„Traducir es traicionar“, sagt man in Spanien, Übersetzen ist Verrat – ist Übersetzen im Tandem ein doppelter Verrat? Kommen mehrere Übersetzer*innen der Qualität zugute, oder entsteht ein fauler Kompromiss? Wie genau gestaltet sich der Weg einer gemeinsamen Übersetzungsarbeit? Und was heißt es, wenn es dabei um Theater geht?

Im November 2021 erscheint im Berliner Neofelis Verlag die Anthologie Mauern fliegen in die Luft mit Theatertexten aus Argentinien, Chile, Kolumbien, Kuba, Mexiko und Spanien. Das Publikationsprojekt wurde von sechs Übersetzerinnen initiiert und umgesetzt, von der Stückauswahl, über Lektorate, Übersetzungen im Tandem und Übersetzungswerkstätten. Die gemeinsame Übersetzungsarbeit wurde 2020 vom Deutschen Übersetzerfonds mit einem Exzellenzstipendium gefördert. Ein zweiter Band mit Stücken aus Spanien ist für 2022 geplant.

Die Erfahrung dieses kollektiven Arbeitsprozesses soll in der Werkstatt geteilt und diskutiert, verschiedene Möglichkeiten und Formen der Zusammenarbeit ausgelotet werden. Was ist an welchem Punkt des Arbeitsprozesses sinnvoll und notwendig? Welche Hürden und Synergien ergeben sich aus dem kollektiven Arbeitsprozess? Welche konkreten Perspektiven eröffnen sich aus der Vielzahl der Blicke auf ein Übersetzungsproblem? Wie können die verschiedenen Blickwinkel von Schauspieler*innen, Dramaturg*innen, Literaturwissenschaftler*innen, Autor*innen etc. eine Übersetzung bereichern? Und wie ergänzen sich Übersetzen im Tandem, Lektorat und Übersetzungswerkstatt?

Wann und Wo? am 4. Oktober von 10.00 bis 15.00 Uhr am Instituto Cervantes, Berlin (Anmeldung bis zum 15. September)

Weitere Informationen zum Seminar finden sich in der Ausschreibung zum Seminar.