Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Übersetzer und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Übersetzer und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte


Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Anlässlich der aktuellen Honorarumfrage spricht die erste Vorsitzende des VdÜ, Patricia Klobusiczky, im Buchreport über die schlechte Vergütung literarischer Übersetzungen. Buchreport 49 vom 07.12.2017, Volltext nur für Abonnenten.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Deutschen Übersetzerfonds hielt die Schriftstellerin Felicitas Hoppe eine Rede über „das mächtigste Handwerk der Welt“ und das Glück, übersetzt zu werden: Was vermag, fragt sie, „die Selbstbehauptung gegen die dienende Tat“? Der Volltext findet sich auf den Seiten des Online-Kulturmagazins Schwarz auf Weiß vom 31.10.2017.

Übersetzen lohnt sich – allerdings nur immateriell, stellt die Deutsche Welle in einem Beitrag zum Internationalen Übersetzertag am 30.09.2017 fest und trägt Fakten und Zahlen rund um das literarische Übersetzen sowie „unbekannte Highlights“ zusammen.

In der Wiener Zeitung vom 27.09.2017 schreibt Edwin Baumgartner – ebenfalls anlässlich des Hieronymustags – unter anderem über die Frage, ob die Übersetzung einen eigenen Ton haben oder gar besser als das Original sein dürfe; in jedem Fall bedeute das Nachdenken über Übersetzung auch ein Nachdenken über die Bedeutung der Sprache.

Für den Südkurier (Ausgabe vom 22.08.2017) hat sich Tilmann P. Gangloff bei drei Verlagsprogrammleitern umgehört, wie sie Übersetzungsaufträge vergeben, warum Genreliteratur nicht zwangsläufig leichter zu übersetzen ist als anspruchsvolle Werke und wie mit Fehlern im Original und Wortspielen umgegangen wird.

Für die Sendung Lesart von Deutschlandfunk Kultur spricht am 21.07.2017 Frank Meyer mit der Übersetzerin und VdÜ-Vorsitzenden Patricia Klobusiczky und dem Geschäftsführer des Deutschen Übersetzerfonds Jürgen Jakob Becker. Eine Rundumschau anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Übersetzerfonds über die Qualität, das Ideal und die Honorierung des literarischen Übersetzens im historischen Vergleich.

Die Mitgliederversammlung der VG Wort hat einen neuen Verteilungsplan beschlossen, demgemäß Autor*innen 100 Prozent der Ausschüttungen erhalten, sofern sie nicht für jedes einzelne Werk freiwillig zugunsten der Verlage auf einen Teil der Vergütungen verzichten. Im Buchreport vom 20.05.2017 werden die Ergebnisse zusammengefasst. „Weihnachten, mitten im Mai“ titelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.05.2017: Die VG Wort habe ihre Existenzkrise gemeistert.

Was leisten Übersetzerpreise und wie arbeiten die Jurys? Das Buchhandelsmagazin BuchMarkt führt sein Sonntagsgespräch vom 30.10.2016 mit Nikolaus Hansen, Jury-Vorsitzender der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung, über die Preise der Stiftung und die sündhaft schlechte Bezahlung anspruchsvoller literarischer Übersetzungen. FAZ-Literaturchef Andreas Platthaus beklagt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 24.12.2016 die Abschaffung renommierter Preise im deutsch-französischen Literaturtransfer. Für Deutschlandradio Kultur (nachzulesen hier) berichtet Burkhard Müller am 23.3.2017 von der Juryarbeit für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung.

Zur Frankfurter Buchmesse 2016 befasst sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19.10.2016 mit dem Zustand der Buchbranche allgemein und geht auch den heutigen Anforderungen an Literaturübersetzer auf den Grund.

„Mehr Licht auf Übersetzer“: Volker Heydt spricht sich im Börsenblatt vom 27.06.2016 für die Nennung der ÜbersetzerInnen auf dem Cover aus.

Katharina Raabe, Lektorin für osteuropäische Literatur bei Suhrkamp, über ihr Netzwerk, die Zusammenarbeit mit Übersetzern und „kleine“ Sprachen auf dem deutschen Buchmarkt. Interview im Börsenblatt vom 17.06.2016.

„Meth ist nicht gleich Math“: Wie entstehen die Untertitel für eine Talkshow, die in 190 Ländern zu sehen ist? Das Medienmagazin DWDL berichtet am 14.06.2016 über die Arbeitsprozesse bei Netflix und Einsfestival.

„Warum das Geschäft mit Neuübersetzungen boomt“: Die Sendung Lesart geht im Gespräch mit Frank Meyer dem Trend zu Neuübersetzungen nach. Deutschlandradio Kultur vom 26.04.2016.

„Deutschland, Land der Dichter und Urheber“: die Reaktionen auf den Gesetzesentwurf zum Urhebervertragsrecht, DIE WELT vom 16.03.1016.

Worum geht es bei der BGH-Entscheidung zur VG-Wort-Verteilungspraxis? Das NDR-Medienmagazin ZAPP interviewt Kläger Martin Vogel vor dem Urteil. Sendung vom 02.03.2016, abrufbar auf https://www.youtube.com/watch?v=GTVcjlvR0a4.


Übersetzer und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Auf Maja Lundes Überraschungsbestseller „Die Geschichte der Bienen“ wird Übersetzerin Ursel Allenstein oft angesprochen, wie sie dem Börsenblatt vom 29.12.2017 im Interview erzählt: „Es ist sehr schön, als Übersetzerin bemerkt zu werden.“ Der Erfolg sei zudem eine gute Grundlage, selbstbewusst in Honorarverhandlungen zu gehen.

Lektor, Übersetzer und Buchhändler Robert Schekulin spricht mit der Badischen Zeitung vom 04.12.2017 über das Übersetzen von Kriminalliteratur („eine Freude“), sinnlich-kraftvolle Sprache und die „Überproduktion von Mittelmaß und Mist“ auf dem Buchmarkt.

Für die Neue Zürcher Zeitung vom 30.11.2017 besucht Katja Baigger den „Überflieger der Schweizer Kulturszene“, Stefan Zweifel, der für eine große Sonderausgabe Marcel Prousts Einfügungen in den Druckfahnen, mithin also die Urfassung von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ übersetzt hat: Mehr Sinnlichkeit sollte der große französische Stilist in der Neufassung haben, so der Übersetzer, mehr Patina und Rhythmus.

Wie die Wendungen und Anmutungen einer entrückten Epoche in eine andere Sprache wandern, beschreibt Christa Schuenke im Gespräch mit Tanya Lieske für den Deutschlandfunk (Sendung „Büchermarkt“ vom 30.11.2017) über Jonathan Swifts Klassiker „Gullivers Reisen“.

Auf der Seite des Deutschlandfunk nachzuhören: ein Gespräch vom 25.11.2017 mit dem französischen Kinder- und Jugendbuchautor Timothée de Fombelle und seinem Übersetzer Tobias Scheffel, der von Tanya Lieske u. a. zu dem lakonisch-knappen Stil des Autors befragt wird: Man müsse sich deswegen bemühen, beim Übersetzen nicht länger und unpräziser zu sein als das Original.

Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels befragt in seiner Ausgabe vom 17.11.2017 fünf Fantasy-Übersetzerinnen und -Übersetzer zu dem Spannungsfeld zwischen Texttreue und kreativer Freiheit: Unter anderem berichtet Kirsten Borchardt von der Schatzsuche der Namensschöpfung, Ruggero Leò von Fragen an die Autoren und Karin Betz von den Herausforderung, Begriffe aus Wissenschaft und Technik aus dem Chinesischen zu übertragen.

Für die Ausgabe 46/2017 des Freitag vom 16.11.2017 unterhält sich Beate Tröger mit Sonja Finck über Annie Ernaux’ „Die Jahre“, die stilistischen Herausforderungen bei der Übertragung und die Besonderheiten des französischen „on“ gegenüber dem deutschen „man“ im poetologischen Programm einer kollektiven Autobiografie.

Alexander Diehl unterhält sich mit Übersetzer Alexander Nitzberg über die Aktualität und den Stil Daniil Charms, dessen rhythmischer Puls „nicht in so einen Einheitsbrei“ übersetzt werden dürfe (nachzulesen in der taz vom 16.11.2017).

Dichter und Übersetzer Jan Wagner spricht in der Luzerner Zeitung vom 14.11.2017 über das Übertragen von Lyrik und der Rolle der Übersetzer als „Diener und Herrscher“.

Den neuen Asterix-Band „Asterix in Italien“ nehmen zahlreiche Zeitungen zum Anlass, den langjährigen Übersetzer der Reihe, Klaus Jöken, zu porträtieren und zu seiner Arbeitsweise zu befragen, darunter die Rheinische Post vom 23.10.2017 („Unser Mann in Gallien“), die Ruhrnachrichten vom 13.10.2017 („Hier ist seine Geschichte in sieben Kapiteln“) und die Welt vom 21.10.2017, für die Marc Reichwein mit dem Übersetzer über Wortspiele und persönliche Lieblingsfiguren spricht.

Laura Meier unterhält sich für die Frankfurter Rundschau vom 16.10.2017 mit Lena Müller, die mit der prominent prämierten Übersetzung von Shumona Sinhas „Erschlagt die Armen!“ bekannt geworden ist, über ihre Arbeitsweise, die Branchenbedingungen, den Fluss beim Übersetzen – „wenn du anfängst, dir und deinem Ton zu vertrauen“ – und den Kompromiss zwischen Empathie und Distanz zum Text.

Die Rheinische Post interviewt in ihrer Ausgabe vom 16.10.2017 die Autorin und Literaturübersetzerin Susanne Goga, die es als Idealfall beschreibt, wenn man durch die Recherchen für eine Übersetzung Neues dazulernt, und über den Spielraum beim Übersetzen spricht.

Unter dem Titel „Im Kampf um jeden Satz“ lässt Sylvie Sophie-Schindler für das Wochenend-Magazin des Münchner Merkur vom 14./15.10.2017 fünf Literaturübersetzer*innen zu Wort kommen, darunter Stephan Kleiner, Übersetzer des Bestsellers „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara („eine Art Marathonlauf“), und Michaela Prinzinger, die Übersetzer auch als Brückenbauer zwischen den Kulturen begreift und sich für den griechisch-deutschen Dialog engagiert. Der gesamte Artikel ist auf ihrer Website nachzulesen.

Anlässlich des Frankreich-Schwerpunkts der Frankfurter Buchmesse spricht Maja Ellmenreich für den Deutschlandfunk (Sendung vom 11.10.2017) mit Claudia Hamm, die die Aufgabe des Übersetzens darin sieht, mit dem Material der eigenen Sprache die Spannung zwischen Inhalt und Form wiederherzustellen, die dem Originaltext innewohnt.

Im Oktober 2017 erscheint der letzte Band der Romanserie „Das Büro“ des Niederländers J. J. Voskuil in der Übersetzung von Gerd Busse, der aus diesem Anlass Florian Keisinger für das Portal fixpoetry (Beitrag vom 04.10.2017) Rede und Antwort steht – unter anderem zu den Entzugserscheinungen nach zwanzig Jahren Arbeit an einem Werk und der Herausforderung, die Finger von vermeintlichen stilistischen Verbesserungen zu lassen.

Ein ausführliches Gespräch mit der Finnisch-Übersetzerin Elina Kritzokat sendet das Kulturradio des RBB am 26.09.2017 (nachzuhören hier).

Um typisch französische Fallstricke, den Reiz der Neuübersetzung von Boris Vians „L’Écume des jours“ und Verfahren des Übersetzens dreht sich das ausführliche Gespräch zwischen Dina Netz und Übersetzer Frank Heibert für den Deutschlandfunk (Sendung „Büchermarkt“ vom 25.09.2017).

In Gedenken an den verstorbenen John Ashbery spricht Antje Deistler für den Deutschlandfunk (Sendung „Büchermarkt“ vom 04.09.2017) mit seinem Übersetzer Matthias Göritz, der die Gedichte Ashberys als „Verwandlungsmaschinen“ und „Allzweckbiografie Amerikas“ bezeichnet und über eine seiner ersten Begegnungen mit dem Dichter berichtet.

Frank Günther hat die Neuübersetzung sämtlicher Shakespeare-Werke abgeschlossen und zieht für die Neue Zürcher Zeitung vom 12.08.2017 eine Bilanz des Mammutprojekts, die zwischen „Folterkammer“ und dem „Glücksgefühl bei der Eroberung der Texte“ schwankt.

Die Frankfurter Neue Presse porträtiert in ihrer Ausgabe vom 25.07.2017 Ursula Gräfe, Übersetzerin u. a. von Haruki Murakami, die Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ neu bearbeitet hat und in dem Werk interessante Parallelen zum Stil des japanischen Bestsellerautors sieht.

Über die „Sandkörnchenunendlichkeit des Lebens“, Wörter-Schätze und das Auswandern in die Sprache unterhält sich Alex Rühle für die Süddeutsche Zeitung vom 21.07.2017 mit Karin Krieger, die er zwischen dem dritten und dem vierten Band der Neapel-Saga von Elena Ferrante in ihrem Arbeitszimmer in Berlin-Pankow besucht.

Die Neue Osnabrücker Zeitung (Ausgabe vom 20.07.2017) besucht Katharina Meyer, die zusammen mit ihrer Koübersetzerin Lena Müller den Internationalen Literaturpreis für den Roman „Tram 83“ des Kongolesen Fiston Mwanza Mujila erhalten hat, in der Buchhandlung ihrer Eltern in Bersenbrück, wo sie von der Entdeckung des Buches, der wilden Musikalität seiner Sprache und der gemeinsamen Textarbeit erzählt.

Der Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis 2017 an Simon Werle ist Thema eines Radiointerviews mit SR-Literaturredakteur Ralph Schock, der als Jurymitglied auf Werles Neuübertragung von Baudelaires „Les Fleurs du Mal“, das Werk des Preisträgers und die Frage eingeht, ob es eine Helmlé-Übersetzerschule gibt. Die Sendung im SR2 Kulturradio vom 18.07.2017 ist hier nachzuhören.

Jochen Schimmang gibt der Nordwestzeitung vom 15.07.2017 vor Erscheinen seiner Übersetzung des Romans „Der große Wahn“ von Sebastian Faulks Auskunft zu seiner Arbeitsweise, den vertraglichen Bedingungen und dem Kontakt zum Autor, der selbst froh gewesen sei, als das inhaltlich verstörende Buch abgeschlossen war.

Lena Müller erhält, diesmal gemeinsam mit Katharina Meyer, bereits zum zweiten Mal den Internationalen Literaturpreis für übersetzte Gegenwartsliteraturen für ein Werk von politischer Relevanz und dichter, rhythmischer Sprache, berichtet der Trierer Volksfreund (Ausgabe vom 08.07.2017).

Karin Betz schildert auf dem Kulturportal www.faust-kultur.de ihre Arbeit an Liao Yiwus Roman „Die Wiedergeburt der Ameisen“ und die sprachlichen und kulturellen Schwierigkeiten beim Übersetzen aus dem Chinesischen.

Die Übersetzerin Michaela Meßner erhält das Übersetzerstipendium 2017 der Stadt München, was die Süddeutsche Zeitung am 02.07.2017 zum Anlass nimmt, mit ihr über ihr bisheriges Werk, den Einstieg in den Beruf (der durch Zufall und Hartnäckigkeit gelungen sei) und das prämierte Übersetzungsprojekt zu sprechen.

Im Vorfeld einer Lesung in der Freiburger Stadtbibliothek spricht Constantin Hegel für die Badische Zeitung vom 19.06.2017 mit der vielfach geehrten Italienisch-Übersetzerin Ragni Maria Geschwend über ihren Werdegang und den neuen Roman von Claudio Magris.

Auf Deutschlandfunk Kultur (Sendung Lesart vom 09.06.2017) berichtet der iranische Übersetzer Mahmoud Hosseini Zad, der u. a. Bertolt Brecht, Judith Hermann und Peter Stamm übertragen hat, von seiner Arbeit unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen, von dem Doppelleben der Kulturschaffenden und die deutsche Verlagspolitik, für die ein iranisches Buch von Unterdrückung oder der Verachtung der Frau handeln müsse, um hierzulande verlegt zu werden.

In der Reihe „Potsdamer Schreibtische“ porträtieren die Potsdamer Neuen Nachrichten Autorinnen und Autoren aus Potsdam und stellen in ihrer Ausgabe vom 15.07.2017 die Übersetzerin Bettina Abarbanell vor, die deutsche Stimme u. a. von Jonathan Franzen und Denis Johnson. Ein Gespräch über die „Sphäre der Wörter“, die Nähe zu ihren Autoren und den Ausgleich zur fordernden geistigen Arbeit.

Zum 80. Geburtstag von Thomas Pynchon spricht SRF (Beitrag vom 08.05.2017) mit seinem Übersetzer Nikolaus Stingl über den schriftlichen Kontakt zum Autor, den Übersetzungsaufwand und darüber, was Pynchons Humor von bloßem Klamauk unterscheidet.

Eva Lüdi Kong, für ihre Übersetzung des chinesischen Klassikers „Die Reise in den Westen“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, berichtet im Gespräch mit der Badischen Zeitung vom 26.04.2017 vom übersetzerischen Einfühlungsprozess in das Werk, den umfangreichen Recherchen und der Vielschichtigkeit der Erzählung.

Die Rhein-Neckar-Zeitung vom 1.4.2017 porträtiert die mit dem Helene-Hecht-Preis ausgezeichnete Übersetzerin Sabine Giersberg: „Man muss die Stimme des Buches hören und spüren“, erklärt die Preisträgerin ihre Arbeit.

Ein Gespräch auf dem Roten Sofa in Leipzig mit Maria Hummitzsch, Cornelius Hell und Burkhard Müller über den Beitrag der ÜbersetzerInnen zum kulturellen Austausch und die Arbeitsprozesse beim Übersetzen sendet mephisto 97.6 am 26.3.2017.

Zu Martin Walsers 90. Geburtstag gratuliert im Tagesspiegel vom 24.3.2017 sein chinesischer Übersetzer Huang Liaoyu, der sich vom Autor selbst den Titel des Haus- und Hofübersetzers erbeten hat und in dessen Werken genau den Stoff findet, „den ein ebenso hedonistischer wie ehrgeiziger Übersetzer braucht“.

Für mephisto 97.6 hat Yannick Jürgens während der Leipziger Buchmesse mit Gabriele Leupold über ihre Arbeit an Andrej Platonows „Die Baugrube“ gesprochen. Das am 24.3.2017 ausgestrahlte Gespräch ist hier nachzuhören.

Anlässlich des Litauen-Schwerpunkts der Leipziger Buchmesse spricht Übersetzer Markus Roduner im dpa-Interview (Hamburger Abendblatt vom 21.3.2017 u. a.) über die litauische Sprache und Literatur und den schweren Stand kleinerer Sprachen im kommerziellen Verlagsbereich. Seine Kollegin Claudia Sinnig ist zu Gast bei MDR Kultur (Sendung vom 25.3.2017) und hat dem Börsenblatt vom 12.1.2017 zum selben Thema Auskunft gegeben.

Eva Lüdi Kong, für die erste vollständige Übersetzung von „Reise in den Westen“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, steht dem Weser-Kurier vom 7.3.2017 Rede und Antwort und freut sich, dass die Leser in China durch das Interesse in Deutschland inspiriert werden, den Klassiker für sich wiederzuentdecken. Über die Frage, wie man nicht nur Wörter, sondern auch Weltanschauungen überträgt, unterhält sich die Preisträgerin mit Kolja Mensing im Deutschlandradio Kultur (die Sendung vom 31.3.2017 gibt es hier nachzuhören). Auch auf SRF 2 Kultur kommt die Übersetzerin zu Wort, die Sendung vom 23.3.2017 ist hier online.

Eine westfälisch-englische Entdeckungsgeschichte: Übersetzerin Ilka Schlüchtermann hat ein Buch der englischen Schafbäuerin und Gastwirtin Amanda Owen in einem Hamburger Verlag untergebracht und berichtet dem Westfälischen Anzeiger (Ausgabe vom 27.2.2017) von ihrem unverhofftem Einstieg ins literarische Übersetzen.

Die Kinderzeitung der Süddeutschen (online ab 18.2.2017) befragt Dietmar Schmidt zu seinem Werdegang und der Übersetzung von „Gregs Tagebüchern“, bei der er des Öfteren laut lachen muss.

Übersetzerin Regina Keil-Sagawe spricht im Börsenblatt vom 16.2.2017 über aktuelle französische und französischsprachige Literatur, die koloniale Belastung des Begriffs „Francophonie“ und ihre Pprojekte im Vorfeld der Buchmesse.

Das Darmstädter Staatstheater inszeniert die Orestie von Aischylos in der Übersetzung von Kurt Steinmann, der im Interview mit Echo online vom 2.2.2017 seinen dokumentarischen Ansatz gegenüber den leichter sprechbaren Fassungen der Theaterleute erläutert.

Die Mexikanerin Claudia Cabrera ist als Translator in Residence im EÜK Straelen und berichtet der Rheinischen Post vom 14.1.2017 von den Projekten, die sie dort auf dem Schreibtisch hat, und dem neu gegründeten mexikanischen Übersetzerverband.

John Berger hat seinem deutschen Übersetzer Jan Drees einmal ein ganzes Buch auf Kassette gesprochen, „damit ich mir vorstellen konnte, wie er sich vorstellt, wie es klingen sollte“ – diese und weitere Erinnerungen an den verstorbenen Autor und Kritiker sind im Interview für den Deutschlandfunk vom 3.1.2017 nachzuhören und nachzulesen.

Der Lyriker Iain Galbraith berichtet dem Wiesbadener Kurier vom 23.12.2016 von seiner Doppelrolle als Übersetzer (von Gedichten John Burnside) und Übersetzter (durch Dichterkollegin Esther Kinsky).

Wie übersetzt man „Wasserpolnisch“? Übersetzer Olaf Kühl gibt den Potsdamer Neuen Nachrichten vom 21.11.2016 Auskunft zum Enfant terrible der polnischen Gegenwartsliteratur, Szczepan Twardoch, und der Übertragung des oberschlesischen Dialekts im Roman „Drach“.

Ulrich Blumenbach erhält als erster literarischer Übersetzer den hoch dotierten Basler Kulturpreis, woraufhin ihn die Schweizer Presse ausführlich zu seiner Arbeit und Werken wie „Witz“ von Joshua Cohen und „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace befragt (Interview mit der Aargauer Zeitung vom 26.10.2016 und mit der Tageswoche vom 31.10.2016).

Die Frankfurter Rundschau (Ausgabe vom 19.10.2016) besucht das Übersetzerpaar Ingrid und Reinhard Harbaum, das seit 30 Jahren mit ihren altaQuito Publikationen amerikanische Beatliteratur lebendig hält, im Zentrum stets der zu übersetzende Text, „ein Massiv aus Absicht, Ausspruch, Atmung“.

Die Aachener Zeitung (Ausgabe vom 15.10.2016) porträtiert den Niederländisch-Übersetzer und Literaturscout Stefan Wieczorek, der für seine übersetzerische Tätigkeit eine schöne Metapher parat hat: Er sei Gast in der anderen Sprache und zugleich Gastgeber in der deutschen.

„Ein Buch zu übersetzen, hat für mich etwas intellektuell Befriedigendes“: Gadi Goldberg, der Philosophen wie Schopenhauer und Hegel sowie Autoren wie Joseph Roth oder Uwe Timm ins Hebräische übersetzt und einen Verlag gegründet hat, berichtet der Jüdischen Allgemeinen vom 13.10.2016 von seiner Arbeit, seinem Werdegang und seinen Zukunftsplänen.

Cornelia Holfelder-von der Tann ist als Translator in Residence in Straelen und erzählt der Rheinischen Post vom 13.10.2016 von ihrem Beruf, den sie auch nach 40 Jahren noch mit Begeisterung ausübt.

Übersetzer Gisbert Haefs gibt anlässlich des Literaturnobelpreises für Sänger Bob Dylan in einem Interview mit dem Tagesanzeiger vom 13.10.2016 Auskunft zum vielschichtigen Werk des Barden.

Zum Hieronymustag 2016 gibt es Spannendes nachzuhören: Das Inforadio des RBB sendet am 25.09.2016 ein Interview mit Julian Müller zur „hohen Kunst der Übersetzung“, Ralf Pannowitsch erzählt auf MDR Kultur am 30.09.2016 von der Herausforderung, ein Buch nur mit den 1000 meistverwendeten Wörtern der deutschen Sprache zu übersetzen, und Rolf Erdorf erklärt – ebenfalls auf MDR Kultur vom 30.09.2016: „Übersetzen ist eine eigene Art zu schreiben und ein spezifisches Talent“.

Als „graue Eminenzen im Hintergrund“ bezeichnet Anja Hansen-Schmidt ihren Berufsstand im Gespräch mit dem Schwäbischen Tagblatt, das sie in der Ausgabe vom 24.09.2016 zur Entstehung der deutschen Fassung von J. K. Rowlings Harry-Potter-Theaterstück „Das verwunschene Kind“ befragt.

Über den Umgang mit dem Slang der marokkanischen Niederländer und ihren Spaß an Wortspielen plaudert Niederländisch-Übersetzerin Bettina Bach mit dem Magazin Brikada in der Ausgabe vom 24.09.2016.

Cornelia Wegerhoff interviewt den Kinderbuchübersetzer Mahmoud Hassanein, der unter anderem Paul Maars „Sams“ ins Arabische übertragen hat. Deutschlandradio Kultur, Sendung vom 13.09.2016.

Die Leipziger Zeitschrift Kreuzer lässt den Comic-Übersetzer Stefan Pannor zu Wort kommen und fasst seine Arbeit unter dem treffenden Titel „Superhelden-Lyrik“ zusammen. Kreuzer online vom 01.09.2016.

Anlässlich der postumen Veröffentlichung eines Romans von Henning Mankell spricht Anke Jahns für NDR 1 Radio MV (Sendung vom 23.08.2016) mit der Übersetzerin Verena Reichel über ihre Arbeit und den Reiz, Henning Mankell zu übersetzen.

Ihr Hauptaugenmerk, erklärt Übersetzerin Stefanie Werner ihre Arbeit an der Übertragung der Erfolgsromane Fredrik Backmans, liege darauf, „dass der Leser durch falsche Nuancen nicht aus der Stimmung fällt“. Warum sie ihren Autor außerdem um einen Nachnamen für die Hauptfigur bat, erzählt sie im Interview mit dem Kirchheimer Teckboten vom 19.08.2016.

Die Rheinische Post porträtiert die Argentinierin Claudia Isa Baricco, „Translator in Residence“ am Europäischen Übersetzerkollegium Straelen, die über ihre Arbeit an dem Theaterstück „Der Bus“ von Lukas Bärfuss berichtet. Rheinische Post vom 27.07.2016.

Arno Widmann eröffnet seinen Nachruf auf Péter Esterházy mit einem Lob auf dessen Übersetzer: „Ich liebe seine Bücher. Aber es sind die Bücher auch von Heike Flemming, Zsuzsanna Gahse und von Térezia Mora, von Hans-Henning Paetzke und von Hans Skirecki.“ Frankfurter Rundschau vom 15.07.2016.

Er habe „in der besten, der gelehrtesten, der kühnsten Gesellschaft gelebt und gearbeitet“, beginnt Fritz Göttler seinen Nachruf auf den 79-jährig verstorbenen Hans-Horst Henschen, Übersetzer von Claude Lévi-Strauss, Roland Barthes und Michel Foucault. Süddeutsche Zeitung vom 27.06.2016.

Die Übersetzerin Isabel Bogdan ist mit ihrem Debütroman „Der Pfau“ auch als Autorin erfolgreich und beantwortet dem Magazin Buchmarkt vom 17.06.2016 unter anderem die Frage, ob ihre Übersetzungen einen ähnlichen Stil aufwiesen wie ihr eigenes Buch. Der Doppelrolle von Übersetzerin und Autorin geht auch die tageszeitung vom 16.07.2016 in einem ausführlichen Porträt nach.

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2016 sind die Niederlande und Flandern: Aus diesem Anlass hat das Börsenblatt vom 17.06.2016 acht ÜbersetzerInnen nach den Herausforderungen beim Übersetzen aus dem Niederländischen befragt.

Der Internationale Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin geht 2016 an Shumona Sinha und ihre Übersetzerin Lena Müller, die den Roman „Erschlagt die Armen!“ für den deutschen Markt entdeckt hat. Der Trierer Volksfreund vom 15.06.2016 stellt die Übersetzerin vor, auf Literaturkritik.de vom 28.07.2016 erscheint ein ausführliches Interview mit den beiden Preisträgerinnen.

In ihrem Porträt des Japanischübersetzers Thomas Eggenberg vergleicht Andrea Tedeschi den Übersetzer mit einem „Tonmischer, der die erzählende Stimme mit anderen Tönen zu einem Ganzen abmischt und in einen anderen Raum überspielt“. Neue Zürcher Zeitung vom 12.06.2016.

Die Südkoreanerin Han Kang und ihre englische Übersetzerin Deborah Smith haben mit „The Vegetarian“ den Man Booker International Prize 2016 gewonnen, nachdem die Übersetzerin den Roman zur Veröffentlichung vorgeschlagen hatte. Die Plattform „Global Voices“ porträtiert die junge Übersetzerin in der deutschen Fassung eines Beitrags von Public Radio International vom 08.06.2016. Nach Erscheinen der deutschen Fassung besucht die SZ Ki-Hyang Lee, Kleinverlegerin und deutsche Übersetzerin von „Die Vegetarierin“: Süddeutsche Zeitung vom 09.09.2016.

Matthias Wieland, Übersetzer der „Simpsons“, der „Peanuts“ und der „Mumins“, stellt seine Übertragungen in einer Comic-Lesung vor, wie die Hannoversche Allgemeine vom 08.06.2016 berichtet.

Der Slowenischübersetzer und Lyriker Fabjan Hafner ist mit 50 Jahren gestorben. Ilma Rakusa erinnert in einem Nachruf in der Neuen Zürcher Zeitung vom 13.05.2016 an seine „brillante Eloquenz und seine Begeisterungsfähigkeit in literarischen Dingen“ und würdigt seine wichtigsten Werke.

Für die Berliner Zeitung vom 03.05.2016 besucht Karin Stemmler Frank Heibert bei sich zu Hause und befragt ihn unter anderem zu seinem Werdegang und zu seiner Gastprofessur an der FU Berlin, bei der seine Studenten den Spaß am Tüfteln mit Sätzen lernten.

Die Rheinische Post vom 23.04.2016 porträtiert den aktuellen Translator in Residence am Europäischen Übersetzerkollegium Straelen, Peter Urban-Halle, der an einer Anthologie dänischer Lyrik arbeitet.

Zu William Shakespeares 400. Todestag absolviert Frank Günther, der vor dem Abschluss seiner Neuübersetzung sämtlicher Werke steht, einen Interview- und Veranstaltungsmarathon, spricht in der Badischen Zeitung vom 23.04.2016 vom Konzert der Shakespeare’schen Sprache und seine Liebe zum Blankvers, berichtet dem Wiesbadener Kurier vom 02.04.2016 von seinen Plänen für die Ära nach der Übersetzungsarbeit und begeistert in Münster mit einem Shakespeare-Abend, wie die Westfälischen Nachrichten vom 10.05.2016 vermelden.

Shakespeare zum Zweiten: Auch die Regisseure Marius von Mayenburg (Berliner Zeitung vom 06.04.2016) und Frank-Patrick Steckel (Deutschlandradio Kultur vom 23.04.2016) schildern ihre Herangehensweise beim Übersetzen und warum man immer noch neue deutsche Fassungen braucht – ein Befund, den der Literaturwissenschaftler Hans-Jörg Modlmayr mit einem historischen Überblick über deutsche Shakespeare-Übersetzungen in der Deutschen Welle vom 23.04.2016 bestätigt.

Über die „unersättliche Lust“ am Spiel mit der Sprache unterhält sich Ulrich Seidler in der Frankfurter Rundschau vom 15.04.2016 mit Susanne Lange, die Cervantes’ Don Quijote ein „neues Sprachgewand“ gegeben hat.

Für Deutschlandradio Kultur (Sendung vom 13.04.2016) spricht Britta Bürger mit Erika Tophoven, der „deutschen Stimme“ Samuel Becketts, die in diesem Jahr 85 Jahre alt wird.

Brigitte Döbert, für ihre Übersetzung von Bora Ćosićs „Die Tutoren“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, gibt auf Deutschlandradio Kultur vom 08.04.2014 Auskunft über ihre Arbeit.

Die Untertitelung japanischer Anime-Serien stellt Nachwuchsübersetzer Andre Podzierski vor technische und kulturelle Herausforderungen, wie er im Gespräch mit Nicolas Westerholt erzählt (Der Westen vom 31.03.2016).

mephisto 97.6, das Lokalradio der Universität Leipzig, interviewt während der Leipziger Buchmesse am 17. bzw. 18.03.2016 Frank Heibert und Claudia Hamm, die beide für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung nominiert waren.

In einer türkischen Bibliothek hat die Orientalistin Claudia Ott eine Handschrift gefunden, die nun als „Tausendundeine Nacht – Das glückliche Ende“ in ihrer Übersetzung erschienen ist. Aus diesem Anlass gibt sie der Frankfurter Rundschau (Ausgabe vom 08.04.2016), dem NDR (Sendung vom 10.02.2016) und der Berliner Zeitung (Ausgabe vom 15.03.2016) spannende Einblicke in die Editions- und Textarbeit und bezeichnet ihre Übersetzung anlässlich der gegenwärtigen politischen Situation im Nahen Osten als Trostmittel.

Die Übersetzerin, Bloggerin und Autorin Isabel Bogdan spricht auf Deutschlandradio Kultur (Sendung vom 15.03.2016) über Kritikerfloskeln, die Rolle von Literaturblogs und ihren ersten eigenen Roman.

Karl Dedecius, der bedeutendste Wegbereiter für polnische Literatur in Deutschland, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Sein Übersetzerkollege Olaf Kühl erinnert am 27.02.2016 auf Deutschlandradio Kultur an seine Persönlichkeit und Lebensleistung. Nachrufe veröffentlichen u.a. die Stuttgarter Zeitung vom 27.02.2016, die Frankfurter Rundschau vom 28.02.2016 und die Neue Zürcher Zeitung vom 27.02.2016.

Arabischübersetzer Hartmut Fähndrich erhält den Spezialpreis Übersetzung der Schweizer Literaturpreise und wird in der Neuen Zürcher Zeitung auch für seine Vermittlerrolle gewürdigt (Ausgabe vom 19.02.2016). Im Gespräch auf SRF 4 (Sendung vom 19.02.2016) äußert sich der Preisträger erstaunt über das mangelnde Interesse an Literatur aus dem arabischsprachigen Raum.

Die Süddeutsche (Ausgabe vom 18.02.2016) porträtiert die Türkischübersetzerin Barbara Yurtdaş, die unter anderem Mario Levi ins Deutsche bringt.

Einen „Spätberufenen“ nennt Bettina Kühne den Preisträger des Europäischen Übersetzerpreises der Stadt Offenburg, Andreas Ecke, der ihr wiederum von den „abenteuerlichen Planungen“ der Verlage im Vorfeld des Ehrengastauftritts der Niederlande bei der Frankfurter Buchmesse berichtet (Baden online vom 03.02.2016).

Anne Birkenhauer, derzeit Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin, spricht auf Deutschlandradio Kultur (Beitrag vom 29.01.2016) über die Mehrstimmigkeit der hebräischen Literatur und ihre Vorgehensweise beim Übertragen biblischer Anspielungen.

Die Sendung „Lesart“ von Deutschlandradio Kultur hat Heinz Feldmann, den Übersetzer des zwölfbändigen Epochenpanoramas „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ von Anthony Powell, im Studio zu Gast. Sendung vom 15.01.2016 zum Nachhören auf http://tinyurl.com/gp826uu.

Inna Hartwich porträtiert Ganna-Maria Braungardt, die Übersetzerin der Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, die ursprünglich Kernphysikerin werden wollte und jetzt „Sätze zerlegt“ und „an Worten herumtüftelt“. Frankfurter Rundschau vom 12.01.2016: http://tinyurl.com/j4937xb

Anika Klüver übersetzt die James-Bond-Romane von Ian Fleming und John Gardner neu und ist damit zur gefragten 007-Expertin geworden, wie sie der Oberbergischen Volkszeitung amüsiert berichtet. Oberbergische Volkszeitung vom 04.01.2016: http://tinyurl.com/hmx6xau


Übersetzer und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte

„In Prousts Werkstatt“ begibt sich Jürgen Ritte für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (25.12.2017) und untersucht Stefan Zweifels Übersetzung der Korrekturfahnen des Anfangs von Prousts Romanmonument „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, die die Drucker einem „Inferno“ ausgesetzt hätten. Sein Fazit: Zweifel ziehe daraus einen „bisweilen verstörend wortwörtlichen“ Proust hervor und bringe damit auch etwas von den „knorpeligen Abstraktionen und Verdichtungen mit ins Deutsche“.

Daniel Göskes Neuübersetzung von Joseph Conrads „Die Schattenlinie“ versetzt Rezensent Jakob Hayner (Junge Welt vom 18.12.2017) in Begeisterung: Der Übersetzer habe es geschafft, „das Original nicht zum Verschwinden, sondern zum Erscheinen zu bringen“ und mit der akribischen Verwendung nautischer Fachbegriffe die Authentizität der Rede zu steigern.

Für seine Besprechung einer Ausgabe der Briefe Vincent van Goghs an seinen Bruder vergleicht Gunnar Decker einen Satz in drei verschiedenen Übersetzungen und staunt, dass ein harmloser Satz bereits so große Unterschiede im Ausdruck möglich mache. Bisweilen habe er den Eindruck, so der Rezensent, Übersetzer wollten vor allem vermeiden, anderen Übersetzungen irgendwie ähnlich zu sein. Die Neuübersetzung durch Marlene Müller-Haas und Susanne Röckel unter Mitarbeit von Andrea Prinz sei alles in allem solide, aber eher „kühl-funktional“: Neues Deutschland vom 18.12.2017.

Die Neuübersetzung des „Ilias“-Epos durch Kurt Steinmann findet großen Anklang: eine prachtvoll gestaltete Neuausgabe in frischem, entstaubtem Ton, der das nicht hoch genug zu lobende Kunststück gelingt, das Versmaß auszufüllen, ohne die Grammatik zu stark zu verbiegen, meint etwa Jan Ehlert (NDR Kultur vom 06.12.2017), von einem großen Wurf, einem „sprachlich wunderbar ungezwungenen Kunstwerk“ bei zugleich maximaler Nähe zum Original schwärmt Olaf Schmidt im Leipziger Kreuzer vom 12.12.2017. Hans-Albrecht Koch führt in der Neuen Zürcher Zeitung vom 03.11.2017 aus, dass Steinmann mit zahlreichen seit langem gebräuchlichen Fehlübersetzungen aufräumt. Und Dirk Pilz preist neben den versierten und „ungemein umsichtigen“ Homer-Übersetzungen Steinmanns auch die Neuübersetzung der Odyssee ins Englische durch Emily Wilson: Sie gebe dem Epos „den Spannungsatem einer großen Geschichte“ zurück, ohne sich an harzige, holprige Wörter zu klammern (Frankfurter Rundschau vom 26.12.2017)

Tobias Lehmkuhl bespricht für die Süddeutsche Zeitung vom 27.11.2017 zwei argentinische Gedichtbände, jeweils übertragen von Timo Berger, der sowohl mit dem technischen Vokabular bei Sergio Raimondi mühelos zurechtkommt als auch den knappen, assonanzenreichen Stil Martín Gambarottas „wagemutig, aber erfolgreich“ ins Deutsche bringt, so der Rezensent.

Einen „Hauch schmissiger deutscher Umgangssprache“ verspürt Joseph Hanimann bei der Lektüre von Frank Heiberts Neuübersetzung des Boris-Vian-Klassikers „L’Écume des jours“ und liest im Nachwort des Übersetzers nach, warum Brüche und Reibungen zum Text gehören und im Titel nun von „Gischt“ statt von „Schaum“ die Rede ist. Süddeutsche Zeitung vom 26.11.2017.

Nicht präzise genug im Ausdruck und unnötig salopp im Ton, rügt Niklas Bender die erste vollständige Übersetzung der Gedichte Pierre de Ronsards durch Georg Holzer, die mit dem Band „Sonette für Hélène“ nun im Elfenbein Verlag vorliegt; er attestiert ihr aber auch einen eingängigen Ton, der mancher „frechen oder musikalischen Note“ gerecht werde. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25.11.2017, nachzulesen auf buecher.de.

Reinhard Kaiser stellte in der Nördlinger Stadtbibliothek seine Übersetzung von Rétif de la Bretonnes „Monsieur Nicolas oder Das enthüllte Menschenherz“ vor, das er selbst als eines der „großartigsten Memoirenwerke aller Zeiten“ bezeichnet. Peter Urban war für die Augsburger Allgemeine vom 25.11.2017 dabei und bewunderte die Arbeit des Übersetzers, der das „mächtige Konvolut“ in seiner ganzen literarischen Größe präsentiert und dennoch so an heutige Lesegewohnheiten angepasst habe, dass es „von der ersten bis zur letzten Seite fesselt“. Auch Walter van Rossum (Rezension im Deutschlandfunk vom 28.09.2017), wie einfühlsam und präzise Kaiser den Tonfällen des Originals folgt und dessen Sprache ein unbestimmtes Alter verleiht.

Urs Heftrich bespricht für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.11.2017 den tschechischen Roman „Felder und Schlachtfelder“ von Vladislav Vancura, in dessen Stil sich die ganze Spielfreude der Avantgarde entladen habe – umso mehr bestaunt er die Leistung der Übersetzerin Kristina Kallert, die keine Mühe gescheut habe, um im Deutschen passende Pfeifen für die Register auf Vancuras Orgel zu finden, „von den Basstönen der Archaismen … bis zu den schrillen Klängen des Ordinären“. Nachzulesen auf buecher.de.

In der Reutlinger Stadtbibliothek erzählte der Autor und Übersetzer Klaus Modick von seiner „dienenden Tätigkeit“ des Übersetzens u. a. von Robert Louis Stevenson, und das „so witzig, farbig und temporeich, wie er schreibt“, wie Armin Knauer für den Reutlinger General-Anzeiger vom 16.11.2017 berichtet. Ebenfalls im Rahmen der Baden-Württembergischen Übersetzertage: Lesungen mit Frank Heibert, der deutschen Stimme von u. a. George Saunders, und Klaus Fritz, dem Übersetzer der Harry-Potter-Roman (Reutlinger General-Anzeiger vom 13.11.2017).

Paul Jandl sieht sich die Ausstellung zum Werk von Peter Urban im Literarischen Colloquium Berlin an: Ein Kosmos für sich sei die „furchtlose literarische Welteroberung“ dieses bedeutenden Übersetzers gewesen. Neue Zürcher Zeitung vom 31.10.2017.

Jan Wagner habe eine überzeugende Auswahl aus Matthew Sweeneys Gedichten komponiert und folge seiner Versbeschleunigung und den rhythmischen Schwüngen in der Übersetzung trotz mancher angestaubter Wortwahl sehr geschickt, schreibt Nico Bleutge über den Sweeney-Band „Hund und Mond“ bei Hanser Berlin. Süddeutsche Zeitung vom 27.10.2017.

Hans-Peter Kunisch war für die Süddeutsche Zeitung (Ausgabe vom 22.10.2017) beim Fest zum 20. Jubiläum des Deutschen Übersetzerfonds in Berlin dabei und berichtet über den Übersetzerwettbewerb zu einem Romananfang von Don DeLillo, bei dem es Pociao in ihrem Gewinnertext gelungen sei, „mit sanfter Detailarbeit“ jede Nuance zu erspüren, sowie die Debatte über das Übersetzen als dienender Kunst. Die Jurybegründung und den Werdegang Pociaos gibt der Buchmarkt vom 21.10.2017 ausführlich wieder. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die den Wettbewerb mit ausgelobt hat, zieht Ulrich Blumenbach am 22.10.2017 ein Fazit der Erkenntnisse: Qualitativ sei ein deutlicher Fortschritt zum Übersetzerwettbewerb 1965 erkennbar, es deute sich aber auch an, „dass wir mehr hermeneutische Unterweisung brauchen“.

68 Dichter haben sich auf Anregung von Jan Wagner und Tristan Marquardt an Übertragungen mittelalterlicher Lyrik gemacht – „ein Wettkampf mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen“, wie Rezensent Hans-Herbert Räkel (Süddeutsche Zeitung vom 20.10.2017) meint. Ausgehend von Wolf Biermanns „Zehn Geboten zum gediegenen Dolmetzschen“ stellt er fest, dass die Übersetzung wohl oftmals dankend „als Kunst des ironischen Überbietens“ aufgefasst worden sei. Deshalb sollten sich Lyrikinteressierte dieses „Spektakel“ auch nicht entgehen lassen.

Laura Meier verfolgt eine Diskussion auf der Frankfurter Buchmesse, bei der die Arabisch-Übersetzerin Larissa Bender und die Indonesisch-Übersetzerin Sabine Müller von der Gratwanderung zwischen Interpretation und Authentizität erzählen. Schlimme Szenen gehörten zum Berufsalltag, der Schock komme oft erst nach der Übersetzungsarbeit, berichtet Bender; vielen jungen AutorInnen gelinge mit der Übersetzung die künstlerische Flucht über die Grenzen. Frankfurter Rundschau vom 12.10.2017.

Als Stipendiat der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung nimmt Hans-Christian Oeser im Dialog mit Tobias Scheffel die Zuschauer der Antrittsvorstellung für sich ein. Es sei deutlich geworden, so Roland Stöß im Schwarzwälder Boten vom 11.10.2017, wie wertvoll und wie schwierig das Tun des Übersetzers ist.

Überfällig erscheint Volker Breidecker die Neuübersetzung von Romain Garys Roman „Du hast das Leben vor dir“, in der Christoph Roeber sich nicht scheue, die Leser so zu irritieren, wie es der Ich-Erzähler für französische Ohren eben auch tue: „Erfindungsreichtum auch im Kniffligen“ bescheinigt der Rezensent dem Übersetzer. Süddeutsche Zeitung vom 09.10.2017.

Bei einer Neuübersetzung stoßen zwei Welten aufeinander, und dabei „darf, ja muss die eigene Sprache nachgeben“, zu ihrem Vorteil, denn so öffne sie sich für neue Sinneseindrücke. Dies gelinge Elisabeth Edl in ihrer Fassung von Gustave Flauberts „Trois Contes“ virtuos, schreibt Hannelore Schlaffer in der Süddeutschen Zeitung vom 09.10.2017.

Zum Hieronymus-Tag tritt Tobias Scheffel in der letzten Veranstaltung im alten Freiburger Literaturbüro als „gläserner Übersetzer“ auf und lässt die rund zwei Dutzend mitdenkenden Gästeköpfe rauchen, wie Jürgen Reuß für die Badische Zeitung vom 06.10.2017 berichtet; in der gleichen Ausgabe gibt der Übersetzer Auskunft über die deutsch-französischen Literaturbeziehungen.

Voller Ungeschicklichkeiten sei die Übersetzung der Texte eines Autors, dem man sonst gern auf seinen manchmal etwas gewundenen Wegen folgt, klagt Helmut Mayer in seiner Besprechung von Jean-Christophe Baillys Streifzügen durch Frankreich, die unter dem Titel „Fremd gewordenes Land“ in der Übersetzung von Andreas Riehle erschienen sind. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.10.2017.

Eine ausführliche Besprechung der Neuübersetzung von Raymond Queneaus „Stilübungen“ durch das „Power-Duo der Übersetzungskunst“ Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel liefert Céline Letawe auf literaturkritik.de vom 05.10.2017 – eine „Hommage an die Sprache und ihre Möglichkeiten“.

Ein Glücksfall, findet Albrecht Buschmann in der Neuen Zürcher Zeitung vom 23.09.2017, dass Hinrich Schmidt-Henkel Jean Echenoz‘ neuen Roman „Unsere Frau in Pjöngjang“ in „tanzende deutsche Sätze“ gebracht hat, die auch Diderot gut gefallen hätten. Im Standard vom 11.12.2017 hingegen sieht sich Klaus Zeyringer das französische Original ganz genau an und vermisst in der Übersetzung die interessantesten Effekte des Textes, „in dem Sätze plötzlich in ungeahnte Sphären abzuheben vermögen“.

Simon Werles Neuübersetzung von Charles Baudelaires „Blumen des Bösen“ gefällt Rezensent Karl-Heinz Ott gerade durch einen bisweilen sperrigen Klang, der eine eigene Poesie habe; den „altertümelnden Ton“ könne man auch als Stilmittel begreifen, der zu der Welt des Gedichts passe, als ein Spannungsmoment, „das den Gedichten geschichtliche Aura verleiht und sie zugleich ins Hier und Jetzt rückt“. Neue Zürcher Zeitung vom 23.09.2017.

Von einer „berückenden Weihestunde der Literatur“ spricht Christoph Schreiner bei seinem Bericht von der Verleihung des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises an Simon Werle. Dessen Dankesrede sei „selbst ein kleines Lehrstück sprachlicher Prägnanz“ gewesen, heißt es in der Saarbrücker Zeitung vom 08.09.2017. Auch SR2 berichtet am 07.09.2017 über die Preisverleihung.

Simon Werle hat eine Neuübersetzung von Charles Baudelaires „Blumen des Bösen“ vorgelegt, die vielfach besprochen wird. Manche Rezensenten empfinden die Entscheidung für das Korsett von Reim und Versmaß als Schwäche der deutschen Fassung, während andere darin eine kongeniale Nachempfindung der Baudelaire’schen Sprache sehen (Tobias Wenzel für NDR Kultur vom 21.07.2017; Rainer Moritz für Deutschlandfunk Kultur vom 05.08.2017; Andreas Trojan für das Büchermagazin Diwan von BR 2, 02.08.2017; Eberhard Geisler für die Frankfurter Rundschau vom 31.08.2017). Jürgen Ritte präsentiert im Deutschlandfunk vom 20.08.2017 einen ausführlichen Übersetzungsvergleich zu den Fassungen von Stefan George und Rainer Maria Rilke u. a. anhand einiger Verse aus dem Gedicht „Der Albatros“.

Die Wormser Zeitung berichtet am 17.08.2017 von einer Lesung in der Buchhandlung Bornhofen, bei der Übersetzerin Ingrid Ickler Dacia Marainis „Das Mädchen und der Träumer“ vorstellt und dabei näher erläutert, wie italienische Schmonzetten funktionieren und wie man den roten Faden einer Erzählung herausarbeitet.

Als „Mitbegründer der Migrationsliteratur“ bezeichnet Birgit Koß auf Deutschlandfunk Kultur (Sendung Lesart vom 07.07.2017) Samuel Selvon, dessen Roman „The Lonely Londoners“ von 1956 jetzt in der einfühlsamen Neuübersetzung von Miriam Mandelkow erschienen ist. Die Übersetzerin habe für das stilgebende kreolisierte Englisch des Originals einen eigenen Slang entwickelt, der den Ton und den karibischen Humor genau treffe.

Für die Neue Zürcher Zeitung vom 18.06.2017 begutachtet Friedhelm Rathjen Arno Schmidts Übersetzung von Faulkners frühen Prosaskizzen, die sich „frisch und stimmig liest“, auch wenn sie den afroamerikanischen Jargon im Deutschen den damaligen Stilkonventionen folgend rassistisch umsetze.

Eine umjubelte und von „Heiterkeitsausbrüchen“ begleitete Vorführung der mit dem Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichneten Neuübersetzung von Raymond Queneaus „Stilübungen“ hat die Rheinische Post (Ausgabe vom 15.06.2017) im Europäischen Übersetzerkollegium Straelen erlebt, wo Hinrich Schmidt-Henkel und Frank Heibert mit dem Hauptpreis 2017 für ihr Lebenswerk und Thomas Weiler mit dem Förderpreis prämiert wurden. Auch die Niederrhein Nachrichten berichten am 20.06.2017 von der Feierstunde mit dem „Power-Duo der Übersetzungskunst“.

Der Islamwissenschaftler und Übersetzer Stefan Weidner hat einen Essay über den Dichter und großen Übersetzerkollegen Friedrich Rückert vorgelegt, in dem er die in der literarischen Übersetzung besonders verdichtete intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Anderen diskutiert. Die Übersetzung entfremde die eigene Muttersprache ihrer natürlichen Umgebung und schaffe sie auf gewisse Art sogar neu, zitiert Kersten Knipp in seiner Besprechung für den Deutschlandfunk vom 13.06.2017.

Frank Heibert geht mit Queneaus „Stilübungen“ auf Lesereise und präsentiert die Neuübersetzung in vielleicht nicht 99, aber doch angemessen unterschiedlichen und ungewöhnlichen Veranstaltungsformaten, etwa auf einer Neckarschifffahrt (Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung vom 13.06.2017), in einer Straßenbahn (Ostsee-Zeitung vom 29.06.2017) oder auf Gut Geissel in Langenberg (Die Glocke vom 12.06.2017).

Die Luzerner Zeitung berichtet am 12.06.2017 über die feierliche Verleihung des Zuger Übersetzer-Stipendiums 2017 an Eveline Passet und des Anerkennungspreises an Andreas Nohl.

Ein „Elementarereignis der Weltliteratur“ nennt die Neue Zürcher Zeitung vom 04.06.2017 die Veröffentlichung von Gabriel García Márquez’ „Hundert Jahre Einsamkeit“ vor 50 Jahren und berichtet u. a. anhand des „unerhörten“ ersten Satzes über die Prinzipien, von denen sich Dagmar Ploetz bei ihrer Neuübersetzung leiten ließ. In der Sendung Lesart von Deutschlandfunk Kultur am 06.06.2017 kommt die Übersetzerin selbst zu Wort.

Zum ersten Mal werden Dorothy Parkers Gedichte vollständig auf Deutsch veröffentlicht, was die Rezensenten der Süddeutschen Zeitung (Meike Fessmann am 03.06.2017) und der FAZ (Werner von Koppenfels am 27.06.2017, beide abrufbar auf buecher.de) zu der Feststellung veranlasst, dass ihre Lyrik zwar nicht zum Besten zählt, was die Autorin geschrieben hat, aber trotzdem in ihrer pointierten Knappheit „höllisch schwer“ zu übersetzen ist. Als „erfindungsreich und extrem frei“ wird Ulrich Blumenbachs Übersetzung in der SZ bewertet, in der FAZ hingegen hätte man sich noch mehr beherzten Nachschliff gewünscht.

Dagmar Ploetz hat eine Neuübersetzung von Gabriel García Márquez’ „Hundert Jahre Einsamkeit“ vorgelegt, deren Wert sich nicht im Abgleich von Vokabeln erschließe, sondern in dem lakonischeren Ton, der die vom magischen Realismus hierzulande erwartete Farbigkeit etwas zurücknehme und den Kontext anderer Werke und der Entstehungszeit berücksichtige, so Lothar Schröder in der Rheinischen Post vom 31.05.2017.

Das singuläre Schaffen des Schweizer Lyrikers Georges Halders ist nun in einer von Christoph Ferber zusammengestellten und übersetzten Auswahl zugänglich, wie die Neue Zürcher Zeitung vom 23.05.2017  in einer Besprechung der „schnörkellosen und dennoch grazil genauen“ Übersetzung berichtet.

Im Tagesspiegel vom 15.05.2017 schreibt Gregor Dotzauer über das Werk des australischen Autors Gerald Murnane, der zu den freiesten Geistern der zeitgenössischen Literatur gehöre und jetzt endlich auf Deutsch zu entdecken sei – Rainer G. Schmidts Übersetzung seines Erstlingswerks „Die Ebenen“ allerdings scheint ihm manchmal zu sehr dem Wortsinn verhaftet und übertrage die poetische Dichte zu wenig.

Marlon James’ 850-Seiten-Werk „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ ist fünf Übersetzern anzuvertraut worden, was „den Sprachbrei“ verdorben habe, urteilt Kai Spanke in seiner Rezension für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 08.05.2017 (nachzulesen auf buecher.de): Der Sound des Originals sei so verloren gegangen. Dass die Übertragung des jamaikanischen Slangs der Figuren „im Reggae-Rhythmus“ mehr als schwierig sei, räumt die Kurzkritik in der Tiroler Tageszeitung vom 21.04.2017 ein, die Lösungen werden jedoch für misslungen befunden.

Im Standard vom 11.04.2017 freut sich Ronald Pohl über die neu aufgelegte Übersetzung der frühen Prosaskizzen William Faulkners aus der Feder von Arno Schmidt, dem deutschen „Literatur-Solitär“: eine Begegnung eigensinniger Genies, in der der Rezensent eine Überfülle sprachlicher Juwelen entdeckt. In der Süddeutschen Zeitung vom 18.05.2017 schreibt Nicolas Freund über Schmidts ironisches Spiel „mit den kleinen und großen Angriffsflächen, die fast alle Übersetzungen bieten“ und lobt die Suhrkamp-Ausgabe der Faulkner-Übersetzung für das unterhaltsame Nachwort und die humorvolle Gegenüberstellung mit einem eigenen Text des Autors, in dem sich ein Literaturkritiker über die misslungene Faulkner-Übersetzung beschwert.

„Beste Reklame fürs Buch“ sei Frank Heiberts Lesung aus der Neuübersetzung von Raymond Queneaus „Stilübungen“ in Freiburg gewesen, berichtet Jürgen Reuß für die Badische Zeitung vom 01.04.2017.

Von der Verleihung des Helene-Hecht-Preises 2017 an Sabine Giersberg berichten die MRN-News vom 09.03.2017.

Die Kindergedichte der niederländischen Astrid Lindgren, der in ihrer Heimat berühmten und geliebten Annie M. G. Schmidt, sind erstmals ins Deutsche übersetzt worden. Der Dichter und Übersetzer Christian Golusda habe dabei auf wunderbare Weise das Versonnene ebenso wie das Schräge ihrer Verse in eine sehr zum Mitsingen geeignete Fassung gebracht, so Eva-Maria Magel in der FAZ vom 21.2.2017.

Einen außerordentlichen Glücksfall für die Literatur sieht Christine Hamel in Gabriele Leupolds Neuübersetzung von Andrej Platonows „Die Baugrube“ mit seinem „Sprach-Grammatik-Artefakt“, das die Übersetzerin „radikal und empfindsam“ übertragen habe (Buchvorstellung im Bayerischen Rundfunk, online nachzulesen am 11.1.2017). Zu diesem Urteil kommt auch Dirk Pilz in der Berliner Zeitung vom 8.3.2017: „Es ist, als lasse jedes Wort die Welt beben.“

„Formidabel“ findet Ulrich M. Schmid gerade wegen ihres rohen Charakters die Neuübersetzung von Dostojewskis „Aufzeichnungen“ – in Felix Philipp Ingolds Fassung kommen sie „aus dem Abseits“. So könne das Werk erstmals als literarisches Experiment eines „noch orientierungslosen Autors“ gelesen werden, ebenso wie „Der Spieler“ in der Neuübersetzung durch Alexander Nitzberg, dessen kühne Kunstgriffe der Rezensent in seiner Besprechung für die Neue Zürcher Zeitung vom 26.1.2016 ausdrücklich lobt.

Wann und wie oft muss man Klassiker neu übersetzen, fragt auch Werner von Koppenfels in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19.01.2017 (nachzulesen auf buecher.de). Anlass ist diesmal Stephen Cranes „Das offene Boot und andere Erzählungen“ in der Neufassung von Lucien Deprijck, über die der Kritiker sich trotz der erlesen schönen Gestaltung nicht uneingeschänkt freuen kann – der steife Ton wolle so gar nicht zu Crane passen.

Die „Slang-Atmosphäre“ der Übersetzung von Nina Frey und Hans-Christian Oeser überzeugt Rezensent Hans-Peter Kunisch nicht sonderlich, aber das zunehmende Erzähltempo in Paul McVeighs „Guter Junge“ reiße die Übersetzer immer mehr mit. Süddeutsche Zeitung vom 22.12.2016, nachzulesen auf buecher.de.

Die Apokalypse, ein „rätselhaftes und sperriges Buch“ ist von Kurt Steinmann neu übersetzt worden – eine verständlichere Fassung als die Luther-Übertragung, wofür Rezensent Martin Hose sich dankbar zeigt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.12.2016, nachzulesen auf buecher.de) Auch Steinmanns Neuübersetzung der Orestie von Aischylos wird weithin gelobt: „melodiös und wunderbar sprechbar“, befindet Hans-Albrecht Koch in der Neuen Zürcher Zeitung vom 28.12.2016, und für die SZ vom 29.11.2016 beschäftigt sich Gustav Seibt anhand eines „beeindruckenden Sprachbildes“ eingehender mit der zugrunde liegenden, angenehm undogmatischen Übersetzungsstrategie.

Die lautmalerische Wirkung der Verse könne sich hören und sehen lassen: Zu diesem Urteil kommt Roman Bucheli bei der Lektüre von Christoph Ferbers Übersetzung der Lyrik Francesco Chiesas und hofft, dass die Edition im Limmat-Verlag die Wiederentdeckung der fast vergessenen Gedichte anstößt. (Neue Zürcher Zeitung vom 13.12.2016)

Marc Zitzmann bespricht für die Neue Zürcher Zeitung vom 7.12.2016 das „Buch zum Film zum Comic“, das zum 40. Jubiläum des Films „Asterix erobert Rom“ in Frankreich erschienen ist; die deutsche Fassung beschreibt er als mit Flapsigkeiten aufgepepptes und durch tautologische Bildbeschreibungen vereinfachtes „Desaster“.

Auf ihrer Jane-Gardam-Lesereise macht Übersetzerin Isabel Bogdan in der Radolfzeller Buchhandlung am Obertor Station und berichtet über ihre Arbeit und „die Kunst, Stimmung, Stil und Humor eines Romans in eine andere Sprache zu übertragen“. Der Südkurier (Ausgabe vom 1.12.2016) hat ihr gespannt gelauscht.

Gerade recht zur neuen amerikanischen Zeitenwende komme Nathan Hills Debütroman „Geister“, schreibt Marie Schmidt für die ZEIT (online ab 15.12.2016) und lässt kein gutes Haar an der Übersetzung, die so klinge „wie das Deutsch von jemandem, der viel Amerikanisch liest“. Vielleicht, mutmaßt die Rezensentin, habe der Zeitdruck durch die vorgezogene Veröffentlichung dazu beigetragen; trotzdem findet sie die deutsche Fassung unzumutbar.

Die Salzburger Internetzeitung DrehPunktKultur befasst sich am 2.12.2016 mit Stefan Weidners kenntnisreichen Ausführungen zu Ibn Arabis Gedichten „Übersetzer der Sehnsüchte“ und bestaunt den anschaulichen Stil der „Sheherazade Weidner“, dessen deutsche Fassung Einladung und Herausforderung sei.

Eine „wahnsinnige Wahrnehmungspforte“ sei Will Selfs 500-seitiger Bewusstseinsstrom „Shark“, den Übersetzer Gregor Hens in eine süchtige machende Form gebracht habe, urteilt Jutta Person in der Süddeutschen Zeitung vom 28.11.2016.

Zum 100. Todestag von Jack London geht Werner von Koppenfels in einem Essay für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.11.2016 auch auf die alten und neuen deutschen Fassungen der kanonischen Werke ein, denn es sei höchste Zeit für „einen neuen deutschen Jack London“, wie ihn dtv mit den Neuübersetzungen durch Lutz-W. Wolff präsentiert.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 21.11.2016 vom Übersetzertag im Rahmen des Münchner Literaturfests, der sich dem „Produktiven Missverstehen“ widmete: ein Plädoyer gegen kulturelle Abschottung und für den polyfonen Dialog mit Originaltexten.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe vom 17.11.2016, nachzulesen auf buecher.de) empört sich Christiane Pöhlmann über die ihrer Einschätzung nach holprige und fehlerhafte Neuübersetzung von Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“, die Felix Philipp Ingold unter dem Titel „Aufzeichnungen aus dem Abseits“ neu in ein bewusst aufgerautes Deutsch gebracht hat. „Dostojewskihafter“ werde der Text dadurch aber nicht, findet die Rezensentin.

Seit 20 Jahren gibt es das Zuger Übersetzerstipendium; Angela Schader gratuliert in der Neuen Zürcher Zeitung vom 15.11.2016 mit einem kurzen Rückblick auf geförderte Projekte.

Bei den Laufer Literaturtagen steht ein Shakespeare-Abend mit Frank Günther auf dem Programm, der einigen Erkenntnisgewinn zu Übersetzungsproblematik und -vergnügen bot, wie Andreas Sichelstiel für das Nürnberger Land vom 14.11.2016 berichtet. Auch das Publikum einer Günther-Lesung im nordrhein-westfälischen Meinerzhagen ist begeistert, wie der Lokalpresse am 07.11.2016 zu entnehmen ist.

Das Projekt „Die Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“ hat sechs lettische Lyriker und Lyrikerinnen unter der Leitung von Hans Thill in einen Dialog mit deutschsprachigen Kollegen und Kolleginnen gebracht und das Ergebnis bei einer zweisprachigen Lesung vorgestellt, wie die Allgemeine Zeitung vom 27.10.2016 berichtet.

Tobias Döring bespricht für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.10.2016 (nachzulesen auf buecher.de) die Übersetzung des wichtigsten Romans des Nigerianers Chinua Achebe. Die komplexe sprachliche Gestalt in „Einer von uns“ habe Uda Strätling hervorragend gelöst, indem sie die Pidgin-Ausdrücke des Originals im deutschen Text beibehalten und nur gelegentlich um Paraphrasen ergänzt habe. Eine ebenso mutige wie plausible Entscheidung, findet der Rezensent, die die sprachliche Eigenart des Originals spürbar macht.

Ein Buch wie geschaffen für Übersetzer, „die immer die geduldigsten und aufmerksamsten Leser bleiben werden“: Burkhard Müller bespricht in der Süddeutschen Zeitung vom 18.10.2016 Ulrich Blumenbachs Übersetzung von Joshua Cohens „Solo für Schneidermann“, die Dinge vollbracht habe, „die man eigentlich für unmöglich hält“: nachzulesen auf buecher.de.

Ein Debattenbeitrag zum ewigen Streitthema, wie stark eine Übersetzung gegen Lesegewohnheiten verstoßen darf und muss: Leser wollen stolpern, findet der Schriftsteller und Übersetzer Tim Parks, nur hinfallen wollen sie nicht – Übersetzer hingegen, zitiert ihn Judith von Sternburg in ihrer Besprechung seines Essays „Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen“, wollen oft nicht einmal stolpern (http://www.fr.de/kultur/literatur/lesen-man-darf-auch-aufhoeren-a-294007).

Jens-Christian Rabe liest John Wrays „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ mit Begeisterung und widmet der Übersetzung von Bernhard Robben ein ausführliches Lob. So „mühelos gewandt und akkurat“ wirke die deutsche Fassung, so der Rezensent in der Süddeutschen Zeitung vom 18.10.2016, dabei sei die Erzählkunst des Originals nicht im Mindesten verblasst.

Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ müsste viel mehr gelesen werden, ganz besonders heute, findet Tilman Spreckelsen (die Kritik in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 15.10.2016 ist nachzulesen auf buecher.de, aber mit der Neuübersetzung durch Franz Viktor Spechtler ist er nicht glücklich und ärgert sich über falsche Freunde und schiefe Grammatik.

In der Freiburger Stadtbibliothek plauderten die Übersetzer Ulrich Blumenbach, Maja Ueberle-Pfaff und Michael Mundhenk über ihre Neuübersetzungen berühmter Klassiker – ein „launiger Werkstattbesuch“, resümiert Thomas Steiner in der Badischen Zeitung vom 14.10.2016.

Der Literaturnobelpreis für Bob Dylan sorgt für Irritationen, dabei sollte man, so Lothar Schröder in der Rheinischen Post vom 14.10.2016, seine Gedichte lieber nicht drucken oder lesen, sondern nur „gesummt, gesungen oder, sehr nah am Original, einfach nur gekrächzt“ rezipieren. Naheliegend, dass der Rezensent somit auch von den „deutschen Übersetzungsversuchen“ nichts hält.

Wie die Übersetzer von Günter Grass‘ „Vonne Endlichkait“ mit den Schwierigkeiten der Texte umgehen, ohne wie früher mit dem Schriftsteller selbst diskutieren zu können, berichtet das Göttinger Tageblatt vom 29.09.2016, das sich beim Göttinger Arbeitstreffen der Grass-Veteranen umhört.

Für den Kurier vom 16.09.2016 macht Peter Pisa auf die Neuausgabe von „Moby Dick“ in der Übersetzung und mit einem Kommentar von Friedrich Rathjen aufmerksam und stimmt lobend dessen Ansatz zu, weder auszubügeln noch zu mäßigen oder gar zu verbessern; damit sei der Übersetzer „in Opposition zu den Modernisierern und Lebendig-Machern“, so der Rezensent.

Anne Weber liest bei der Verleihung des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises gemeinsam mit ihrem Autor Wilhelm Genazino. Ein Mitschnitt der Veranstaltung ist auf SR2 Kulturradio (Sendung vom 13.09.2016) nachzuhören. Die Saarbrücker Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 09.09.2016 über den Abend und porträtiert die Preisträgerin.

Ein „Wortfeuerwerk“ brennen Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel bei ihrer Neuübersetzung der „Stilübungen“ von Raymond Queneau ab, staunt Rezensent Peter von Becker im Tagesspiegel vom 31.08.2016; schon der erste Satz klinge „eine Spur direkter, härter, doppelsinniger“.

Ein „Leseabenteuer“, das Felix Philipp Ingold für die Neue Zürcher Zeitung vom 10.08.2016 interessiert studiert: Der Leipziger Verlag Reinecke & Voss bringt die erste größere Lyrikauswahl des polnischen Schriftstellers Miron Bialoszewski heraus, übersetzt bzw. in Nachdichtungen deutscher Lyriker zusammengestellt von Dagmara Kraus.

„Zwischen ‚So geht das‘ und ‚Wie das so ist‘ liegen 45 Jahre“: Peter Pisa zeigt an einem leitmotivischen Satz in Gregor Hens’ Neuübersetzung des Antikriegsromans „Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug“ von Kurt Vonnegut, dass kleine Änderungen große Wirkung haben können. Kurier vom 06.08.2016.

Oleg Jurjew sieht sich für die Frankfurter Rundschau vom 24.07.2016 den zweiten Band der Boris-Pasternak-Werkausgabe an und freut sich, dass die „alten und nicht so alten“ ostdeutschen Nachdichtungen der „Gedichte und Poeme“ dadurch vor dem Vergessen gerettet werden: „diese atmenden, sich mit dem Atem oder dagegen bewegenden Zeilen bringen die Übersetzer der beiden Bände glänzend und massiv herüber“.

Stefan Weidner hat die erste vollständige Übersetzung des arabischen Versepos „Der Übersetzer der Sehnsüchte“ von Ibn Arabi herausgebracht, das durch sein Vorwort und die Kommentare auch zu einer exzellenten Einführung in das Wesen des Arabischen wird, findet Andreas Fasel in seinem Porträt des Übersetzers für die WELT vom 24.07.2016. Über die „grenzsprengende Kraft“ der Gedichte und die Lust am Spiel mit der Sprache – bei Arabi wie auch bei seinem Übersetzer – staunt Nico Bleutge in der Süddeutschen Zeitung vom 23.08.2016, nachzulesen bei buecher.de.

In einem Essay über seine Übertragung einiger Briefe Walter Benjamins ins Französische reflektiert der Schriftsteller Lukas Bärfuss Benjamins „Aufgabe des Übersetzers“. Sprache sei eben kein logisches System, sie beinhalte „Atmosphäre, Gefühl, Widersprüche“. Süddeutsche Zeitung vom 22.07.2016.

Anlässlich der Spielberg-Verfilmung von Roald Dahls „Sophiechen und der Riese“ erscheint eine Neuauflage mit den Illustrationen von Quentin Blake und in der „hinreißenden“ Übersetzung von Adam Quidam alias Hermann Gieselbusch, an dessen Kreationen man sich „gar nicht sattlesen“ könne, so Susanne Kippenberger im Tagesspiegel vom 11.07.2016.

Diviam Hoffmann beschäftigt sich für die taz mit dem literarischen Werk der Londoner Rapperin Kate Tempest und den unterschiedlichen Ansätzen der Übersetzung des Romans „Worauf du dich verlassen kannst“ durch Karl und Stella Umlaut sowie der Übertragung des Lyrikbandes „Hold Your Own“ durch Johanna Wange.

Der Bonner General-Anzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 07.07.2016 über einen Anthony-Powell-Abend in der Buchhandlung Böttger, bei dem der Übersetzer Heinz Feldmann im Gespräch mit Verleger Stefan Weigle das Projekt vorstellt, bis Herbst 2019 alle zwölf Bände des Romanzyklus „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ herauszubringen.

Dirk van Gunsteren legt eine Neuübersetzung des epochalen Großstadtromans „Manhattan Transfer“ von John Dos Passos vor und beweist einmal mehr, schreibt Felix Müller in der Berliner Morgenpost vom 01.07.2016, dass er es meisterhaft verstehe, „sich in Tonlagen und Sprachnuancen einzufühlen“.

Zu manieriert sei Wolfgang Schlüters Neuübersetzung von Emily Brontës „Sturmhöhe“, findet Rezensent Klaus Nüchtern in der WELT vom 22.06.2016 – denn als Leser wolle man schon irgendwann wissen, „ob wir es in diesem Roman mit einem ‚starrköpfichten Wesen‘ oder einem ‚Vollkoffer‘ zu tun haben.“ Dass solche Brüche Absicht und damit im Sinne des Originaltexts sind, darauf weist Tobias Döring in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 07.07.2016 hin (nachzulesen bei buecher.de) und kann nicht umhin, „die Intelligenz solcher Freiheit wie auch Frechheit zu bewundern“. Rainer Moritz neigt in seiner Rezension im österreichischen Wochenmagazin „Die Furche“ (Ausgabe 34/2016) zu der Ansicht, der Hanser Verlag hätte „die Kapricen des Übersetzers“ stärker unterbinden sollen. Eine Neuausgabe also, die polarisiert – und damit der Wirkung des Originals in seiner Zeit in nichts nachsteht.

Regelmäßig veranstaltet das Europäische Übersetzerkollegium Straelen mehrtägige Arbeitstreffen deutscher AutorInnen mit ihren ÜbersetzerInnen aus aller Welt, und die Rheinische Post hört sich neugierig um. In der Ausgabe vom 16.06.2016 begleitet sie Jenny Erpenbeck, die mit den Anwesenden über die Wortwahl „dunkelhäutig“ vs. „schwarz“ oder ihre Vorliebe für das Kursive diskutiert; in der Ausgabe vom 13.07.2016 resümiert Ilja Trojanow, man entwickle im Gespräch mit Übersetzern „einen Lupenblick, der dann auch beim Schreiben hilft“.

Nina Meyer berichtet für die Niederrhein-Nachrichten vom 10.06.2016 über die Verleihung des Straelener Übersetzerpreises der Kunststiftung NRW an Brigitte Döbert sowie des Förderpreises an Christine Ammann, der erstmals für eine Sachbuchübersetzung vergeben wurde.

Stefan Weidner hat Ibn Arabis „Liebesgedichte aus dem arabischen Mittelalter“ übersetzt und mit Kommentaren versehen, die Martin Oehlen in seiner Rezension für die Frankfurter Rundschau vom 29.05.2016 mit Interesse studiert.

Die Arno-Schmidt-Stiftung bringt bei Suhrkamp eine Edition ausgewählter Übersetzungen des Autors heraus und beginnt mit den „gewaltigen Romanpanoramen“ des Briten Edward Bulwer-Lytton, deren „Anmerkungen des Übersetzers für den Hausgebrauch“ Rezensent Werner von Koppenfels in der Neuen Zürcher Zeitung vom 21.05.2016 zur Lektüre empfiehlt.

Die Vorgeschichte zur Neuübersetzung von John Dos Passos‘ wegweisendem Großstadtroman „Manhattan Transfer“ schildert die Osnabrücker Zeitung vom 21.05.2016. Dirk van Gunsteren sei, so der SWR2-Chefdramaturg Manfred Hess, der die Neuausgabe für die Hörspielinszenierung angeregt hat, „etwas Unmögliches gelungen: Er hat einerseits die Originalität des Werkes gewahrt […], gleichzeitig ist es ein sehr heutiger Stil.“

„Aussageprall“ nennt Cornelia Geissler in der Frankfurter Rundschau vom 06.05.2016 Andreas Tretners Übersetzung des „verschlungenen“ Romans „Der Perser“ von Alexander Ilitschewksi, zu dem der Übersetzer außerdem Anmerkungen und ein Online-„Arbeitsjournal“ beigesteuert hat.

Bettina Schulte berichtet für die Badische Zeitung vom 25.04.2016 über die Verleihung des Europäischen Übersetzerpreises 2016 an Andreas Ecke und Jacqueline Crevoisier.

Warum das Wort Hexenschuss ein Glücksfall ist und wie hoch der Zeitdruck bei der Übersetzung war, berichtete Harry-Potter-Übersetzer Klaus Fritz seinem gespannten Publikum in der Stadtbibliothek Offenburg, so die Badische Zeitung vom 20.04.2016. Auch die Mittelbadische Presse vom 22.04.2016 resümiert die Veranstaltung und besuchte ebenfalls die „Gläsernen Übersetzer“-Vorführungen von Tobias Scheffel und Maja Ueberle-Pfaff, die im Rahmen des Begleitprogramms zum Europäischen Übersetzerpreis 2016 stattfanden.

Anlässlich des 400. Todestags von William Shakespeare werfen der Regisseur Henry Mason (für nachrichten.at vom 23.04.2016) und WELT-Redakteur Wieland Freund (Ausgabe vom 23.04.2016) einen vergleichenden Blick in die Übersetzungen einzelner Verszeilen.

Über Vermarktungsstrategien des hiesigen Comicbetriebs, die „deprimierend seelenlose“ Gestaltung und Unschärfen in Axel Montes Übersetzung von Will Eisners Graphic Novel „Fagin the Jew“ von Will Eisner klagt Marc-Oliver Frisch im Tagesspiegel vom 10.04.2016 und diskutiert den „beträchtlichen Entscheidungs- und Interpretationsspielraum“ eines Übersetzers.

T. S. Eliots „Vier Quartette“ entfalteten in der Neuübersetzung Norbert Hummelts erstmals ihre „ganze Wucht und Weite“, so Jürgen Brôcan in der Neuen Zürcher Zeitung vom 09.04.2016.

Im Deutschlandfunk (Sendung vom 07.04.2016) lässt Martin Zähringer den Herausgeber und Übersetzer einer Anthologie indonesischer Lyrik, Berthold Damshäuser, zu Wort kommen und die Besonderheiten bei der Übertragung aus dem Indonesischen erläutern, das als nicht-flektierende Sprache vieles implizit lassen kann, was im Deutschen explizit gemacht werden muss.

Die Behebung eines Mangels werde „durch das Hinzutreten eines anderen erkauft“, kritisiert Thomas Steinfeld den bisweilen „altertümelnden Prunk“ von Wolfgang Schlüters Neuübersetzung des „Präludiums“ von William Wordsworth, als „Gedicht, noch ohne Titel“ bei Matthes & Seitz veröffentlicht. Die Rezension in der Süddeutschen Zeitung vom 17.02.2016 ist bei buecher.de nachzulesen. Auch die Neuausgaben von Henry David Thoreaus „Walden“ (in der Übersetzung von Rainer G. Schmidt, Besprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26.03.2016) und Charlotte Brontës „Jane Eyre“ (in der Übersetzung von Melanie Walz, Besprechung in der Neuen Zürcher Zeitung vom 27.02.2016) finden bei den Kritikern keine Gnade.