In unserer Presseschau sammeln wir Medienberichte, Beiträge und Interviews, die sich Übersetzer*innen und dem literarischen Übersetzen widmen, sowie Rezensionen, die sich ausführlicher mit stilistischen oder vergleichenden Aspekten der Übersetzung befassen. Alle verlinkten Artikel waren zum Zeitpunkt der Recherche kostenfrei im Volltext zugänglich. Sollte sich dies in Einzelfällen geändert haben oder ein relevanter Beitrag hier nicht aufgeführt sein, freuen wir uns über Hinweise an Enable JavaScript to view protected content..

Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Übersetzer und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Übersetzer und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte

Übersetzer über ihre Arbeit: Essays und Blogbeiträge

Ältere Medienlinks


Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Stand 26.01.2018

Anlässlich der aktuellen Honorarumfrage spricht die erste Vorsitzende des VdÜ, Patricia Klobusiczky, im Buchreport über die schlechte Vergütung literarischer Übersetzungen. Buchreport 49 vom 07.12.2017, Volltext nur für Abonnenten.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Deutschen Übersetzerfonds hielt die Schriftstellerin Felicitas Hoppe eine Rede über „das mächtigste Handwerk der Welt“ und das Glück, übersetzt zu werden: Was vermag, fragt sie, „die Selbstbehauptung gegen die dienende Tat“? Der Volltext findet sich auf den Seiten des Online-Kulturmagazins Schwarz auf Weiß vom 31.10.2017.

Übersetzen lohnt sich – allerdings nur immateriell, stellt die Deutsche Welle in einem Beitrag zum Internationalen Übersetzertag am 30.09.2017 fest und trägt Fakten und Zahlen rund um das literarische Übersetzen sowie „unbekannte Highlights“ zusammen.

In der Wiener Zeitung vom 27.09.2017 schreibt Edwin Baumgartner – ebenfalls anlässlich des Hieronymustags – unter anderem über die Frage, ob die Übersetzung einen eigenen Ton haben oder gar besser als das Original sein dürfe; in jedem Fall bedeute das Nachdenken über Übersetzung auch ein Nachdenken über die Bedeutung der Sprache.

Für den Südkurier (Ausgabe vom 22.08.2017) hat sich Tilmann P. Gangloff bei drei Verlagsprogrammleitern umgehört, wie sie Übersetzungsaufträge vergeben, warum Genreliteratur nicht zwangsläufig leichter zu übersetzen ist als anspruchsvolle Werke und wie mit Fehlern im Original und Wortspielen umgegangen wird.

Für die Sendung Lesart von Deutschlandfunk Kultur spricht am 21.07.2017 Frank Meyer mit der Übersetzerin und VdÜ-Vorsitzenden Patricia Klobusiczky und dem Geschäftsführer des Deutschen Übersetzerfonds Jürgen Jakob Becker. Eine Rundumschau anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Übersetzerfonds über die Qualität, das Ideal und die Honorierung des literarischen Übersetzens im historischen Vergleich.

Die Mitgliederversammlung der VG Wort hat einen neuen Verteilungsplan beschlossen, demgemäß Autor*innen 100 Prozent der Ausschüttungen erhalten, sofern sie nicht für jedes einzelne Werk freiwillig zugunsten der Verlage auf einen Teil der Vergütungen verzichten. Im Buchreport vom 20.05.2017 werden die Ergebnisse zusammengefasst. „Weihnachten, mitten im Mai“ titelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.05.2017: Die VG Wort habe ihre Existenzkrise gemeistert.


Übersetzer und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Stand 12.04.2018

Klavier-Professor Bernd Goetze hat die Briefe von Claude Debussy an seinen Verleger erstmals ins Deutsche übersetzt – ein Zeugnis des wechselvollen Lebens des Komponisten und seiner künstlerischen Überzeugungen, geschrieben mit viel Wortwitz und Ironie, wie der Übersetzer im Gespräch mit Dagmar Penzlin für den Deutschlandfunk (Sendung vom 19.03.2018) schildert und mit Beispielen veranschaulicht.

Zum 250. Todestag von Laurence Sterne erscheint im Galiani-Verlag eine Werkausgabe in der Übersetzung von Michael Walter, der sich seit 1982 dem Ausnahmeautor widmet. Aus diesem Anlass spricht der Übersetzer mit Michael Maar für den Freitag (Ausgabe 10/2018, online am 17.03.2018) und mit der taz (Besprechung von Sylvia Prahl am 18.03.2018) über die Entstehungsgeschichte der Übersetzung, die Neuübersetzung von Sternes Briefen und seinen Versuch, den Sprachduktus des Originals historisch vergleichbar nachzubilden.

Für die Magdeburger Volksstimme vom 18.03.2018 besucht Jens Haentzschel Maria Hummitzsch, die Übersetzerin und Mitbegründerin des Übersetzerzentrums auf der Leipziger Buchmesse, in ihrem Büro und befragt sie zu der Arbeit an dem Roman „Das geträumte Land“ der afrikanischen Schriftstellerin Imbolo Mbue, die Zufälle auf ihrem Berufsweg und die Sichtbarkeit der Übersetzer.

Sabine Stöhr und Juri Durkot sind für ihre Übersetzung von Serhij Zhadans „Internat“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden und sprechen mit Dorothea Westphal auf Deutschlandfunk Kultur (Sendung Zeitfragen vom 23.03.2018) u. a. darüber, dass die Gewalt in diesem Roman nicht ästhetisiert, aber in einer frischen, bildhaften Sprache dargestellt werde, die die Zumutungen des Krieges in der Ostukraine erlebbar mache. Über die Zusammenarbeit an der Übersetzung und den Stil des Autors erzählen die Preisträger auch im Interview mit dem MDR direkt nach der Preisverleihung (nachzuhören hier).

Rumänien ist Gastland der Leipziger Buchmesse, und Ernest Wichner ist für seine Übersetzung von Cătălín Mihuleacs „Oxenberg & Bergstein“ für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Über diesen Roman im Speziellen und die rumänische Literatur im Allgemeinen spricht der „Literaturvermittler im besten Sinne“ (Deutschlandfunk Kultur vom 15.03.2018) u. a. mit Janek Kronsteiner für mephisto 97.6, dem Radiosender der Leipziger Universität (Sendung vom 15.03.2018) und mit Nadine Kreuzahler für das Inforadio des RBB (Sendung quergelesen vom 11.03.2018). Auch die österreichische Kleine Zeitung berichtet am 12.03.2018 ausführlich.

Rumänien-Messeschwerpunkt zum Zweiten: Der Thüringer Allgemeinen vom 14.03.2018 gibt Georg Aescht, Übersetzer zahlreicher Romane und Lyrikbändenaus dem Rumänischen, Auskunft über den Stellenwert der rumänischen Literatur auf dem deutschsprachigen Buchmarkt, Autoren, die man kennen sollte, und die „verschärfte Nachfrage nach freiwilligen Selbstausbeutern“.

Großes Medienecho auf das Erscheinen der deutschen Ausgabe des Trump-Enthüllungsbuches „Feuer und Zorn“, für das sieben Übersetzer beauftragt wurden. Wie man sich diese Zusammenarbeit vorzustellen habe, fragt Maike Schiller (Hamburger Abendblatt vom 27.02.1018) Thomas Gunkel, der auch einiges über die übersetzerischen Herausforderungen verrät: Den Autor habe man immer mal wieder „stilistisch aufpeppen“ müssen.

In der Sendung Lesart auf Deutschlandfunk Kultur (12.02.2018) empfiehlt Larissa Bender neue Übersetzungen aus dem Arabischen und konstatiert ein leicht gestiegenes Interesse an arabischer Literatur beim deutschsprachigen Publikum. In der anderen Richtung wächst seit der Flüchtlingswelle 2015 die Nachfrage nach Übersetzungen deutscher Kinderliteratur ins Arabische u. a. für zweisprachige Ausgaben, wie Mahmoud Hassanein, Übersetzer von Paul Maars „Sams“, zu berichten weiß (u. a. in der Welt vom 18.02.2018).

Im Vorfeld einer Lesung berichtet Tobias Scheffel Annette Hoffmann für die Badische Zeitung vom 11.02.2018 über die Tagebücher Léon Werths, die er zusammen mit Barbara Heber-Schärer übersetzt hat („eine glückliche Entscheidung“), und die Notwendigkeit der Förderung eines solchen Projekts: Den „Wahnsinn“ von Recherche, Diskussion und zusätzlicher Lektüre mildere ein Arbeitsstipendium.

Für die Potsdamer Neuen Nachrichten (Ausgabe vom 09.02.2018) unterhält sich Grit Weirauch mit Bettina Abarbanell über den erst jetzt auf Deutsch veröffentlichten Roman „Angel“ (1957) der unbekannt gebliebenen Autorin Elizabeth Taylor, die feine Ironie ihrer Sprache und den frischen Ton, den sie in der Übersetzung nicht zu entstauben brauchte.

Als Klassiker des neuen Jahrtausends und literarisches Unikat gilt der siebenbändige Roman „Das Büro“ des Niederländers J. J. Voskuil, dessen letzter Teil nun auf Deutsch vorliegt. Übersetzer Gerd Busse erzählt im Gespräch mit Enno Stahl (Deutschlandfunk Kultur vom 06.02.2018) von der Schwierigkeit, einen Verlag für das Projekt zu gewinnen, und dass er sich nach Abschluss der Arbeit ein wenig wie der Protagonist nach der Pensionierung fühle.

Der letzte Band von Elena Ferrantes Neapel-Saga erscheint auf Deutsch, und Übersetzerin Karin Krieger wird in der Presse bereits als „die deutsche Ferrante“ vorgestellt. Ausführliche Gespräche über die Arbeit an den über 2000 Seiten Text und nüchterne Schlichtheit als stilistische Methode führen u. a. Andrea Gerk für Deutschlandfunk Kultur (Sendung Lesart vom 26.01.2018) und Susanne Sturzenegger für das SRF (Beitrag vom 12.02.2018). Über einen Abend mit Karin Krieger in Potsdam berichten die Potsdamer Neuen Nachrichten vom 05.03.2018.

Auf NDR Kultur (Sendung vom 29.01.2018) spricht Ursula Gräfe mit Claudia Christophersen über den neuesten Roman von Haruki Murakami und seine Kunst der vielen Erzählstränge und Anspielungen, die sie in der Übersetzung nicht aufklären oder mit eigenen Spekulationen füllen wolle.

Die 3sat-Sendung Kulturzeit vom 19.01.2018 porträtiert die Übersetzer Maralde Meyer-Minnemann und Ulrich Blumenbach in einem ausführlichen Beitrag über die Freuden und Tücken des Übersetzerberufs.

Zu Comic-Übersetzung im Allgemeinen, der Arbeit an Micky-Maus-Geschichten im Speziellen und dem Einfluss von Comic-Sprache auf die Sprachkultur befragt Karsten Kellermann in der Rheinischen Post vom 05.01.2018 den Übersetzer Markus von Hagen, der damit seinen Traumjob gefunden hat.

Präzision und Freiheit statt Pedanterie und Willkür: Kurt Steinmann gibt der Frankfurter Rundschau vom 02.01.2018 Auskunft über seine viel gepriesene Neuübersetzung von Homers „Ilias“, darunter zu seinem Bemühen, nah an der gesprochenen Sprache zu bleiben und die lyrische Form zu bewahren: „Ich nehme den Text sehr ernst.“

Auf Maja Lundes Überraschungsbestseller „Die Geschichte der Bienen“ wird Übersetzerin Ursel Allenstein oft angesprochen, wie sie dem Börsenblatt vom 29.12.2017 im Interview erzählt: „Es ist sehr schön, als Übersetzerin bemerkt zu werden.“ Der Erfolg sei zudem eine gute Grundlage, selbstbewusst in Honorarverhandlungen zu gehen.

Lektor, Übersetzer und Buchhändler Robert Schekulin spricht mit der Badischen Zeitung vom 04.12.2017 über das Übersetzen von Kriminalliteratur („eine Freude“), sinnlich-kraftvolle Sprache und die „Überproduktion von Mittelmaß und Mist“ auf dem Buchmarkt.

Für die Neue Zürcher Zeitung vom 30.11.2017 besucht Katja Baigger den „Überflieger der Schweizer Kulturszene“, Stefan Zweifel, der für eine große Sonderausgabe Marcel Prousts Einfügungen in den Druckfahnen, mithin also die Urfassung von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ übersetzt hat: Mehr Sinnlichkeit sollte der große französische Stilist in der Neufassung haben, so der Übersetzer, mehr Patina und Rhythmus.

Wie die Wendungen und Anmutungen einer entrückten Epoche in eine andere Sprache wandern, beschreibt Christa Schuenke im Gespräch mit Tanya Lieske für den Deutschlandfunk (Sendung „Büchermarkt“ vom 30.11.2017) über Jonathan Swifts Klassiker „Gullivers Reisen“.

Auf der Seite des Deutschlandfunk nachzuhören: ein Gespräch vom 25.11.2017 mit dem französischen Kinder- und Jugendbuchautor Timothée de Fombelle und seinem Übersetzer Tobias Scheffel, der von Tanya Lieske u. a. zu dem lakonisch-knappen Stil des Autors befragt wird: Man müsse sich deswegen bemühen, beim Übersetzen nicht länger und unpräziser zu sein als das Original.

Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels befragt in seiner Ausgabe vom 17.11.2017 fünf Fantasy-Übersetzerinnen und -Übersetzer zu dem Spannungsfeld zwischen Texttreue und kreativer Freiheit: Unter anderem berichtet Kirsten Borchardt von der Schatzsuche der Namensschöpfung, Ruggero Leò von Fragen an die Autoren und Karin Betz von den Herausforderung, Begriffe aus Wissenschaft und Technik aus dem Chinesischen zu übertragen.

Für die Ausgabe 46/2017 des Freitag vom 16.11.2017 unterhält sich Beate Tröger mit Sonja Finck über Annie Ernaux’ „Die Jahre“, die stilistischen Herausforderungen bei der Übertragung und die Besonderheiten des französischen „on“ gegenüber dem deutschen „man“ im poetologischen Programm einer kollektiven Autobiografie.

Alexander Diehl unterhält sich mit Übersetzer Alexander Nitzberg über die Aktualität und den Stil Daniil Charms, dessen rhythmischer Puls „nicht in so einen Einheitsbrei“ übersetzt werden dürfe (nachzulesen in der taz vom 16.11.2017).

Dichter und Übersetzer Jan Wagner spricht in der Luzerner Zeitung vom 14.11.2017 über das Übertragen von Lyrik und der Rolle der Übersetzer als „Diener und Herrscher“.

Den neuen Asterix-Band „Asterix in Italien“ nehmen zahlreiche Zeitungen zum Anlass, den langjährigen Übersetzer der Reihe, Klaus Jöken, zu porträtieren und zu seiner Arbeitsweise zu befragen, darunter die Rheinische Post vom 23.10.2017 („Unser Mann in Gallien“), die Ruhrnachrichten vom 13.10.2017 („Hier ist seine Geschichte in sieben Kapiteln“) und die Welt vom 21.10.2017, für die Marc Reichwein mit dem Übersetzer über Wortspiele und persönliche Lieblingsfiguren spricht.

Laura Meier unterhält sich für die Frankfurter Rundschau vom 16.10.2017 mit Lena Müller, die mit der prominent prämierten Übersetzung von Shumona Sinhas „Erschlagt die Armen!“ bekannt geworden ist, über ihre Arbeitsweise, die Branchenbedingungen, den Fluss beim Übersetzen – „wenn du anfängst, dir und deinem Ton zu vertrauen“ – und den Kompromiss zwischen Empathie und Distanz zum Text.

Die Rheinische Post interviewt in ihrer Ausgabe vom 16.10.2017 die Autorin und Literaturübersetzerin Susanne Goga, die es als Idealfall beschreibt, wenn man durch die Recherchen für eine Übersetzung Neues dazulernt, und über den Spielraum beim Übersetzen spricht.

Unter dem Titel „Im Kampf um jeden Satz“ lässt Sylvie Sophie-Schindler für das Wochenend-Magazin des Münchner Merkur vom 14./15.10.2017 fünf Literaturübersetzer*innen zu Wort kommen, darunter Stephan Kleiner, Übersetzer des Bestsellers „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara („eine Art Marathonlauf“), und Michaela Prinzinger, die Übersetzer auch als Brückenbauer zwischen den Kulturen begreift und sich für den griechisch-deutschen Dialog engagiert. Der gesamte Artikel ist auf ihrer Website nachzulesen.

Anlässlich des Frankreich-Schwerpunkts der Frankfurter Buchmesse spricht Maja Ellmenreich für den Deutschlandfunk (Sendung vom 11.10.2017) mit Claudia Hamm, die die Aufgabe des Übersetzens darin sieht, mit dem Material der eigenen Sprache die Spannung zwischen Inhalt und Form wiederherzustellen, die dem Originaltext innewohnt.

Im Oktober 2017 erscheint der letzte Band der Romanserie „Das Büro“ des Niederländers J. J. Voskuil in der Übersetzung von Gerd Busse, der aus diesem Anlass Florian Keisinger für das Portal fixpoetry (Beitrag vom 04.10.2017) Rede und Antwort steht – unter anderem zu den Entzugserscheinungen nach zwanzig Jahren Arbeit an einem Werk und der Herausforderung, die Finger von vermeintlichen stilistischen Verbesserungen zu lassen.

Ein ausführliches Gespräch mit der Finnisch-Übersetzerin Elina Kritzokat sendet das Kulturradio des RBB am 26.09.2017 (nachzuhören hier).

Um typisch französische Fallstricke, den Reiz der Neuübersetzung von Boris Vians „L’Écume des jours“ und Verfahren des Übersetzens dreht sich das ausführliche Gespräch zwischen Dina Netz und Übersetzer Frank Heibert für den Deutschlandfunk (Sendung „Büchermarkt“ vom 25.09.2017).

In Gedenken an den verstorbenen John Ashbery spricht Antje Deistler für den Deutschlandfunk (Sendung „Büchermarkt“ vom 04.09.2017) mit seinem Übersetzer Matthias Göritz, der die Gedichte Ashberys als „Verwandlungsmaschinen“ und „Allzweckbiografie Amerikas“ bezeichnet und über eine seiner ersten Begegnungen mit dem Dichter berichtet.

Frank Günther hat die Neuübersetzung sämtlicher Shakespeare-Werke abgeschlossen und zieht für die Neue Zürcher Zeitung vom 12.08.2017 eine Bilanz des Mammutprojekts, die zwischen „Folterkammer“ und dem „Glücksgefühl bei der Eroberung der Texte“ schwankt.

Die Frankfurter Neue Presse porträtiert in ihrer Ausgabe vom 25.07.2017 Ursula Gräfe, Übersetzerin u. a. von Haruki Murakami, die Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ neu bearbeitet hat und in dem Werk interessante Parallelen zum Stil des japanischen Bestsellerautors sieht.

Über die „Sandkörnchenunendlichkeit des Lebens“, Wörter-Schätze und das Auswandern in die Sprache unterhält sich Alex Rühle für die Süddeutsche Zeitung vom 21.07.2017 mit Karin Krieger, die er zwischen dem dritten und dem vierten Band der Neapel-Saga von Elena Ferrante in ihrem Arbeitszimmer in Berlin-Pankow besucht.

Die Neue Osnabrücker Zeitung (Ausgabe vom 20.07.2017) besucht Katharina Meyer, die zusammen mit ihrer Koübersetzerin Lena Müller den Internationalen Literaturpreis für den Roman „Tram 83“ des Kongolesen Fiston Mwanza Mujila erhalten hat, in der Buchhandlung ihrer Eltern in Bersenbrück, wo sie von der Entdeckung des Buches, der wilden Musikalität seiner Sprache und der gemeinsamen Textarbeit erzählt.

Der Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis 2017 an Simon Werle ist Thema eines Radiointerviews mit SR-Literaturredakteur Ralph Schock, der als Jurymitglied auf Werles Neuübertragung von Baudelaires „Les Fleurs du Mal“, das Werk des Preisträgers und die Frage eingeht, ob es eine Helmlé-Übersetzerschule gibt. Die Sendung im SR2 Kulturradio vom 18.07.2017 ist hier nachzuhören.

Jochen Schimmang gibt der Nordwestzeitung vom 15.07.2017 vor Erscheinen seiner Übersetzung des Romans „Der große Wahn“ von Sebastian Faulks Auskunft zu seiner Arbeitsweise, den vertraglichen Bedingungen und dem Kontakt zum Autor, der selbst froh gewesen sei, als das inhaltlich verstörende Buch abgeschlossen war.

Lena Müller erhält, diesmal gemeinsam mit Katharina Meyer, bereits zum zweiten Mal den Internationalen Literaturpreis für übersetzte Gegenwartsliteraturen für ein Werk von politischer Relevanz und dichter, rhythmischer Sprache, berichtet der Trierer Volksfreund (Ausgabe vom 08.07.2017).

Karin Betz schildert auf dem Kulturportal www.faust-kultur.de ihre Arbeit an Liao Yiwus Roman „Die Wiedergeburt der Ameisen“ und die sprachlichen und kulturellen Schwierigkeiten beim Übersetzen aus dem Chinesischen.

Die Übersetzerin Michaela Meßner erhält das Übersetzerstipendium 2017 der Stadt München, was die Süddeutsche Zeitung am 02.07.2017 zum Anlass nimmt, mit ihr über ihr bisheriges Werk, den Einstieg in den Beruf (der durch Zufall und Hartnäckigkeit gelungen sei) und das prämierte Übersetzungsprojekt zu sprechen.

Im Vorfeld einer Lesung in der Freiburger Stadtbibliothek spricht Constantin Hegel für die Badische Zeitung vom 19.06.2017 mit der vielfach geehrten Italienisch-Übersetzerin Ragni Maria Geschwend über ihren Werdegang und den neuen Roman von Claudio Magris.

Auf Deutschlandfunk Kultur (Sendung Lesart vom 09.06.2017) berichtet der iranische Übersetzer Mahmoud Hosseini Zad, der u. a. Bertolt Brecht, Judith Hermann und Peter Stamm übertragen hat, von seiner Arbeit unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen, von dem Doppelleben der Kulturschaffenden und die deutsche Verlagspolitik, für die ein iranisches Buch von Unterdrückung oder der Verachtung der Frau handeln müsse, um hierzulande verlegt zu werden.

In der Reihe „Potsdamer Schreibtische“ porträtieren die Potsdamer Neuen Nachrichten Autorinnen und Autoren aus Potsdam und stellen in ihrer Ausgabe vom 15.07.2017 die Übersetzerin Bettina Abarbanell vor, die deutsche Stimme u. a. von Jonathan Franzen und Denis Johnson. Ein Gespräch über die „Sphäre der Wörter“, die Nähe zu ihren Autoren und den Ausgleich zur fordernden geistigen Arbeit.

Zum 80. Geburtstag von Thomas Pynchon spricht SRF (Beitrag vom 08.05.2017) mit seinem Übersetzer Nikolaus Stingl über den schriftlichen Kontakt zum Autor, den Übersetzungsaufwand und darüber, was Pynchons Humor von bloßem Klamauk unterscheidet.

Eva Lüdi Kong, für ihre Übersetzung des chinesischen Klassikers „Die Reise in den Westen“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, berichtet im Gespräch mit der Badischen Zeitung vom 26.04.2017 vom übersetzerischen Einfühlungsprozess in das Werk, den umfangreichen Recherchen und der Vielschichtigkeit der Erzählung.

Die Rhein-Neckar-Zeitung vom 1.4.2017 porträtiert die mit dem Helene-Hecht-Preis ausgezeichnete Übersetzerin Sabine Giersberg: „Man muss die Stimme des Buches hören und spüren“, erklärt die Preisträgerin ihre Arbeit.

Ein Gespräch auf dem Roten Sofa in Leipzig mit Maria Hummitzsch, Cornelius Hell und Burkhard Müller über den Beitrag der ÜbersetzerInnen zum kulturellen Austausch und die Arbeitsprozesse beim Übersetzen sendet mephisto 97.6 am 26.3.2017.

Zu Martin Walsers 90. Geburtstag gratuliert im Tagesspiegel vom 24.3.2017 sein chinesischer Übersetzer Huang Liaoyu, der sich vom Autor selbst den Titel des Haus- und Hofübersetzers erbeten hat und in dessen Werken genau den Stoff findet, „den ein ebenso hedonistischer wie ehrgeiziger Übersetzer braucht“.

Für mephisto 97.6 hat Yannick Jürgens während der Leipziger Buchmesse mit Gabriele Leupold über ihre Arbeit an Andrej Platonows „Die Baugrube“ gesprochen. Das am 24.3.2017 ausgestrahlte Gespräch ist hier nachzuhören.

Anlässlich des Litauen-Schwerpunkts der Leipziger Buchmesse spricht Übersetzer Markus Roduner im dpa-Interview (Hamburger Abendblatt vom 21.3.2017 u. a.) über die litauische Sprache und Literatur und den schweren Stand kleinerer Sprachen im kommerziellen Verlagsbereich. Seine Kollegin Claudia Sinnig ist zu Gast bei MDR Kultur (Sendung vom 25.3.2017) und hat dem Börsenblatt vom 12.1.2017 zum selben Thema Auskunft gegeben.

Eva Lüdi Kong, für die erste vollständige Übersetzung von „Reise in den Westen“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, steht dem Weser-Kurier vom 7.3.2017 Rede und Antwort und freut sich, dass die Leser in China durch das Interesse in Deutschland inspiriert werden, den Klassiker für sich wiederzuentdecken. Über die Frage, wie man nicht nur Wörter, sondern auch Weltanschauungen überträgt, unterhält sich die Preisträgerin mit Kolja Mensing im Deutschlandradio Kultur (die Sendung vom 31.3.2017 gibt es hier nachzuhören). Auch auf SRF 2 Kultur kommt die Übersetzerin zu Wort, die Sendung vom 23.3.2017 ist hier online.

Eine westfälisch-englische Entdeckungsgeschichte: Übersetzerin Ilka Schlüchtermann hat ein Buch der englischen Schafbäuerin und Gastwirtin Amanda Owen in einem Hamburger Verlag untergebracht und berichtet dem Westfälischen Anzeiger (Ausgabe vom 27.2.2017) von ihrem unverhofftem Einstieg ins literarische Übersetzen.

Die Kinderzeitung der Süddeutschen (online ab 18.2.2017) befragt Dietmar Schmidt zu seinem Werdegang und der Übersetzung von „Gregs Tagebüchern“, bei der er des Öfteren laut lachen muss.

Übersetzerin Regina Keil-Sagawe spricht im Börsenblatt vom 16.2.2017 über aktuelle französische und französischsprachige Literatur, die koloniale Belastung des Begriffs „Francophonie“ und ihre Pprojekte im Vorfeld der Buchmesse.

Das Darmstädter Staatstheater inszeniert die Orestie von Aischylos in der Übersetzung von Kurt Steinmann, der im Interview mit Echo online vom 2.2.2017 seinen dokumentarischen Ansatz gegenüber den leichter sprechbaren Fassungen der Theaterleute erläutert.

Die Mexikanerin Claudia Cabrera ist als Translator in Residence im EÜK Straelen und berichtet der Rheinischen Post vom 14.1.2017 von den Projekten, die sie dort auf dem Schreibtisch hat, und dem neu gegründeten mexikanischen Übersetzerverband.

John Berger hat seinem deutschen Übersetzer Jan Drees einmal ein ganzes Buch auf Kassette gesprochen, „damit ich mir vorstellen konnte, wie er sich vorstellt, wie es klingen sollte“ – diese und weitere Erinnerungen an den verstorbenen Autor und Kritiker sind im Interview für den Deutschlandfunk vom 3.1.2017 nachzuhören und nachzulesen.


Übersetzer und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte

Stand 12.04.2018

Für die NZZ vom 12.03.2018 bespricht Niklas Bender die Neuübersetzung von François-René de Chateaubriands „Kindheit in der Bretagne“ durch Karl-Heinz Ott und kommt anhand einiger „Stilisierungstendenzen“ in der deutschen Fassung zu dem Schluss, dass die Einstufung des Autors als „Theatraliker“ eine subjektive Perspektive des Übersetzers sei.

Joshua Cohens neuer Roman „Buch der Zahlen“ wird von Jan Wilm im Tagesspiegel vom 13.02.2018 begeistert besprochen und die Übersetzung von Robin Detje, nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, als fulminant und erfindungsreich gelobt. In seiner Besprechung für die Süddeutsche Zeitung vom 14.02.2018 bemängelt Nicolas Freund hingegen Abweichungen im Ton (ist allerdings auch der Meinung, man könne bei der Bewältigung dieser Übersetzungsaufgabe nur scheitern). Im Interview mit Angela Schader für die Neue Zürcher Zeitung vom 24.03.2018 schildert der Autor seine Leseeindrücke der deutschen Fassung, in der die „sinnentleerte“ Tech-Sprache viel lebendiger wirke als im Englischen. Sein Buch sei, so das Fazit, „irgendwo zwischen mir und den Übersetzern und den Köpfen der Leser“.

Susanne von Schenck hat die Auftaktveranstaltung zu Toledo, einem Austausch- und Förderprogramm für Übersetzer, im Literarischen Colloquium Berlin besucht und ein „Fest der literarischen Übersetzung“ erlebt, das auch Berufspolitisches thematisiert (Sendung auf Deutschlandfunk Kultur vom 05.02.2018). Die Festrede von Joshua Cohen veröffentlicht die FAZ am 09.02.2018 auf Englisch im Volltext sowie in deutscher Übersetzung für Abonnenten.

Begeistert zeigt sich Rezensent Thorsten Schulte von der deutschen Neuausgabe der Screwball-Komödie „Ein abgetrennter Kopf“ von Iris Murdoch, die nicht nur vorhandenes Marktpotenzial bediene, sondern in Maria Hummitzsch’ Übersetzung auch als sprachliches Meisterwerk mit fesselnden Dialogen und unverfälschten Charakteren daherkomme. Literaturkritik.de vom 23.01.2018.

Roman Bucheli bespricht für die Neue Zürcher Zeitung vom 23.01.2018 zwei Gedichtbände, die den Übersetzern „alle Kunst und Findigkeit“ abverlangt haben: Mit rhythmischer Präzision habe Felix Philipp Ingold Pierre Chappuis ins Deutsche gebracht, mit Sprachspielereien und anderen Kunststücken sei Christoph Ferber an die Übertragung von Ugo Petrini gegangen - das Ergebnis: „zauberhaft genaue“ Gedichte.

Susanne Mayer lauscht der „großen Prosa“ Eliot Weinbergers: „Tatsächlich ist dieser Band das Werk zweier Poeten“ schreibt sie, die Übersetzerin Beatrice Faßbender gebe für Weinberger eine „Wort-Partnerin“ ab. Die Zeit vom 17.01.2018, online nur für Abonnenten.

Das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen, das „weltweit größte Begegnungszentrum für literarische Übersetzer“ feiert Jubiläum, berichtet der WDR in einem Beitrag am 20. Gründungstag, dem 10.01.2018.

Die „Opuscula moralia“ von Giacomo Leopardi sind in einer „eleganten“ Neuübersetzung von Burkhard Kroeber erschienen, bei der sich Rezensent Niklas Bender aber stilistisch noch größere Nähe zum Original gewünscht hätte, etwa im Einsatz des Semikolons als „Teil der langatmigen, geschmeidigen Periode Leopardis“. Die Besprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 04.01.2018 ist nachzulesen auf buecher.de.

„In Prousts Werkstatt“ begibt sich Jürgen Ritte für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (25.12.2017) und untersucht Stefan Zweifels Übersetzung der Korrekturfahnen des Anfangs von Prousts Romanmonument „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, die die Drucker einem „Inferno“ ausgesetzt hätten. Sein Fazit: Zweifel ziehe daraus einen „bisweilen verstörend wortwörtlichen“ Proust hervor und bringe damit auch etwas von den „knorpeligen Abstraktionen und Verdichtungen mit ins Deutsche“.

Daniel Göskes Neuübersetzung von Joseph Conrads „Die Schattenlinie“ versetzt Rezensent Jakob Hayner (Junge Welt vom 18.12.2017) in Begeisterung: Der Übersetzer habe es geschafft, „das Original nicht zum Verschwinden, sondern zum Erscheinen zu bringen“ und mit der akribischen Verwendung nautischer Fachbegriffe die Authentizität der Rede zu steigern.

Für seine Besprechung einer Ausgabe der Briefe Vincent van Goghs an seinen Bruder vergleicht Gunnar Decker einen Satz in drei verschiedenen Übersetzungen und staunt, dass ein harmloser Satz bereits so große Unterschiede im Ausdruck möglich mache. Bisweilen habe er den Eindruck, so der Rezensent, Übersetzer wollten vor allem vermeiden, anderen Übersetzungen irgendwie ähnlich zu sein. Die Neuübersetzung durch Marlene Müller-Haas und Susanne Röckel unter Mitarbeit von Andrea Prinz sei alles in allem solide, aber eher „kühl-funktional“: Neues Deutschland vom 18.12.2017.

Die Neuübersetzung des „Ilias“-Epos durch Kurt Steinmann findet großen Anklang: eine prachtvoll gestaltete Neuausgabe in frischem, entstaubtem Ton, der das nicht hoch genug zu lobende Kunststück gelingt, das Versmaß auszufüllen, ohne die Grammatik zu stark zu verbiegen, meint etwa Jan Ehlert (NDR Kultur vom 06.12.2017), von einem großen Wurf, einem „sprachlich wunderbar ungezwungenen Kunstwerk“ bei zugleich maximaler Nähe zum Original schwärmt Olaf Schmidt im Leipziger Kreuzer vom 12.12.2017. Hans-Albrecht Koch führt in der Neuen Zürcher Zeitung vom 03.11.2017 aus, dass Steinmann mit zahlreichen seit langem gebräuchlichen Fehlübersetzungen aufräumt. Und Dirk Pilz preist neben den versierten und „ungemein umsichtigen“ Homer-Übersetzungen Steinmanns auch die Neuübersetzung der Odyssee ins Englische durch Emily Wilson: Sie gebe dem Epos „den Spannungsatem einer großen Geschichte“ zurück, ohne sich an harzige, holprige Wörter zu klammern (Frankfurter Rundschau vom 26.12.2017)

Tobias Lehmkuhl bespricht für die Süddeutsche Zeitung vom 27.11.2017 zwei argentinische Gedichtbände, jeweils übertragen von Timo Berger, der sowohl mit dem technischen Vokabular bei Sergio Raimondi mühelos zurechtkommt als auch den knappen, assonanzenreichen Stil Martín Gambarottas „wagemutig, aber erfolgreich“ ins Deutsche bringt, so der Rezensent.

Einen „Hauch schmissiger deutscher Umgangssprache“ verspürt Joseph Hanimann bei der Lektüre von Frank Heiberts Neuübersetzung des Boris-Vian-Klassikers „L’Écume des jours“ und liest im Nachwort des Übersetzers nach, warum Brüche und Reibungen zum Text gehören und im Titel nun von „Gischt“ statt von „Schaum“ die Rede ist. Süddeutsche Zeitung vom 26.11.2017.

Nicht präzise genug im Ausdruck und unnötig salopp im Ton, rügt Niklas Bender die erste vollständige Übersetzung der Gedichte Pierre de Ronsards durch Georg Holzer, die mit dem Band „Sonette für Hélène“ nun im Elfenbein Verlag vorliegt; er attestiert ihr aber auch einen eingängigen Ton, der mancher „frechen oder musikalischen Note“ gerecht werde. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25.11.2017, nachzulesen auf buecher.de.

Reinhard Kaiser stellte in der Nördlinger Stadtbibliothek seine Übersetzung von Rétif de la Bretonnes „Monsieur Nicolas oder Das enthüllte Menschenherz“ vor, das er selbst als eines der „großartigsten Memoirenwerke aller Zeiten“ bezeichnet. Peter Urban war für die Augsburger Allgemeine vom 25.11.2017 dabei und bewunderte die Arbeit des Übersetzers, der das „mächtige Konvolut“ in seiner ganzen literarischen Größe präsentiert und dennoch so an heutige Lesegewohnheiten angepasst habe, dass es „von der ersten bis zur letzten Seite fesselt“. Auch Walter van Rossum (Rezension im Deutschlandfunk vom 28.09.2017), wie einfühlsam und präzise Kaiser den Tonfällen des Originals folgt und dessen Sprache ein unbestimmtes Alter verleiht.

Urs Heftrich bespricht für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.11.2017 den tschechischen Roman „Felder und Schlachtfelder“ von Vladislav Vancura, in dessen Stil sich die ganze Spielfreude der Avantgarde entladen habe – umso mehr bestaunt er die Leistung der Übersetzerin Kristina Kallert, die keine Mühe gescheut habe, um im Deutschen passende Pfeifen für die Register auf Vancuras Orgel zu finden, „von den Basstönen der Archaismen … bis zu den schrillen Klängen des Ordinären“. Nachzulesen auf buecher.de.

In der Reutlinger Stadtbibliothek erzählte der Autor und Übersetzer Klaus Modick von seiner „dienenden Tätigkeit“ des Übersetzens u. a. von Robert Louis Stevenson, und das „so witzig, farbig und temporeich, wie er schreibt“, wie Armin Knauer für den Reutlinger General-Anzeiger vom 16.11.2017 berichtet. Ebenfalls im Rahmen der Baden-Württembergischen Übersetzertage: Lesungen mit Frank Heibert, der deutschen Stimme von u. a. George Saunders, und Klaus Fritz, dem Übersetzer der Harry-Potter-Roman (Reutlinger General-Anzeiger vom 13.11.2017).

Paul Jandl sieht sich die Ausstellung zum Werk von Peter Urban im Literarischen Colloquium Berlin an: Ein Kosmos für sich sei die „furchtlose literarische Welteroberung“ dieses bedeutenden Übersetzers gewesen. Neue Zürcher Zeitung vom 31.10.2017.

Jan Wagner habe eine überzeugende Auswahl aus Matthew Sweeneys Gedichten komponiert und folge seiner Versbeschleunigung und den rhythmischen Schwüngen in der Übersetzung trotz mancher angestaubter Wortwahl sehr geschickt, schreibt Nico Bleutge über den Sweeney-Band „Hund und Mond“ bei Hanser Berlin. Süddeutsche Zeitung vom 27.10.2017.

Hans-Peter Kunisch war für die Süddeutsche Zeitung (Ausgabe vom 22.10.2017) beim Fest zum 20. Jubiläum des Deutschen Übersetzerfonds in Berlin dabei und berichtet über den Übersetzerwettbewerb zu einem Romananfang von Don DeLillo, bei dem es Pociao in ihrem Gewinnertext gelungen sei, „mit sanfter Detailarbeit“ jede Nuance zu erspüren, sowie die Debatte über das Übersetzen als dienender Kunst. Die Jurybegründung und den Werdegang Pociaos gibt der Buchmarkt vom 21.10.2017 ausführlich wieder. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die den Wettbewerb mit ausgelobt hat, zieht Ulrich Blumenbach am 22.10.2017 ein Fazit der Erkenntnisse: Qualitativ sei ein deutlicher Fortschritt zum Übersetzerwettbewerb 1965 erkennbar, es deute sich aber auch an, „dass wir mehr hermeneutische Unterweisung brauchen“.

68 Dichter haben sich auf Anregung von Jan Wagner und Tristan Marquardt an Übertragungen mittelalterlicher Lyrik gemacht – „ein Wettkampf mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen“, wie Rezensent Hans-Herbert Räkel (Süddeutsche Zeitung vom 20.10.2017) meint. Ausgehend von Wolf Biermanns „Zehn Geboten zum gediegenen Dolmetzschen“ stellt er fest, dass die Übersetzung wohl oftmals dankend „als Kunst des ironischen Überbietens“ aufgefasst worden sei. Deshalb sollten sich Lyrikinteressierte dieses „Spektakel“ auch nicht entgehen lassen.

Laura Meier verfolgt eine Diskussion auf der Frankfurter Buchmesse, bei der die Arabisch-Übersetzerin Larissa Bender und die Indonesisch-Übersetzerin Sabine Müller von der Gratwanderung zwischen Interpretation und Authentizität erzählen. Schlimme Szenen gehörten zum Berufsalltag, der Schock komme oft erst nach der Übersetzungsarbeit, berichtet Bender; vielen jungen AutorInnen gelinge mit der Übersetzung die künstlerische Flucht über die Grenzen. Frankfurter Rundschau vom 12.10.2017.

Als Stipendiat der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung nimmt Hans-Christian Oeser im Dialog mit Tobias Scheffel die Zuschauer der Antrittsvorstellung für sich ein. Es sei deutlich geworden, so Roland Stöß im Schwarzwälder Boten vom 11.10.2017, wie wertvoll und wie schwierig das Tun des Übersetzers ist.

Überfällig erscheint Volker Breidecker die Neuübersetzung von Romain Garys Roman „Du hast das Leben vor dir“, in der Christoph Roeber sich nicht scheue, die Leser so zu irritieren, wie es der Ich-Erzähler für französische Ohren eben auch tue: „Erfindungsreichtum auch im Kniffligen“ bescheinigt der Rezensent dem Übersetzer. Süddeutsche Zeitung vom 09.10.2017.

Bei einer Neuübersetzung stoßen zwei Welten aufeinander, und dabei „darf, ja muss die eigene Sprache nachgeben“, zu ihrem Vorteil, denn so öffne sie sich für neue Sinneseindrücke. Dies gelinge Elisabeth Edl in ihrer Fassung von Gustave Flauberts „Trois Contes“ virtuos, schreibt Hannelore Schlaffer in der Süddeutschen Zeitung vom 09.10.2017.

Zum Hieronymus-Tag tritt Tobias Scheffel in der letzten Veranstaltung im alten Freiburger Literaturbüro als „gläserner Übersetzer“ auf und lässt die rund zwei Dutzend mitdenkenden Gästeköpfe rauchen, wie Jürgen Reuß für die Badische Zeitung vom 06.10.2017 berichtet; in der gleichen Ausgabe gibt der Übersetzer Auskunft über die deutsch-französischen Literaturbeziehungen.

Voller Ungeschicklichkeiten sei die Übersetzung der Texte eines Autors, dem man sonst gern auf seinen manchmal etwas gewundenen Wegen folgt, klagt Helmut Mayer in seiner Besprechung von Jean-Christophe Baillys Streifzügen durch Frankreich, die unter dem Titel „Fremd gewordenes Land“ in der Übersetzung von Andreas Riehle erschienen sind. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.10.2017.

Eine ausführliche Besprechung der Neuübersetzung von Raymond Queneaus „Stilübungen“ durch das „Power-Duo der Übersetzungskunst“ Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel liefert Céline Letawe auf literaturkritik.de vom 05.10.2017 – eine „Hommage an die Sprache und ihre Möglichkeiten“.

Ein Glücksfall, findet Albrecht Buschmann in der Neuen Zürcher Zeitung vom 23.09.2017, dass Hinrich Schmidt-Henkel Jean Echenoz‘ neuen Roman „Unsere Frau in Pjöngjang“ in „tanzende deutsche Sätze“ gebracht hat, die auch Diderot gut gefallen hätten. Im Standard vom 11.12.2017 hingegen sieht sich Klaus Zeyringer das französische Original ganz genau an und vermisst in der Übersetzung die interessantesten Effekte des Textes, „in dem Sätze plötzlich in ungeahnte Sphären abzuheben vermögen“.

Simon Werles Neuübersetzung von Charles Baudelaires „Blumen des Bösen“ gefällt Rezensent Karl-Heinz Ott gerade durch einen bisweilen sperrigen Klang, der eine eigene Poesie habe; den „altertümelnden Ton“ könne man auch als Stilmittel begreifen, der zu der Welt des Gedichts passe, als ein Spannungsmoment, „das den Gedichten geschichtliche Aura verleiht und sie zugleich ins Hier und Jetzt rückt“. Neue Zürcher Zeitung vom 23.09.2017.

Von einer „berückenden Weihestunde der Literatur“ spricht Christoph Schreiner bei seinem Bericht von der Verleihung des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises an Simon Werle. Dessen Dankesrede sei „selbst ein kleines Lehrstück sprachlicher Prägnanz“ gewesen, heißt es in der Saarbrücker Zeitung vom 08.09.2017. Auch SR2 berichtet am 07.09.2017 über die Preisverleihung.

Simon Werle hat eine Neuübersetzung von Charles Baudelaires „Blumen des Bösen“ vorgelegt, die vielfach besprochen wird. Manche Rezensenten empfinden die Entscheidung für das Korsett von Reim und Versmaß als Schwäche der deutschen Fassung, während andere darin eine kongeniale Nachempfindung der Baudelaire’schen Sprache sehen (Tobias Wenzel für NDR Kultur vom 21.07.2017; Rainer Moritz für Deutschlandfunk Kultur vom 05.08.2017; Andreas Trojan für das Büchermagazin Diwan von BR 2, 02.08.2017; Eberhard Geisler für die Frankfurter Rundschau vom 31.08.2017). Jürgen Ritte präsentiert im Deutschlandfunk vom 20.08.2017 einen ausführlichen Übersetzungsvergleich zu den Fassungen von Stefan George und Rainer Maria Rilke u. a. anhand einiger Verse aus dem Gedicht „Der Albatros“.

Die Wormser Zeitung berichtet am 17.08.2017 von einer Lesung in der Buchhandlung Bornhofen, bei der Übersetzerin Ingrid Ickler Dacia Marainis „Das Mädchen und der Träumer“ vorstellt und dabei näher erläutert, wie italienische Schmonzetten funktionieren und wie man den roten Faden einer Erzählung herausarbeitet.

Als „Mitbegründer der Migrationsliteratur“ bezeichnet Birgit Koß auf Deutschlandfunk Kultur (Sendung Lesart vom 07.07.2017) Samuel Selvon, dessen Roman „The Lonely Londoners“ von 1956 jetzt in der einfühlsamen Neuübersetzung von Miriam Mandelkow erschienen ist. Die Übersetzerin habe für das stilgebende kreolisierte Englisch des Originals einen eigenen Slang entwickelt, der den Ton und den karibischen Humor genau treffe.

Für die Neue Zürcher Zeitung vom 18.06.2017 begutachtet Friedhelm Rathjen Arno Schmidts Übersetzung von Faulkners frühen Prosaskizzen, die sich „frisch und stimmig liest“, auch wenn sie den afroamerikanischen Jargon im Deutschen den damaligen Stilkonventionen folgend rassistisch umsetze.

Eine umjubelte und von „Heiterkeitsausbrüchen“ begleitete Vorführung der mit dem Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichneten Neuübersetzung von Raymond Queneaus „Stilübungen“ hat die Rheinische Post (Ausgabe vom 15.06.2017) im Europäischen Übersetzerkollegium Straelen erlebt, wo Hinrich Schmidt-Henkel und Frank Heibert mit dem Hauptpreis 2017 für ihr Lebenswerk und Thomas Weiler mit dem Förderpreis prämiert wurden. Auch die Niederrhein Nachrichten berichten am 20.06.2017 von der Feierstunde mit dem „Power-Duo der Übersetzungskunst“.

Der Islamwissenschaftler und Übersetzer Stefan Weidner hat einen Essay über den Dichter und großen Übersetzerkollegen Friedrich Rückert vorgelegt, in dem er die in der literarischen Übersetzung besonders verdichtete intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Anderen diskutiert. Die Übersetzung entfremde die eigene Muttersprache ihrer natürlichen Umgebung und schaffe sie auf gewisse Art sogar neu, zitiert Kersten Knipp in seiner Besprechung für den Deutschlandfunk vom 13.06.2017.

Frank Heibert geht mit Queneaus „Stilübungen“ auf Lesereise und präsentiert die Neuübersetzung in vielleicht nicht 99, aber doch angemessen unterschiedlichen und ungewöhnlichen Veranstaltungsformaten, etwa auf einer Neckarschifffahrt (Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung vom 13.06.2017), in einer Straßenbahn (Ostsee-Zeitung vom 29.06.2017) oder auf Gut Geissel in Langenberg (Die Glocke vom 12.06.2017).

Die Luzerner Zeitung berichtet am 12.06.2017 über die feierliche Verleihung des Zuger Übersetzer-Stipendiums 2017 an Eveline Passet und des Anerkennungspreises an Andreas Nohl.

Ein „Elementarereignis der Weltliteratur“ nennt die Neue Zürcher Zeitung vom 04.06.2017 die Veröffentlichung von Gabriel García Márquez’ „Hundert Jahre Einsamkeit“ vor 50 Jahren und berichtet u. a. anhand des „unerhörten“ ersten Satzes über die Prinzipien, von denen sich Dagmar Ploetz bei ihrer Neuübersetzung leiten ließ. In der Sendung Lesart von Deutschlandfunk Kultur am 06.06.2017 kommt die Übersetzerin selbst zu Wort.

Zum ersten Mal werden Dorothy Parkers Gedichte vollständig auf Deutsch veröffentlicht, was die Rezensenten der Süddeutschen Zeitung (Meike Fessmann am 03.06.2017) und der FAZ (Werner von Koppenfels am 27.06.2017, beide abrufbar auf buecher.de) zu der Feststellung veranlasst, dass ihre Lyrik zwar nicht zum Besten zählt, was die Autorin geschrieben hat, aber trotzdem in ihrer pointierten Knappheit „höllisch schwer“ zu übersetzen ist. Als „erfindungsreich und extrem frei“ wird Ulrich Blumenbachs Übersetzung in der SZ bewertet, in der FAZ hingegen hätte man sich noch mehr beherzten Nachschliff gewünscht.

Dagmar Ploetz hat eine Neuübersetzung von Gabriel García Márquez’ „Hundert Jahre Einsamkeit“ vorgelegt, deren Wert sich nicht im Abgleich von Vokabeln erschließe, sondern in dem lakonischeren Ton, der die vom magischen Realismus hierzulande erwartete Farbigkeit etwas zurücknehme und den Kontext anderer Werke und der Entstehungszeit berücksichtige, so Lothar Schröder in der Rheinischen Post vom 31.05.2017.

Das singuläre Schaffen des Schweizer Lyrikers Georges Halders ist nun in einer von Christoph Ferber zusammengestellten und übersetzten Auswahl zugänglich, wie die Neue Zürcher Zeitung vom 23.05.2017  in einer Besprechung der „schnörkellosen und dennoch grazil genauen“ Übersetzung berichtet.

Im Tagesspiegel vom 15.05.2017 schreibt Gregor Dotzauer über das Werk des australischen Autors Gerald Murnane, der zu den freiesten Geistern der zeitgenössischen Literatur gehöre und jetzt endlich auf Deutsch zu entdecken sei – Rainer G. Schmidts Übersetzung seines Erstlingswerks „Die Ebenen“ allerdings scheint ihm manchmal zu sehr dem Wortsinn verhaftet und übertrage die poetische Dichte zu wenig.

Marlon James’ 850-Seiten-Werk „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ ist fünf Übersetzern anzuvertraut worden, was „den Sprachbrei“ verdorben habe, urteilt Kai Spanke in seiner Rezension für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 08.05.2017 (nachzulesen auf buecher.de): Der Sound des Originals sei so verloren gegangen. Dass die Übertragung des jamaikanischen Slangs der Figuren „im Reggae-Rhythmus“ mehr als schwierig sei, räumt die Kurzkritik in der Tiroler Tageszeitung vom 21.04.2017 ein, die Lösungen werden jedoch für misslungen befunden.

Im Standard vom 11.04.2017 freut sich Ronald Pohl über die neu aufgelegte Übersetzung der frühen Prosaskizzen William Faulkners aus der Feder von Arno Schmidt, dem deutschen „Literatur-Solitär“: eine Begegnung eigensinniger Genies, in der der Rezensent eine Überfülle sprachlicher Juwelen entdeckt. In der Süddeutschen Zeitung vom 18.05.2017 schreibt Nicolas Freund über Schmidts ironisches Spiel „mit den kleinen und großen Angriffsflächen, die fast alle Übersetzungen bieten“ und lobt die Suhrkamp-Ausgabe der Faulkner-Übersetzung für das unterhaltsame Nachwort und die humorvolle Gegenüberstellung mit einem eigenen Text des Autors, in dem sich ein Literaturkritiker über die misslungene Faulkner-Übersetzung beschwert.

„Beste Reklame fürs Buch“ sei Frank Heiberts Lesung aus der Neuübersetzung von Raymond Queneaus „Stilübungen“ in Freiburg gewesen, berichtet Jürgen Reuß für die Badische Zeitung vom 01.04.2017.

Von der Verleihung des Helene-Hecht-Preises 2017 an Sabine Giersberg berichten die MRN-News vom 09.03.2017.

Die Kindergedichte der niederländischen Astrid Lindgren, der in ihrer Heimat berühmten und geliebten Annie M. G. Schmidt, sind erstmals ins Deutsche übersetzt worden. Der Dichter und Übersetzer Christian Golusda habe dabei auf wunderbare Weise das Versonnene ebenso wie das Schräge ihrer Verse in eine sehr zum Mitsingen geeignete Fassung gebracht, so Eva-Maria Magel in der FAZ vom 21.2.2017.

Einen außerordentlichen Glücksfall für die Literatur sieht Christine Hamel in Gabriele Leupolds Neuübersetzung von Andrej Platonows „Die Baugrube“ mit seinem „Sprach-Grammatik-Artefakt“, das die Übersetzerin „radikal und empfindsam“ übertragen habe (Buchvorstellung im Bayerischen Rundfunk, online nachzulesen am 11.1.2017). Zu diesem Urteil kommt auch Dirk Pilz in der Berliner Zeitung vom 8.3.2017: „Es ist, als lasse jedes Wort die Welt beben.“

„Formidabel“ findet Ulrich M. Schmid gerade wegen ihres rohen Charakters die Neuübersetzung von Dostojewskis „Aufzeichnungen“ – in Felix Philipp Ingolds Fassung kommen sie „aus dem Abseits“. So könne das Werk erstmals als literarisches Experiment eines „noch orientierungslosen Autors“ gelesen werden, ebenso wie „Der Spieler“ in der Neuübersetzung durch Alexander Nitzberg, dessen kühne Kunstgriffe der Rezensent in seiner Besprechung für die Neue Zürcher Zeitung vom 26.1.2016 ausdrücklich lobt.

Wann und wie oft muss man Klassiker neu übersetzen, fragt auch Werner von Koppenfels in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19.01.2017 (nachzulesen auf buecher.de). Anlass ist diesmal Stephen Cranes „Das offene Boot und andere Erzählungen“ in der Neufassung von Lucien Deprijck, über die der Kritiker sich trotz der erlesen schönen Gestaltung nicht uneingeschänkt freuen kann – der steife Ton wolle so gar nicht zu Crane passen.


Übersetzer über ihre Arbeit: Essays und Blogbeiträge

Stand: 12.04.2018

Im Merkur (Heft 827 vom April 2018) schreibt Claudia Hamm einen Essay über die Frage „Wem gehört ein übersetzter Text? Literaturübersetzer vor, bei und nach dem Übersetzen“. Eine Vorschau ist online frei abrufbar.

Für seine Übersetzung von Léon Werths Tagebuch „Als die Zeit stillstand“ ist Tobias Scheffel in den Heimatort des Schriftstellers gereist und berichtet für Hundertvierzehn, das Online-Magazin des S. Fischer Verlags, von seinen Erlebnissen.

Karen Nölle, die sich nach der Neuübersetzung von Ursula K. Le Guins The Dispossessed auch die berühmte Erdsee-Trilogie vornimmt, schreibt im Blog der Bücherfrauen über die Autorin, die sie im Jahr vor ihrem Tod im Rahmen einer Recherchereise besucht hat.

Für das Magazin „Drift – Zeitschrift für Recherchen“ des Literaturinstituts Hildesheim hat Ulrich Blumenbach einen ausführlichen Beitrag zu seinen Übersetzungsentscheidungen in einer Passage aus David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“ geschrieben und mit der Redaktion über seine Arbeit gesprochen. Text und Interview sind auf dem Blog mokita.de nachzulesen.

Epitext, der Blog zum Internationalen Literaturpreis für übersetzte Gegenwartsliteraturen, interviewt regelmäßig Übersetzer*innen zu ihrer Arbeit – darunter Frank Heibert und Katy Derbyshire – und bespricht die für den Preis nominierten Übersetzungen.

Für das Online-Medium tell schreibt Frank Heibert regelmäßig Beiträge aus der eigenen Übersetzerwerkstatt und übt Stil- in Form von Übersetzungskritik, so etwa in „Die literarische Stimme und der Satzbau“ vom 6.4.2017.

In einer Sonderbeilage der Neuen Zürcher Zeitung vom 11.2.2017 mit dem Titel „Die stillste Kunst“ reflektieren die Übersetzer Burkhart Kroeber, Gabriele Leupold und Ulrich Blumenbach „Warum mache ich das?“, Joachim Schulte schreibt über das Übersetzen philosophischer Texte, die Autorin Lydia Davis singt ein Loblied auf die Freuden des Übersetzens und Martin Zähringer wagt bei der Übertragung von Lyrik das Widerständige.


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