siehe auch: Honorierung bei Verwertung einer
vorliegenden Übersetzung nach Rückfall der Rechte

Rechterückruf

Eine Unterschrift für die Ewigkeit?
Wie man Rechte an Übersetzungen zurückbekommt

Beim Übersetzen von Literatur entsteht zweierlei: die Neufassung eines Textes in einer anderen Sprache und Urheberrechte an dem neuen Text. Die Nutzungsrechte an diesem Text sind es, die der Übersetzer dem Verlag gegen Honorar einräumt. In den meisten Verträgen werden diese Nutzungsrechte für die gesamte Dauer des gesetzlichen Urheberschutzes überlassen, also bis siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Nutzungsrechte tatsächlich für diese Dauer beim Verlag verbleiben müssen. Es gibt nämlich die Möglichkeit, entweder vom gesamten Vertrag zurückzutreten oder einzelne der übertragenen Rechte zurückzurufen.

Ist es für den Verwerter von Vorteil, über möglichst viele Rechte an der Übersetzung zu verfügen, so gilt das natürlich auch für den Übersetzer. Nicht immer wird man solche zurückerhaltenen Rechte erneut gewinnbringend verwerten können, doch ist bei der langen Dauer des gesetzlichen Urheberrechts nie auszuschließen, dass so ein Fall doch einmal eintritt. Es ist daher stets ratsam, sich brachliegendes Verwertungspotenzial vom Verlag zurückzuholen, ob es sich nun um das komplette Nutzungsrecht der Übersetzung oder einzelne Nebenrechte handelt.

Die beiden wichtigsten Möglichkeiten hierzu sind im § 17 des Verlagsgesetzes (VerlG, Rücktritt vom Übersetzungsvertrag) und im § 41 Urheberrechtsgesetz (UrhG, Rückruf nicht ausgeübter Rechte) geregelt.

Einigermaßen eindeutig ist die Lage im Fall des Rücktritts nach § 17 VerlG. Ist das Buch vergriffen, so kann man einseitig vom Vertrag zurücktreten, sofern sich der Verlag nach Setzung einer angemessenen Frist nicht zur Veranstaltung einer Neuauflage entschließt. Titel, die zwar nicht mehr als gedrucktes Buch, aber noch als E-Book und/oder als Book-On-Demand angeboten werden, dürften als lieferbar gelten.

§ 41 UrhG eröffnet dagegen die Möglichkeit, auch einzelne der eingeräumten Rechte zurückzurufen, sofern sie vom Verlag nicht genutzt werden, wobei der Übersetzungsvertrag als solcher in Geltung bleibt.

Wie genau Rücktritt und Rückruf funktionieren, was es dabei zu beachten gibt, welche Voraussetzungen im Detail erfüllt sein müssen, ob und in welchen Punkten Hindernisse auftauchen können, ist genauer und ausführlicher in den Papieren "Der Rücktritt vom Übersetzungsvertrag nach § 17 Verlagsgesetz" und "Der Rechterückruf nach § 41 Urheberrechtsgesetz" erläutert, die zusammen mit Musterbriefen und weiteren juristischen Informationen von ver.di für Mitglieder des VdÜ / Bundessparte Übersetzer über folgende E-Mail-Adresse zu beziehen sind: .