von Einar Karasson (btb 2007).