VdÜ – Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e. V.
Bundessparte Übersetzer des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di
Einladung zum
10. Wolfenbütteler Gespräch
Jahrestagung der Literaturübersetzer
vom 7. bis 9. Juni 2013
Eine Veranstaltung des VdÜ mit Unterstützung durch:
ver.di
Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Deutscher Übersetzerfonds e. V.
Stadt Wolfenbüttel
Konzept und Organisation:
Brigitte Jakobeit, Andreas Jandl, Elke Link,
Karen Nölle und Michael Zillgitt
Gestaltung des Lesefestes:
Susanne Höbel und Stefanie Jacobs
Anmeldung bis 22. April 2013
Download (PDF): Komplettes Programm 2013
Programm des 10. Wolfenbütteler Gesprächs 2013
Freitag, 7. Juni
ab 13:00
Empfang und Anmeldung
Ort: Kommisse
15:00
Begrüßung und Eröffnung der Tagung
Luis Ruby, 2. Vorsitzender des VdÜ
Grußworte
Ort: Kommisse
15:30
Berufspolitisches. Zum Stand der Dinge (Vergütungsverhandlungen, Vertragsgestaltung)
Hinrich Schmidt-Henkel, 1. Vorsitzender des VdÜ
Ort: Kommisse
16:00
Trial and Error. Erfahrungen einer Leserin
Vortrag von Elke Schmitter
Ort: Kommisse
18:00
Gemeinsames Abendessen
Ort: Wok-In, im Bahnhof
20:00
Lesefest
Ort: Schünemanns Mühle
(Informationen weiter unten auf dieser Seite)
Anschließend: Geselligkeit in und vor der Mühle
Samstag, 8. Juni
9:30 – 12:30
Workshops A1 bis A8
(Genaue Angaben zu den Workshop-Räumen folgen bis spätestens 30. Mai.)
A1 Junge Erzählerstimmen in Jugendroman und Belletristik mit Beate Schäfer
A2 Vergleich der Justizsysteme in den USA und D mit Barbara M. Müller-Grant
A3 Sprachgefühl – Teil 1 mit Frank Heibert und Annette Kopetzki
Fortsetzung: B3 (Dieser Workshop ist leider bereits ausgebucht!)
A4 Metaphern – Übertragenes übertragen mit Andrea Ott
A5 Haben wir gelacht – Schreibwerkstatt zu Bildern der NFS mit Olaf Kutzmutz
A6 Bewegung für einen fitten Berufsalltag mit Monica Homp
A7 Regionalsprachen: Mir schwätzet … ja, wat denn nu?! mit Katja Meintel
A8 Das Ah und das Oh: Aus der Welt der Interjektionen mit Andreas Tretner
13:00
Lauftreff: Weniges ist der Denkleistung des Gehirns so zuträglich wie übersetzen, der Verzehr
von Nüssen und Dauerlauf. Svenja Becker bietet hier an, gemeinsam eine Runde zu drehen.
Treffpunkt: Schünemanns Mühle. Vorherige Anmeldung ist nicht nötig.
13:00
Ausgleichsgymnastik mit Margarete Längsfeld: Durch vieles Sitzen werden der Rücken strapaziert und die Bänder verkürzt. Wir tun was dagegen.
Ort: Schünemanns Mühle, Theaterdach. Vorherige Anmeldung ist nicht nötig.
13:00
Lounge: Möglichkeit zum Plausch mit KollegInnen bei (selbst bezahlten) Getränken oder
mitgebrachtem Lunch.
Ort: Schünemanns Mühle, Empore oder Garten (je nach Wetter). Vorherige Anmeldung ist nicht nötig.
13:00
Stadtführung bzw. Führung durch die Herzog-August-Bibliothek
Um vorherige Anmeldung für die gewünschte Führung wird gebeten.
Der Eintrittspreis von 5 € für die Bibliothek ist selbst zu bezahlen.
Treffpunkt: Tourist-Info (am Stadtmarkt) bzw. vor dem Bibliothekseingang
15:00 – 18:00
Workshops B1 bis B8
B1 Wie falsch ist richtig? – Zur Charakterisierung von Personen mit Brigitte Große
B2 Sex in der Unterhaltungsliteratur mit Barbara Minden
B3 Sprachgefühl – Teil 2 mit Frank Heibert und Annette Kopetzki
Fortsetzung von A3 (Dieser Workshop ist leider bereits ausgebucht!)
B4 It’s Baseball, Baby! mit Oliver Knaack
B5 Auf Augenhöhe – Verträge vernünftig aushandeln mit Peter Klöss
B6 Nordische Sprachen: Hur är läget? – Wie ist die Lage? mit Dagmar Mißfeldt
B7 Der Teufel steckt im Detail mit Eva Moldenhauer
B8 Das Sachbuch aus Übersetzer- und Lektorensicht mit Alexander Roesler
19:45
Feierliche Übergabe des Hieronymus-Rings
von Karin Krieger an Frank Heibert
Ort: KuBa-Halle, Lindener Straße
20:30
Abendessen und Party
Ort: KuBa-Halle, Lindener Straße
Sonntag, 9. Juni
10:00
Ein Autor trifft seine Übersetzer
Urs Widmer, Bernard Lortholary (Frankreich) und Donal McLaughlin (Schottland)
sprechen über die Romane Das Buch des Vaters und Der Geliebte der Mutter.
Moderation: NN
Ort: Kommisse
12:30
Gemeinsames Mittagessen
Ort: Kommisse
Ende der Tagung
Das Lesefest am Freitagabend – Einladung zum Mitmachen!
Am Freitagabend findet, wie jedes Jahr, unser Lesefest in Schünemanns Mühle statt. Auf vier Bühnen tragen Übersetzer und Übersetzerinnen Texte vor und stellen sich den Fragen der Zuhörer. – Obwohl wir keine Bühne speziell für Lyrik anbieten, möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass auf allen Bühnen auch Lyrik-Beiträge erwünscht sind.
Bitte meldet euch (zum Lesen oder zum Moderieren), damit wir ein attraktives Programm zusammenstellen können!
Beginn ist 20 Uhr und das Ende, mit „fließendem“ Übergang zum Wein im Foyer, gegen 22 Uhr.
Orte und Themen
1. Lesebühne: Wind in den Weiden
Nicht immer wird die Natur so romantisch wie in diesem Kinderbuchtitel von Kenneth Grahame evoziert. Naturbeschreibungen sind vielfältig: hart, karg, rau, aber auch lyrisch oder poetisch, malerisch oder lieblich. Mal wird die Topographie detailgetreu beschrieben, mal wie bei einem modernen Gemälde mit wenigen Pinselstrichen angedeutet, anderswo kommt ein lebendiges Bild durch die Spezifizierung von Fauna, Flora oder Gesteinsarten zustande, oder durch eine genaue Beschreibung von Himmel und Wolkenformationen. – Naturbeschreibungen, so anschaulich wie der lebendige Tag draußen, sollen hier zum Vortrag kommen.
2. Lesebühne: Wir sind Helden
Ob sie hilflose Kätzchen vom Baum holen, dem mächtigen Gegner den Speer durch die Brust bohren oder sich vom zehnten Startplatz bravourös nach vorn kämpfen – Helden sind beliebt und begehrt, in Rüstung, auf der Aschenbahn oder im weißen Kittel, und wer träumt nicht ab und zu mal davon, einer zu sein? Hier wollen wir von ihnen hören, den Kühnen, Edlen und Wagemutigen dieser Welt! Auch wenn es am Ende vielleicht doch bloß Pantoffelhelden sind…
3. Lesebühne: Mein erstes Buch
Dies ist die demokratische Lesebühne schlechthin, hier kann jeder lesen, denn für jeden hat es ein erstes Mal gegeben: Der erste Auftrag, die erste Auseinandersetzung mit einem langen Text, die erste Zusammenarbeit mit Lektoren. – Für die Jüngeren unter uns eine prägende Erfahrung, die noch nicht lange zurückliegt, für die Älteren womöglich ein nostalgischer Rückblick, vielleicht auch ein Moment der Überraschung: Das habe ich wirklich geschrieben? Wie viele Jahre ist das eigentlich her? – Hier habt ihr endlich Gelegenheit, über euer „erstes Mal“ zu sprechen.
4. Lesebühne: Take a Walk on the Wild Side
Hey babe, weg mit den Häkeldeckchen und den Zopfgummis, und die Anlage aufgedreht! Jetzt blättert mal in euren Texten, denn das ist die Bühne für Verrücktes, Verruchtes und Verbotenes – für Grenzgänger jeglicher Art. Ob sie uns in die Halbwelt eintauchen lassen, in eine schummrige Bar entführen oder sonstwie abseitig sind, spielt dabei keine Rolle. Nur ein leichter Geruch von Zigaretten und Abenteuer sollte aus den Seiten aufsteigen. Doo do doo, doo do doo, doo do doo…
Für alle, die gern lesen oder moderieren möchten:
Über zahlreiche Anmeldungen bis zum 22.04.2013 freuen sich Susanne Höbel, Stefanie Jacobs und Elke Link. Bitte schickt eure Vorschläge (Textpassagen von max. 20 Minuten) mit einer Kurzinformation zu Werk und Autor per E-Mail an lesefest@literaturuebersetzer.de.
Den beim Lesefest Aktiven werden von der Tagungspauschale 35 € erlassen bzw. hinterher erstattet.
Die Workshops
A1 Junge Erzählerstimmen in Jugendroman und Belletristik mit Beate Schäfer
Viele Jugendromane werden aus der Ich-Perspektive erzählt, die Erzählerstimme erscheint ähnlich wichtig wie die Handlung. Doch das Erzählen aus jugendlichem Blickwinkel ist nicht auf den Jugendroman beschränkt. Vom Krimi bis zur Hochliteratur gibt es immer häufiger Titel aus der Sicht junger Protagonisten, die sich an eine erwachsene Leserschaft richten – seien sie übersetzt oder deutschsprachig. Der Workshop sucht den Austausch darüber. Wir diskutieren Thesen in konzentrierter Form, vertiefen dann die Reflexion an Textauszügen und wenden sie ins Praktische. Wie lässt sich das, was pauschal „Jugendsprache“ genannt wird, jeweils zu einer echten Erzählerstimme individualisieren? Inwieweit wirkt sich die Adressierung – ob Jugendroman oder Belletristik – sprachlich und erzähltechnisch aus?
Hauptziel ist ein reger Austausch zwischen KollegInnen mit dem Schwerpunkt Jugendbuch und solchen aus der Belletristik.
Textbeispiele aus eigenen Übersetzungen sind erwünscht, nähere Infos dazu bei beate-schaefer@arcor.de.
Beate Schäfer war nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Amerikanistik zwanzig Jahre lang Jugendbuchlektorin in einem Verlag. Heute übersetzt sie aus dem Englischen, lektoriert Belletristik und Jugendliteratur und gibt Schreibseminare.
A2 Zwischen Verbrechen und Knast: Ein Vergleich der Justizsysteme in den USA und Deutschland mit Barbara M. Müller-Grant
Viele Krimis hören auf, wenn der Täter identifiziert worden ist. Andere Bücher beginnen erst dann, wenn der Verbrecher im Knast sitzt. Was passiert dazwischen? Wie sehen die Gerichtsverfahren aus? Welche Rolle spielen die „Geschworenen“ in den USA? Gibt es ein Pendant hierzu im deutschen System? Warum gibt es „Bail“ in den USA? Warum mahlen die Justizmühlen in beiden Ländern so langsam?
In diesem Workshop wollen wir einige Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Justizsystem erarbeiten.
Barbara M. Müller-Grant ist gebürtige US-Amerikanerin, aber seit 36 Jahren in Wiesbaden zu Hause. Als Dolmetscherin war sie bei deutschen Strafgerichten und US-Militärgerichten, aber auch in Zivilverfahren tätig.
A3 Sprachgefühl – Teil 1 mit Frank Heibert und Annette Kopetzki
Was ist „das Sprachgefühl“? Beim Übersetzen wie im Gespräch darüber operieren wir ständig mit dieser Kategorie. Es ist subjektiv-intuitiv, schwer zu fassen und dient manchmal als nicht übertrumpfbares Argument; ist es damit jeder weiteren Rückfrage entzogen?
Wir wollen in einem Kreis erfahrener Kollegen anhand ausgewählter Textbeispiele ergründen, wie und worauf das individuelle Sprachgefühl anspringt, diese empirischen Ergebnisse auswerten und grundsätzlicher betrachten. Wie verhalten sich die Einschätzungen des für die Produktion und Rezeption von literarischen Texten unverzichtbaren, doch schwer intersubjektiv mitteilbaren Sprachgefühls zu den Ergebnissen anderer Analyseformen? Wie können wir uns über unsere Wahrnehmungen ästhetischer Qualitäten eines Textes verständigen, ohne gleich recht behalten zu wollen?
Wir sehen uns als impulsgebende und strukturierende Moderatoren beim gemeinsam suchenden Gespräch.
Teil 1: Diskussion einiger Thesen und Fragen, um uns dem Begriff des „Sprachgefühls“ anzunähern; Betrachtung von zwei deutschen Originaltexten. Fortsetzung am Nachmittag; siehe B3. Dieser Workshop ist leider bereits ausgebucht!
Frank Heibert (Englisch, Französisch). Von jeher pro künstlerische Subjektivität, aber auch pro strukturierte Textanalyse mit ausgewählten Werkzeugen der Sprach- und Literaturwissenschaft.
Annette Kopetzki (Italienisch), ist überzeugt, dass eine theoretische Reflexion, die das Übersetzen als ästhetische Praxis begreift, nur von den Literaturübersetzern selbst kommen kann.
A4 Metaphern – Übertragenes übertragen mit Andrea Ott
Allerlei Wissens- und Bedenkenswertes rings um die Metapher, unter besonderer Berücksichtigung translatorischer Fallstricke und Rettungsanker.
Was gibt es für Metaphern, wozu sind sie gut, wie transportiere ich sie in meine Sprache und welche Schleichwege beschreite ich, wenn es schwieriger wird als „an old flame“ → „eine alte Flamme“?
Die vorläufig gesammelten Beispiele stammen fast alle aus dem Deutschen und dem Englischen; dennoch ist der Workshop wegen seiner grundsätzlichen Überlegungen auch für Übersetzer aus anderen Sprachen geeignet. Wir hoffen auf die Einsendung der einen oder anderen exotischen harten Nuss zum Zwecke gemeinsamer Knackung!
Andrea Ott, Übersetzerin aus dem Englischen, vorzugsweise Klassiker des 19. und 20. Jahrhunderts.
A5 Haben wir gelacht – Schreibwerkstatt zu Bildern der Neuen Frankfurter Schule mit Olaf Kutzmutz
Sie wurden Legenden zu Lebzeiten. Schon wenn wir an Robert Gernhardt, F. K. Waechter, F. W. Bernstein & Co. denken, schmerzt das Zwerchfell. Unser Alltag ist das Reservoir, aus dem die Texter und Zeichner der sogenannten Neuen Frankfurter Schule (NFS) schöpfen und ihre sehr spezielle Melange aus Nonsense und Gesellschaftskritik herstellen. Als Anlass zum Dichten reicht ihnen mitunter ein Möbelstück: „Horch, ein Schrank geht durch die Nacht, voll mit nassen Hemden / Den hab ich mir ausgedacht, um Euch zu befremden.“
Wie lässt sich mit dem, was die Vertreter der NFS gezeichnet haben, literarisch umgehen? Auf welche Spur setzen uns die Bildvorgaben? Welche Variationen sind machbar?
Wir arbeiten in der Werkstatt an Kurzformen in Prosa und Lyrik und beziehen uns dabei auf die Bilder und Zeichnungen der NFS. Unser Schreibtraining wird kompakt und intensiv ausfallen und schließt naturgemäß das Gespräch über die entstandenen Arbeiten ein, frei nach dem in Bernstein gegossenen Spruch: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“
Für Übersetzer, die literarische Kurzformen trainieren möchten.
Olaf Kutzmutz ist Programmleiter Literatur der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel.
A6 Bewegung für einen fitten Berufsalltag mit Monika Homp
Im Arbeitsalltag sitzen Übersetzer häufig lange am PC. Hochkonzentrierte Denkarbeit und wenig Bewegung, eventuell verbunden mit Zeitdruck: Kein Wunder, dass viele über gesundheitliche Beschwerden klagen, deren Ursachen in ihrem Arbeitsumfeld liegen können. Hier möchte der Workshop helfen, ein besseres Verhalten und gesundheitsorientiertes Üben am PC in den Alltag zu integrieren.
Inhalte: aktive Mini-Bewegungspausen; kurzer Einblick in die Anatomie der Wirbelsäule; aktive Mobilisationsübungen; einfache Dehnübungen am Schreibtisch; Augen- und Nackenübungen; Stressfaktoren erkennen und beheben. – Analyse und Reflexion mit den Teilnehmern.
Monika Homp (geb. 1958), Physiotherapeutin, bis 2010 eigene Praxis in Aschaffenburg, freie Referentin für betriebliche Gesundheitsförderung, Kursleiterin für Kurse im Präventionsbereich; www.physio-homp.de
A7 Regionalsprachen: Mir schwätzet … ja, wat denn nu?! mit Katja Meintel
Dialekte und andere Regionalsprachen im literarischen Text übersetzen? „Geht nicht.“ So lautet eine verbreitete Meinung. Irgendwie muss es aber eben doch gehen. Und diesem „Irgendwie“ wollen wir uns in unseren Diskussionen nähern. Ob einsilbige kanadische Holzfäller oder schwadronierende ghanaische Marktfrauen – der Workshop wird von euren eigenen (und auch gerne fremden) Textbeispielen leben!
Welche Funktionen haben Einsprengsel in Regionalsprache im literarischen Text? Über welche Möglichkeiten verfügen wir ÜbersetzerInnen im Spiel zwischen Standardsprache und regionalen Varietäten? Welchen Einfluss darf dabei unsere eigene Sprachbiografie spielen? Für unsere kleinen Übersetzungsübungen sind auch nicht-englische Textbeispiele (mit entsprechenden Erläuterungen) sehr willkommen!
Katja Meintel: Studium der Romanistik, Ethnologie und Germanistik in Freiburg i. Br., Promotion über afrikanische Kriminalromane. Seit 2006 als Übersetzerin, Dozentin und Publizistin tätig. Übersetzungen u. a. von Abdourahman A. Waberi, Patrick Pécherot, Hubert Haddad, Bessa Myftiu und Brigitte Kuthy Salvi.
A8 Das Ah und das Oh: Aus der Welt der Interjektionen mit Andreas Tretner
Nachdem also Freude, Traurigkeit, Furcht, Hoffnung, Muth, Schrecken, Verachtung oder Verwunderung sich des Herzens bemeistern: nachdem entstehen auch solche Zwischenwörter im Munde, die das alles auszudrücken geschickt sind: Ach ich Elender! Weh mir Armen! … Andere gemeine aber, die nur unter dem Pöbel im Schwange gehen, haben wir mit Bedacht hier nicht rechtfertigen wollen; weil sie von guten Schriftstellern nicht gebrauchet werden.
Was hier in Gottscheds „Grundlegung der Deutschen Sprachkunst“ (1748) noch auf Töpfchen und Kröpfchen sortiert wird, interessiert ausnahmslos – die Zwischenwörter des Herzens genauso wie die gemeinen.
Interjektionen sind typisch für gesprochene Sprache und ebendarum in Romanen omnipräsent. Inflationär im aktuellen Kinder- und Jugendbuch, in Comic und Chat-Simulation. Oft vage, doppelbödig, missverständlich.
Kernbereich ist die angewandte Onomatopoesie. Hm. Mhm! Mm-mm. Hm-hm. Ugh, urgh, igitt. Yäk, kääk. Bah! Boh! ¡Oe! Брысь! Пляс! Szast-prast! Dalli, dalli! Baa (Dolly) vs. Meh (Lisa Simpson). Mit Abstechern in die Bioakustik: Eine Kuh macht muh, aber was macht ein Pferd, wenn man’s aufschreiben soll?
Sprachübergreifender Workshop zur Übersetzung von Interjektionen, der vornehmlich aus den Nähkästchen der Beteiligten zu beschicken wäre.
Andreas Tretner, Übersetzer aus dem Russischen und Bulgarischen.
B1 Wie falsch ist richtig? – Zur semantischen oder syntaktischen Charakterisierung von Personen mit Brigitte Große
Oft sprechen die Figuren in unseren Büchern, nun ja, speziell, nicht ganz der Standardsprache entsprechend. Dann stellt sich die Frage, wie wir das übersetzen. Was wir – da es sich ja nie schlicht übertragen lässt – erfinden, um ihre besondere Sprechweise wiederzugeben. Und wie wir das erfinden.
Anhand von Beispielen soll zunächst ein – naturgemäß unvollständiges – Spektrum der Möglichkeiten aufgezeigt werden. Beispiele aus eurer eigenen Praxis sind hier herzlich willkommen. Dann wollen wir gemeinsam versuchen, das Vorgehen zu analysieren. Und schließlich das, was wir dabei herausfinden, in einer praktischen Übung anzuwenden.
Für Übersetzer aus allen Sprachen.
Brigitte Große, geb. 1957 in Wien, übersetzt aus dem Französischen, war Mentorin des Goldschmidt-Seminars für junge LiteraturübersetzerInnen und Leiterin der ViceVersa-Französisch-Werkstatt.
B2 Sex in der Unterhaltungsliteratur mit Barbara Minden
Was machen die da? Held und Heldin begegnen sich. Sie fühlen sich zueinander hingezogen. Es knistert, vielleicht fallen sie auch einfach nur übereinander her, und dann …?
Was macht er?
Was macht sie?
Wie kommen die beiden zum Höhepunkt?
Poppen, vögeln oder Liebe? Ob die übersetzten Begriffe eher romantisch, frech, komisch oder sogar derb sein dürfen, hängt davon ab, ob es sich um eine Sex-Szene für eine Romance, Chicklit oder eine Erotic Novel handelt.
In diesem Workshop wollen wir der Frage nachgehen, wie man Sex-Szenen genre-spezifisch und ansprechend übersetzt, und ein entsprechendes Glossar anlegen. Dabei geht es nicht nur um Substantive, sondern hauptsächlich um Verben.
Barbara Minden arbeitet als freie Roman-/Drehbuchautorin und Übersetzerin in Hamburg. Sie besitzt jahrelange Erfahrung in der Übersetzung einschlägiger amerikanischer Unterhaltungsliteratur.
B3 Sprachgefühl – Teil 2 mit Frank Heibert und Annette Kopetzki
Fortsetzung von A3; nähere Angaben siehe dort. Dieser Workshop ist leider bereits ausgebucht!
Teil 2: Betrachtung mehrerer übersetzter Texte in Gruppenarbeit, auswertende Diskussion der Ergebnisse.
B4 It’s Baseball, Baby! mit Oliver Knaack
Infield, Outfield, Pitcher, Hitter, Runner, Catcher, Balk und Batter …
So mancher Übersetzer aus dem Amerikanischen schwitzt beim Sport, insbesondere bei Passagen, in denen es um Baseball geht.
Was passiert dort auf dem Feld genau? Wie sind die Spielregeln, die Abläufe?
Welche Begriffe sind im Deutschen die richtigen? Wie würde ein Spieler über diesen und jenen Spielzug sprechen? Wie ein Trainer, wie ein Fan und wie ein Kommentator?
Oliver Knaack (44) spielte 15 Jahre lang in der 1. und 2. Baseball-Bundesliga und kam über die Spielpraxis zu seinem heutigen Beruf als Sportjournalist bei der Tageszeitung BZ.
B5 Auf Augenhöhe – Verträge vernünftig aushandeln mit Peter Klöss
Ob wir wollen oder nicht: Ehe es ans Übersetzen geht, müssen wir mit den Verlagen zunächst die rechtlichen und finanziellen Grundlagen für die Zusammenarbeit schaffen, also den Übersetzungsvertrag aushandeln.
Was manche mit links erledigen, bereitet anderen schlaflose Nächte, und allzu häufig werden dann lieber gleich die angebotenen Konditionen ohne Widerrede akzeptiert – was sich leider unvorteilhaft im Geldbeutel bemerkbar macht, und nicht nur dort.
Aber das muss nicht sein: Wer seine Rechte kennt und ein paar Grundregeln beachtet, für den verliert der Weg durch den Verhandlungsdschungel rasch an Schrecken. Im Workshop wollen wir uns die Ängste, die uns beim Verhandeln packen, näher ansehen, uns auch mal in die Position der Gegenseite versetzen und ganz allgemein Erfahrungen und Tipps austauschen.
Für etwa 25 Teilnehmer, die selbstbewusst verhandeln wollen.
Peter Klöss lebt in Köln und übersetzt seit mehr als 20 Jahren aus dem Italienischen und Englischen. Seit 2003 handelt er als Mitbetreiber der Agentur Brovot & Klöss für Literaturübersetzer Verträge aus. Für den VdÜ gehört er der Kommission an, die mit Verlagen über die Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln verhandelt.
B6 Nordische Sprachen: Hur är läget? – Wie ist die Lage? mit Dagmar Mißfeldt
Bei der Übersetzung von wörtlicher Rede, wenn in Romanen aller Genres Jugendliche zu Wort kommen, steht man vor der Frage, wie man den richtigen Ton trifft und eine authentische deutsche Fassung für z. B. Einwanderersprache, Slang und Flüche findet. Im Workshop wollen wir gemeinsam Vorgehensweisen einer stimmigen Übertragung von Sprache Heranwachsender in der wörtlichen Rede erörtern und mögliche Fundquellen prüfen.
An literarischen Beispielen aus Skandinavien (Schwerpunkt: Schwedisch) untersuchen wir mögliche Lösungswege und Übersetzungstechniken. Eigene Textbeispiele sind willkommen. Der Workshop richtet sich an neue und erfahrene Übersetzende aus skandinavischen Sprachen.
Dagmar Mißfeldt, geb. 1964, nach dem Studium der Skandinavistik und Finnougristik freie Übersetzerin für nordische Sprachen, Lektorin für Schwedisch an der Leuphana Universität Lüneburg, Lehrbeauftragte für Schwedisch an der Universität Hamburg, lebt in Hamburg.
B7 Der Teufel steckt im Detail mit Eva Moldenhauer
Als ob – um zu – während derer – nichtsdestotrotz – zeitnah – einmal mehr… Es gibt einige Worte und Wendungen, bei denen wir uns schwer tun, „das Gute und das Böse zu erkennen“. Um beim Übersetzen den literarischen Sündenfall zu vermeiden, sollten wir unsere Augen und Ohren nicht verschließen und passende exorzistische Gerätschaften zur Hand haben.
Der Workshop bietet 25 debütierenden Seelen sprachübergreifend Übungen zu Fehlerhaftem, Unschönem und anderen Grausamkeiten.
Eva Moldenhauer übersetzt seit vielen Jahren Belletristik und wissenschaftliche Texte aus dem Französischen und wurde dafür mit fast ebenso vielen Preisen ausgezeichnet.
B8 Das Sachbuch aus Übersetzer- und Lektorensicht mit Alexander Roesler
Das Sachbuch ist die unklarste Gattung im Buchmarkt; deshalb ist die allgemeinste Definition als „non fiction“ trotz ihrer Schwammigkeit noch die brauchbarste.
In dem Workshop werden drei unterschiedliche Typen Sachbuch vorgestellt (populäres Sachbuch, erzählendes allgemeines Sachbuch, wissenschaftliches Sachbuch) und Stellenwert und Behandlung von Sachbüchern im Lektoratsalltag geschildert.
Im Dialog mit den Teilnehmern soll es dann um die besonderen Anforderungen gehen, die Sachbücher an Übersetzer und Verlage stellen.
Dr. Alexander Roesler studierte Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft in Heidelberg und Berlin. Nach seinen akademischen Jahren am Fachbereich Philosophie der TU Dresden arbeitete er als Lektor für den Suhrkamp Verlag und seit 2006 für den S. Fischer Verlag.
Anmeldung
Anmeldeschluss: 22. April 2013
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, können wir auch bei Anmeldungen, die vor dem Anmeldeschluss eingehen, die Teilnahme nicht garantieren.
Tagungspauschale
Die Teilnahme an der Tagung inklusive 2 Abendessen und 1 Mittagessen
(siehe Programm) kostet:
Für Mitglieder und Kandidaten der Bundessparte Übersetzer / VdÜ sowie von VS, ver.di, BDÜ, AdÜ-Nord, der Bücherfrauen, VFLL oder der Österreichischen Übersetzergemeinschaft: 75 €
Für Nichtmitglieder: 150 €
Die Tagungspauschale ist zu überweisen an:
Michael Zillgitt, Konto Nr. 364 541 602, Postbank Frankfurt, BLZ 500 100 60
IBAN: DE54 5001 0060 0364 5416 02, BIC: PBNKDEFF
Stornogebühren
Ab dem 8. Mai wird eine Stornogebühr von 50 % und ab dem 18. Mai von 100 % der Tagungspauschale erhoben, sofern der Platz nicht anderweitig vergeben werden kann.
Hotelreservierung
Die Hotelreservierung erfolgt individuell durch die Teilnehmer. Eine Liste von Hotels ist hier abgedruckt. Bitte geben Sie bei der Reservierung das Kennwort „VdÜ“ an.
Anreise
Per Bahn: über Braunschweig nach Wolfenbüttel.
Fahrkarten zu besonders günstigen Sonderpreisen können ab 11.3. erworben werden.
Per Auto:
Von Norden, Westen oder Osten über die Autobahnen A 2/A 391 (Kreuz BS-Nord), A 391/A 39 (Dreieck BS-Südwest), A 39/A 395 (Kreuz BS-Süd) und A 395.
Von Süden oder Westen über die Autobahnen A 7/A 39 (Dreieck Salzgitter), A 39, Abfahrt 18 (Salzgitter-Watenstedt) in östliche Richtung auf der Schnellstraße (L 495) nach Wolfenbüttel.
Von Südosten über die Bundesstraße B 79.
Empfang
Am Freitag, 7. Juni, erhalten Sie ab 13 Uhr in der Kommisse im Stadtzentrum,
Kommissstraße 5, Ihre Begrüßungsmappe und Ihr Namensschild.
Öffnungszeiten der Tourist-Info am Rathaus, Stadtmarkt: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–14 Uhr.
Bibliotheksführung bzw. Stadtführung
Geben Sie Ihren Teilnahmewunsch bitte bei der Anmeldung an.
Bitte melden Sie sich per E-Mail bis spätestens 22. April 2013 bei Michael Zillgitt an:
mzillgitt@t-online.de
Bitte keine Mail-Anhänge senden, weil weder Formular noch Unterschrift nötig sind.
Die Anmelde-Mail muss folgende Angaben enthalten:
Betreff: VdÜ
1. Name, Vorname
2. Tagungspauschale:
75 € für Mitglieder
(bitte die Mitgliedschaft angeben; siehe oben unter „Tagungspauschale“)
150 € für Nichtmitglieder
3. Workshop-Wünsche:
Jeweils für Vormittag und Nachmittag eine erste Präferenz und eine zweite Präferenz angeben.
(A3 und B3 sind nur zusammen zu buchen)
4. Teilnahme am Mittagessen am Sonntag:
ja / nein (nicht verbindlich, nur zum Überblick für unsere Planung)
5. Optional:
Teilnahme an der Stadtführung oder an der Bibliotheksführung (nicht beide, da gleichzeitig stattfindend)
Der Eingang der Anmelde-Mail wird möglichst umgehend bestätigt.
Wir bitten um anschließende Überweisung der Tagungspauschale. Deren Eingang auf dem oben genannten Tagungskonto wird nicht eigens bestätigt, aber zu gegebener Zeit wird freundlich an die Zahlung erinnert.
Unterkünfte
Für die Unterbringung haben wir in folgenden Hotels kostengünstige Kontingente reserviert, die Sie unter dem Kennwort „VdÜ“ buchen können (Option nur bis 15. April 2013):
Parkhotel „Altes Kaffeehaus“ ***
Harztorwall 18, 38300 Wolfenbüttel
www.parkhotel-wolfenbuettel.de
Tel. 05331 - 88 80
13 Zimmer,
67,50 EZ / 89,00 DZ (schon fast ausgebucht)
Lage: Zentrum
Rilano 24/7 Hotel Wolfenbüttel ***
Bahnhofstr. 9, 38300 Wolfenbüttel
www.rilano.com
Tel. 05331 - 9 88 60
15 Zimmer,
74,00 EZ / 94,00 DZ
Lage: Zentrum
Hotel Garni „Landhaus Dürkop“
Alter Weg 47, 38302 Wolfenbüttel
www.landhaus-duerkop.de
Tel. 05331 - 70 53
15 Zimmer,
59,00 EZ / 89,00 DZ
Lage: 15 Gehminuten
zum Zentrum
Hotel Gästehaus Linden ***
Am Buschkopf 52, 38300 W’büttel
www.hotel-gaeli.de
Tel. 05331 - 99 68 27 0
15 Zimmer,
ab 52,00 EZ / ab 75,00 DZ
Lage: 20 Gehminuten zum Zentrum; Stadtbushaltestelle in der Nähe
Hotel Waldhaus
Adersheimer Str. 75, 38304 W’büttel
www.waldhaus-wolfenbuettel.de
Tel. 05331 - 85 58 55 0
15 Zimmer,
ab 53,00 EZ / ab 88,00 DZ
Lage: 35 Gehminuten zum Zentrum; Stadtbushaltestelle in der Nähe
Hotel „Bayrischer Hof“
Brauergildenstr. 5, 38300 W’büttel
www.bayrischer-hof-wf.de
Tel. 05331 - 50 78
7 Zimmer,
52,00 EZ / 77,00 DZ
Lage: Zentrum
Bitte lassen Sie sich vom Bayrischen Hof die Reservierung schriftlich bestätigen.
In den letzten Jahren gab es gelegentlich Schwierigkeiten.
Hotel „Antoinette“
Neuer Weg 91, 38302 Wolfenbüttel
www.antoinette-wf.de
Tel. 05331 - 93 56 60
12 Zimmer,
40,00 – 48,00 EZ / 78,00 DZ
Lage: 5 Gehminuten
zum Zentrum
Hotel „Kronprinz“
Bahnhofstr. 12, 38300 Wolfenbüttel
www.kronprinz-wolfenbuettel.de
Tel. 05331 - 98 47 11
8 Zimmer,
49,00 EZ / 75,00 DZ
Lage: Zentrum
Schünemanns Mühle (das Gästehaus der Bundesakademie) und das Jugendgästehaus sind bereits ausgebucht.
Außerdem gibt es über 60 Ferienwohnungen und einige Privatzimmer in Wolfenbüttel, die gern auch für zwei Tage vermietet werden. Infos unter www.wolfenbuettel.de.
Fahrradverleih
Fahrradladen im Zimmerhof, Großer Zimmerhof 8
Tel. 05331 - 90 37 70, E-Mail: fahrradladeninwf@aol.com
Die Betreffzeile muss "Leihfahrrad" lauten, sonst wird die Nachricht
automatisch gelöscht!

Die Ziffern im Stadtplan entsprechen nicht den aufgeführten Hotels oder im Programm angegebenen Orten.
Bitte vormerken: Das 11. Wolfenbütteler Gespräch, die Jubiläumstagung zum 60-jährigen Bestehen des VdÜ, findet statt vom 26. bis 29. Juni 2014.